Fundstück 19.09.2012 17:54 +Feedback
“Das Problem ist nicht die Provokation, sondern die Befindlichkeit der Provozierten”
Die arabische Revolution des vergangenen Jahres hat die Sonnenseite des Internets gezeigt und der Mohammed-Film steht nun für dessen Schattenseite. Wenn Islamisten die Schattenseite stört, sollten sie versuchen, ein islamisches Facebook, ein islamisches Google und ein islamisches Youtube zu erfinden, die nur noch leuchten und die Sonnenseite repräsentieren. Vielleicht liegt hier eigentlich einer der Gründe für den Hass gegen den Westen. Ein Minderwertigkeitskomplex, der durch eine Art moralischer Überlegenheit kompensiert werden soll. http://www.cicero.de/weltbuehne/mohammed-video-abdel-samad-das-problem-ist-nicht-die-provokation-sondern-die-befindlichkeit-der-provozierten/51919
Siehe auch:
Qasim Abduh, ein Sprecher der Union leicht reizbarer Fanatiker (UlrF), forderte heute den Westen auf: “Liebe Ungläubige, bitte veröffentlicht nicht so viele Mohammed-Schmähungen auf einmal. Wir sind auch nur Menschen und schaffen es einfach nicht, unseren heiligen Zorn kontinuierlich und über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten. Übrigens: Tod euch!” http://www.der-postillon.com/2012/09/erschopfte-islamisten-bitten-darum.html
Freitag soll ein “Tag des Ausdrucks der Liebe für den Propheten” werden, erklärte Pakistans Innenminister Rehman Malik am Mittwoch vor Journalisten. Das habe das pakistanische Kabinett nach einer Diskussion über den Film “Die Unschuld der Muslime” beschlossen. Der Film beleidige alle Muslime, und daher müsse man reagieren. http://www.spiegel.de/politik/ausland/pakistan-erklaert-freitag-zum-urlaubstag-des-propheten-a-856829.html#ref=rss
Die Karikaturen seien nicht provozierender als sonst, sagte Charb, und rechtfertigte die Veröffentlichung der kritischen Zeichnungen: «Manchmal bilden wir Mohammed ab – wie wir es schon seit 20 Jahren tun.» Und weiter sagt der Journalist: «Sie fürchten sich vor dem Gesetz Gottes, wir fürchten uns höchstens vor den Gesetzen der Republik», ergänzte der französische Satiriker. «Wenn man uns erst sagt, dass wir Mohammed nicht abbilden dürfen, dürfen wir irgendwann keine Muslime mehr zeichnen. Was kommt als Nächstes? Schweine, Hunde? Menschen?
http://bazonline.ch/ausland/europa/Irgendwann-werden-wir-dann-16-leere-Seiten-verkaufen/story/24522252
http://www.20min.ch/ausland/dossier/islam/story/Magazin-zeigt-Mohammed-Karikatur-15291284
http://www.spiegel.de/politik/ausland/charlie-hebdo-chefredakteur-rechtfertigt-neue-mohammed-karikaturen-a-856804.html#ref=rss
Der Chefredakteur von “Charlie Hebdo”, Stephane Charbonnier, der sich als Zeichner Charb nennt, erklärt nun im Editorial des Blattes: “Zeichne einen glorreichen Mohammed, und Du stirbst, zeichne einen lustigen Mohammed, und Du stirbst. (...) “Die Freiheit, uns ohne Zurückhaltung über alles lustig zu machen, gibt uns bereits das Gesetz. Die systematische Gewalt der Extremisten gibt sie uns erst recht. Danke an die Idiotenbande.” http://www.welt.de/politik/ausland/article109332594/Zeichne-einen-lustigen-Mohammed-und-du-stirbst.html
Der Crash der Kulturen, als Rushdie wegen seines Romans von Ajatollah Chomeini mit einer Fatwa belegt und Kopfgeld auf ihn ausgesetzt wurde, ereignete sich vor 23 Jahren – also vor Verbreitung des World Wide Web. Am Montag erschien Rushdies Autobiografie, in der er beschreibt, wie er damals aus den analogen Medien von Toten bei „Rushdie-Demos“ in fernen Ländern erfuhr; auch sein japanischer Übersetzer fiel den Anschlägen zum Opfer. http://www.tagesspiegel.de/meinung/debatte-um-anti-islam-video-argumente-statt-attentate/7149976.html
Der Vorsitzende des repräsentativen Rates der jüdischen Institutionen in Frankreich, Richard Prasquier, nannte die Veröffentlichung der Karikaturen “eine verantwortungslose Torheit” und eine “Missachtung der Toten”, der Ausschreitungen der vergangenen Woche. Der Pariser Kardinal André Vingt-Trois befürchtet, die Veröffentlichung könne aufs Neue viele Muslime in ihrem Glauben verletzen und dazu verleiten, ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen. Man dürfe unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit nicht jeden Unsinn publizieren. http://www.welt.de/politik/ausland/article109332594/Zeichne-einen-lustigen-Mohammed-und-du-stirbst.html
“Die ganzen Massen, die da auf die Straße gegangen sind, die haben den Film auch alle nicht gesehen, glauben aber, dass ein solcher Film zugelassen wird durch die deutsche Regierung, weil sie es auch aus ihrem eigenen Staat nicht anders kennen”, sagte Hildebrandt auf WDR5. “Hier prallen Kulturen aufeinander und das ist ganz besonders gefährlich, weil dieses Missverständnis nicht aufgelöst werden kann”, so der Kaberettist, “der Film überschreitet Grenzen und das kann man verbieten.” http://www.wdr5.de/sendungen/morgenecho/s/d/19.09.2012-06.05/b/proteste-hetze-und-videos-wo-sind-die-grenzen.html
Frankreichs Regierung sorgt sich um seine diplomatischen Vertretungen. Nach der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen durch eine französische Satire-Zeitung hat Paris die Sicherheitsvorkehrungen für seine Botschaften im Ausland verstärkt. Am Freitag sollen die französischen Botschaften und Schulen in rund 20 Ländern geschlossen bleiben. Besondere Sicherheitsmaßnahmen gelten überall dort, wo die Veröffentlichung zu Problemen führen könne, sagte Außenminister Laurent Fabius dem Sender France Info. Einzelne Staaten nannte er nicht. Es sei nicht “intelligent” gewesen, zum jetzigen Zeitpunkt “Öl ins Feuer zu gießen”, kritisierte Fabius das Blatt. “Mir macht das große Sorgen.” http://www.spiegel.de/politik/ausland/mohammed-karikaturen-frankreich-sichert-seine-botschaften-a-856683.html
Die Ursachen für die Tumulte liegen woanders. Sie waren keinesfalls spontan und gehorchten nicht gekränkten Sensibilitäten, sondern einem schon oft erfolgreich inszenierten Drehbuch. Das Filmchen soll ein Jahr lang un bemerkt in der virtuellen Welt des Internets existiert haben, bevor es im vorigen Monat von einem salafistischen Fernsehsender in Ägypten ausgestrahlt wurde. Garniert mit antiamerikanischen Tiraden diente es dazu, die Gefolgschaft aufzuheizen und vorzu bereiten auf den Botschaftssturm, der auf den 11. September, den Jahrestag der Anschläge in Amerika, geplant war. http://bazonline.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Die-kuenstlichen-Wutanfaelle/story/18187146
Permanenter Link | Druckversion
Kategorie(n): Inland

