Dirk Maxeiner 15.05.2008 09:52 +Feedback
Der alltägliche Wahnsinn (1)
In lockerer Folge ab heute kurze Alltagsbeobachtungen von Maxeiner & Miersch. Diesmal geht es im Vorgriff auf die Urlaubszeit um das Hotel-Buffet: “In der Landwirtschaft und im Tierlabor nennt man diese Art der Fütterung „ad libitum“, es darf so viel verzehrt werden wie es beliebt. Das spart Arbeitskräfte, kann bei den Tieren jedoch zu erhöhter Nahrungsaufnahme und Verfettung führen. Ein Effekt, der in den Urlaubsparadiesen zum einem ewigen Kampf zwischen den Köchen auf der einen, und Sporttrainern, Fitnessberatern und Animateuren auf der anderen Seite führt. Das Verhalten der Gäste bei ad-libitum-Fütterung ist mitunter mindestens so interessant wie die Vielfalt der dargebotenen Speisen. Verhaltensforscher können die archaischen Muster der menschlichen Nahrungsbeschaffung studieren. So lässt sich bei vielen verheirateten Paaren und Eltern, eine genetisch offenbar vorprogrammierte Vorgehensweise beobachten: Während das Männchen auf Beutezug schreitet, sichert das Weibchen den Lagerplatz und bewacht die Brut. Kehrt das Männchen zurück, schwärmt das Weibchen aus und legt zusätzliche Vorräte an. Gleich zu Beginn werden in der Regel süße Nachspeisen gehortet, weil alle Jäger und Sammler Angst haben, diese könnten gegen Ende ausgehen. Und da alle befürchten zu kurz zu kommen, gehen die Nachspeisen tatsächlich aus - und zwar gleich zu Anfang.” Wer mehr davon lesen will findet die geballte Ladung in diesem Buch.
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Kategorie(n): Kultur

