Bernd Zeller 26.08.2010 11:53 +Feedback
Deutschland soll sich ja auch abschaffen
Sigmar Gabriel will den Kanzlerkandidaten per Vorwahl volksweit bestimmen lassen. Deshalb möchte er vorher noch Thilo Sarrazin aus der SPD raus haben.
Die FAZ hat recherchiert, was an Thilo Sarrazins Buch rassistoid ist: „Kulturell ist bei ihm ein Deckwort für genetisch. Hat man dies begriffen, liest man Sarrazins Sorge um die „kulturelle Identität“, die „kulturelle Substanz“ und den „Volkscharakter“ Deutschlands mit anderen, den richtigen biologischen Augen. Obwohl halb verschwiegen, tritt die These in seinem Buch klar hervor: Die islamische Immigration nach Deutschland muss gestoppt werden – und zwar aus „letztlich“ genetischen Gründen“ ( http://www.faz.net/s/RubBE163169B4324E24BA92AAEB5BDEF0DA/Doc~EE2D543295E12432A8CFFBDA3CE51C3D2~ATpl~Ecommon~Scontent.html ).
Tja, wenn man genetisch für kulturell einsetzt, wird es ziemlich angreifbar. Dann lässt man es eben bleiben und versteht die „letztlich“ genetischen Gründe gegen die islamische Eiwanderung als kulturell?
So einfach ist es leider nicht, denn hier trifft Sarrazins Argumentation auf das herrschende Verständnismuster, und das hat das Deckwort kulturell für genetisch vorgegeben. Wir, die Guten, finden die süßen kleinen Randgruppen so schön ethnisch und wollen, dass sie ihre herkunftsbedingte Identität doch bitte beibehalten, denn sie gehören nicht zu uns, aber im Unterschied zu den Rassisten meinen wir das im positiven Sinne. Wir wollen die niedrigeren Kulturen gleichberechtigt, wir wollen den unteren Rassen unsere Kultur nicht zumuten. Rassismus ist, wenn man das nicht als Bereicherung deklariert.
Auf das vorgegebene Verständnis „die sind eben so“ trifft Sarrazins Befund: „nämlich folgendermaßen“.
Etwa anderes als pauschale diffamierende holzschnittartige vorurteilsgeladene Reaktionen sind kaum zu erwarten. Das Pauschalisierende seines Buches, in dem er sich nach allem, was bis jetzt bekannt ist, präzise ausdrückt, liegt im Auge des Betrachters. Was kommt, sind Assoziationen, keine Widerlegungen. Zu widerlegen gibt es nichts, der Zustand, den er beschreibt, ist genau der, den man gewollt hat, nur unter anderen Namen und anderen Bewertungen.
Wem dazu NPD einfällt, hat ganz recht—meine Rede: die Verharmlosungen, Verniedlichungen, Verknuschelungen sind nichts weiter als Wahlwerbung für die NPD.
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Kategorie(n): Wissen


