Fundstück 08.01.2012 15:25 +Feedback
Assads kleiner Helfer
Todenhöfer über leere Krankenhäuser:
In den vier Wochen, die ich im Juni und im November in Syrien verbrachte, habe ich so viele Falschmeldungen erlebt, dass ich ein Buch darüber schreiben könnte. An einem Novembertag, an dem al-Dschasira mehrfach fünf zivile Todesopfer in Homs, der Hochburg der Revolution, gemeldet hatte, besuchte ich das dortige Zentralkrankenhaus. Doch von Todesopfern oder Verwundeten war den Ärzten an diesem Tag nichts bekannt. Auch nicht aus anderen Krankenhäusern. http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/36803/3/1Mehr
Die Opposition über leere Krankenhäuser:
Syriens Krankenhäuser sind für Regimegegner keine Zuflucht, sondern eine Gefahr. »Du kommst mit einer Kugel im Bein rein«, sagte in Damaskus ein oppositioneller Mediziner, »und mit einer Kugel im Kopf kommst du raus.« Denn nachts kommen die Männer vom Geheimdienst an die Betten. Überall im Land haben Ärzte deshalb Untergrund-Strukturen aufgebaut, es gibt Untergrund-Lazarette in privaten Wohnungen, geheime Apotheken. Um verwundete Aufständische aufzuspüren, hat der Staat die Ausgabe von Blutkonserven und Arzneien gegen Wundstarrkrampf einer zentralen Aufsicht unterzogen. Wenn Ärzte zu viel davon bestellen, fallen sie dem Geheimdienst auf. http://www.zeit.de/2011/35/DOS-Syrien/seite-3
Todenhöfer schon im Juni 2011 über Assad:
Der Einzige, der das Blatt noch wenden kann, ist Baschar al-Assad. Er muss sich an die Spitze der Reformbewegung stellen.
http://www.zeit.de/2011/24/Syrien-Reise/komplettansicht
Gleiche Meinung noch heute:
Es gäbe Alternativen zum blutigen, barbarischen Elend der Revolution: wenn sich die bedrohten arabischen Herrscher an die Spitze der Demokratiebewegung stellten und eine Revolution von oben wagten. Die Könige von Saudi-Arabien, Marokko oder Jordanien, ja sogar der syrische Präsident Baschar al-Assad. http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/36803/3/1Mehr
Ein syrischer Autor damals zu Todenhöfer:
Ein Bericht aber hat mich schockiert und geärgert: Der deutsche Autor Jürgen Todenhöfer konnte nach Daraa reisen: Er wurde bei seinem Besuch bereits in Damaskus vom Geheimdienst begleitet und manipuliert, doch schien er dies nicht zu bemerken. Er fragte sich nicht einmal, warum er die Kontrollpunkte auf der Strasse nach Daraa so einfach passieren konnte, wo doch sonst Ausländern jeglicher Zugang verwehrt wird. Von Daraa selbst wusste er nichts zu berichten, als dass er billige Kirschen kaufen konnte und einem Geheimdienstchef tief in die Augen geschaut hat. Makaber wirkte das auf die Leser, die am selben Tag sahen und hörten wie die Geheimdienste in mehreren Städten vom Helikoptern auf die Demonstranten schossen. Das syrische Regime hätte keine bessere Propaganda wünschen können. http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/rafik_schami_interview_1.11071835.html
Qielle:
http://arprin.wordpress.com/2012/01/07/er-wird-zum-mittater/
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Kategorie(n): Ausland


