14.05.2008 11:01 +Feedback
Die Linke und die Judenfrage
In der Partei brodelt es. Das zeigte eine Folgeveranstaltung zwei Wochen nach Gysis Auftritt an gleicher Stelle. Titel: “Eine Zukunft für Palästina”. Doch die gut 100 Zuhörer aus der Parteibasis bewegte eigentlich nur eines: Gysis Rede. “Dermaßen enttäuscht”, “peinlich”, “unglaublich”, so hörte man am Rande. Hauptredner war Wolfgang Gehrcke, Bundestagsabgeordneter, außenpolitischer Sprecher des Parteivorstands, Israelkritiker. Er werde, sagte er anfangs, eine neutrale Position einnehmen - er wisse, das sei “streitbar”. Dann erinnerte er an das berühmte Bild des kleinen jüdischen Jungen im Warschauer Getto vor den Gewehrläufen der SS. “Das Erschreckende”, so Gehrcke, seien die heutigen Bilder “von palästinensischen Jungen vor anderen Gewehrläufen”.
Die Basis war dennoch enttäuscht, ja wütend. “Wir nehmen ausdrücklich keine neutrale Position ein”, schimpfte einer mit hochrotem Kopf. “Du warst immer ein Mann der klaren Worte, jetzt sitzt du zwischen den Stühlen”, rief ein anderer. Und ein Dritter: “Israel hat nicht mal Grenzen. Wie soll ich es da anerkennen? Das geht nicht.”
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/israel-spaltet-die-linke/?src=SZ&cHash=42fcdb9273
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Kategorie(n): Inland

