Michael Miersch 22.07.2012 10:57 +Feedback
Der deutsche Konsens (11)
15 Dinge, in denen sich alle einig sind
11. Jeder hat ein Recht auf Toleranz
Bedingungslose Toleranz gegenüber allem und jedem (außer Nazis) ist zum obers-ten Gebot geworden. Kaum etwas schädigt heute den Ruf mehr als der Vorwurf, man sei intolerant. Tolerant sollte man vor allem gegen andere Kulturen sein, die, so der neue moralische Imperativ, stets der abendländischen gleichwertig sind. Zielgruppe der Toleranz sind Minderheiten aller Art, einschließlich gewalttätige Kriminelle und Terroristen. Antisoziales Verhalten und Gewalt entstehen nur, weil die Täter schlim-me Erlebnisse hatten, vornehmlich in ihrer Kindheit. Ihre Taten sind Hilfeschreie. Wer kein intoleranter Spießer sein will, muss Verständnis dafür aufbringen. Nachdem Schauspielerin Veronica Ferres 2011 in London plündernde Straßengangs sah, sag-te sie in einem Interview: „Es nutzt nichts, nur mit den härtesten Strafen gegen sie vorzugehen. Man muss an die Ursachen ihrer Unzufriedenheit ran. Man muss ihnen Hoffnung geben, ihnen zuhören, sie ernst nehmen. Wenn unsere Gesellschaft weiter so wenig in Jugendliche investiert, wird uns irgendwann eine junge, gewaltbereite Generation gegenüberstehen. Dann gibt es in Europa eine andere Art der Revoluti-on.“
Fortsetzung folgt
Auszug aus dem neuen eBook von Michael Miersch „Die Hippies haben gewonnen“.
2,99 Euro
Exklusiv als eBook, nicht auf Papier.
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Worum geht‘s in dem Buch?
Atomkraft ist böse, Biokarotten sind gut, Amis sind doof und der Westen ist an allem schuld. Darin sind sich alle einig, von den Katholiken bis zu den Anthroposophen, von „Bravo“ bis „Brigitte“, von arte bis RTL. Wie kam es zu diesem neuen deutschen Konsens? Sind die Achtundsechziger schuld, wie viele Konservative meinen. Michael Miersch sagt nein, der Zeitgeist steht nicht links. Er ist der direkte Nachkomme der Blumenkinder.

