Marko Martin 12.03.2010 10:06 +Feedback
Bunter Spott nach Athen
Zu vorschnell geurteilt, denn die meisten griechischen Zyprioten trumpfen inzwischen in ganz andere Richtung auf und zwar gegenüber Athen. Die ewig verquickte Hassliebe zum “Mutterland” hat sich nämlich in diesen Tagen in veritablen Spott über die endemische Faulheit und Korruption der innovationsfeindlichen Vettern verwandelt - und zu einem überraschenden Lobpreis der bis 1960 anwesenden britischen Kolonialmacht. Das intakte Rechts- und Steuersystem, die gute Infrastruktur (von den auf Druck der mächtigen Taxi-Lobby sträflich unterentwickelten öffentlichen Verkehrsmitteln schweigt man indessen lieber), die geistige Flexibilität und anglikanische Arbeitsethik - es scheint im Moment nur wenig zu geben, was der nach wie vor wirtschaftlich stabile Südteil der Insel nicht generös dem positiven Erbe kolonialer “Entfremdung” zuschreiben würde. http://www.welt.de/die-welt/kultur/article6738712/Bunter-Spott-nach-Athen.html
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Kategorie(n): Ausland


