Bernd Zeller 09.02.2012 09:33 +Feedback
Der unverstandene Gebrauchte
Christian Wulff war als Bundespräsident von Anfang an unverstanden. Nach seiner Hochstufung wollte der Politikveteran zuerst Überparteilichkeit demonstrieren und forderte den Rücktritt eines CDU-Oberbürgermeisters. Dann wollte er Achtung im Ausland abhaken und Sarrazin wegdistanzieren, und zu sagen, dass der Islam zu Deutschland gehört, damit wollte er Signal und Zeichen setzen, weil er dachte, die Probleme lägen so, wie sie ihm dargestellt werden. Nichts davon wurde goutiert, bis auf das mit dem Islam, weil es sich auf die Ebene bezog, die Politiker verstehen, und nicht auf die Personen. Christentum und Türkei, gut gemeint war das allemal.
Sein Problem aber war, dass er als Bundespräsident immer noch der normale Politiker war, weil er für nichts weiter steht als für Politik. Als Verfassungsrichter stand Roman Herzog für das Grundgesetz, so dass er keines weiteren Charismas bedurfte, Johannes Rau gab den Beliebten. Wulff bedeutet Kampf um die nächste Höherstufung. Deshalb ist er die Inkarnation der Politik selbst und damit wirklich überparteilich. Er ist das, was herauskommt, wenn man nichts weiter tut, als Politiker zu sein.
Er zeigt uns mit Entschuldigungen und Ansagen wie „bar erstattet“, wie Politiker mit uns umgehen, wenn sie nicht von Abwahl bedroht sind.
Christian Wulff ist unser Politiker-Mahnmal.
Wir brauchen ihn.
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Kategorie(n): Inland

