Dirk Maxeiner 27.03.2010 21:35 +Feedback
Deutsche verlassen die Klimakirche
Immer weniger Deutsche haben Angst vor dem Klimawandel. Nur noch eine Minderheit von 42 Prozent fürchtet sich vor der globalen Erwärmung. Im Herbst 2006 äußerten noch 62 Prozent der Befragten Befürchtungen hinsichtlich des Klimawandels. Wie die Umfrage weiter ergab, hält jeder dritte Deutsche die Prognose der Klimaforscher, nach der es langfristig immer wärmer wird, nicht für zuverlässig. Jeder Vierte glaubt, dass Deutschland von dem Klimawandel sogar eher profitieren wird. Das ergab soeben eine Umfrage des Spiegel. Damit vollzieht sich auch hierzulande ein Meinungsumschwung, der sich zuvor schon in Großbritannien und USA gezeigt hatte. Der Climategate-Skandal hat das Vertrauen in die Seriosität der Klima-Forschung offensichtlich auch hierzulande stark erschüttert, obwohl die meisten etablierten Medien das Thema beschwiegen. In diese Lücke sind die Blogger gestoßen.
Die Klima-Apparatschicks sehen unterdessen ihre Felle davon schwimmen. Dem “Spiegel” sagte der Präsident der Leibniz-Gesellschaft, Ernst Rietschel, er sehe die Klimaforschung “in einer schwierigen Situation”, weil man den Skeptikern “eine offene Flanke hingehalten” habe. Anstatt sich mal ernsthaft mit der Qualität der Klimaforschung auseinanderzusetzen fordert jetzt auch die Leibnitz-Gesellschaft den Rücktritt von IPCC-Chef Rajendra Pachauri. Ein klassisches Bauernopfer. Die Herrschaften von den Fachorganisationen haben dem Treiben schweigend - und meistens billigend zugesehen, schließlich flossen auch dank Pachauris Ammenmärchen reichlich Gelder in die Zunft. Skeptiker soll ein Schimpfwort bleiben, das merkt man all diesen Formulierungen an. Die “offene Flanke” soll so schnell wie möglich wieder geschlossen werden, ab zurück in die Wagenburg.
Die Politik ist indes schon einen Schritt weiter und macht sich heimlich still und leise vom Acker. Beim EU-Gipfel wurde soeben eine “Wachstumstrategie 2020” verabschiedet. Das Ziel, die CO2-Emissionen um 30 Prozent zu reduzieren, wurde ebenso gestrichen wie die Forderung, die Zahl der von Armut bedrohten Menschen um 20 Millionen zu senken. Der klimapolitische Fallrückzieher soll offenbar im Griechenland-Tumult untergehen. “Was schert mich mein Geschwätz von gestern” wird allmählich zum Markenzeichen der europäischen Politik. Die alle paar Jahre und Gipfel lang herausposaunten ambitionierten Ziele zur Rettung der Welt nimmt Europa kein Mensch mehr ab. Das gilt auch für die so eben verabschiedeten “Wachstumstrategie 2020”. Papier ist geduldig.
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Kategorie(n): Klima-Debatte


