30.08.2012   18:35   +Feedback

Die Vorhaut der Anderen

Die Intensität der Diskussion hat natürlich mit ihrem Gegenstand zu tun. Würden die Moslems und die Juden ihren Söhnen die Ohrläppchen beschneiden, würde sich niemand darüber aufregen. Aber die Vorhaut gehört zu den delikaten Körperteilen, über die normalerweise nicht so parliert wird wie über abstehende Ohren oder schief gewachsene Zähne. Nun aber ist sie in aller Munde, und das obwohl es sich um die Vorhaut der Anderen handelt, der Juden und der Moslems. Kein “echter” Deutscher wird genötigt, sich oder seine Söhne beschneiden zu lassen, so wenig, wie er genötigt wird, koscher zu essen oder an Ramadan zu fasten. Er könnte also die in Deutschland lebenden Moslems (ca. vier Millionen) und die Juden (etwa 150.000) sich selbst überlassen – wenn er sich nicht verpflichtet fühlte, sie davor zu bewahren, sich etwas Schlimmes anzutun. http://www.welt.de/debatte/article108875746/Real-existierender-Humanismus-nach-Hausfrauenart.html

(Henryk M. Broder)


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Kategorie(n): Kultur 

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