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  08.06.2010   13:38   +Feedback

Am Arsch vorbei

Cora Stephan hat an dieser Stelle meinen Freund und Kollegen Gerhard Spörl zitiert, der im SPIEGEL von dieser Woche behauptet, “dass sich skandinavische Intellektuelle an den Ungerechtigkeiten der Welt weit mehr stören als ihre Kollegen im übrigen Europa”. Cora ist anderer Meinung, aber ich finde, dass Gerhard richtig liegt, wenn auch anders als er es meint. Tatsächlich stören sich skandinavische Intellektuelle an den Ungerechtigkeiten der Welt, weswegen sie jede Petition gegen den Kolonialismus unterschreiben, während ihnen die Ungerechtigkeiten vor der eigenen Tür an ihrem intellektuellen Arsch vorbeigehen. Deswegen fiel ihre Solidarität mit Kurt Westergaard - sagen wir es höflich - sehr verhalten aus. Und was derzeit in Malmö passiert, bekommen sie gar nicht mit, weil sie immerzu in die Ferne schauen müssen, um ja keine Ungerechtigkeit, die in der Welt passiert, zu verpassen. Obwohl - das stimmt auch nicht. Oder wann haben wir zuletzt von skandinavischen Intellektuellen gehört, die sich an den Zuständen in Nordkorea oder Simbabwe gestört hätten? Muss schon sehr lange her sein. Und übrigens: Der Mord an Olof Palme ist noch immer nicht wirklich aufgeklärt.
Wozu in die Ferne schweifen, schau, das Böse liegt so nah!

Siehe auch:
Bruce Bawer: While Europe slept
http://www.amazon.co.uk/While-Europe-Slept-Radical-Destroying/dp/0767920058

(Henryk M. Broder)


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