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  18.05.2011   00:08   +Feedback

Alles ist immer da. Also machen wir’s mal ein bisschen kaputt

Von Michael Maak

Ein Problem in Deutschland ist, dass von all diesen Dummschwätzerinnen, die in klerikalem Singsang für eine bescheidene, geerdete und nachhaltige Zukunft plädieren, noch nie jemand an einem Ort war, an dem das Geld verdient und damit der Wohlstand generiert wird. Und da Ingenieure nun mal nicht die eloquentesten sind, werden sie von solchen Labertaschen, die spätestens im dritten Semster bei Thermodynamik intellektuell gnadenlos abgesoffen wären, an die Wand gesülzt.

Es geht in der Wirtschaft ganz brutal darum, der Beste zu sein, die besten Einspritzpumpen, die besten Düngemittel, die besten Motoren herzustellen, damit ein Chinese, ein Australier oder ein Amerikaner dieses Zeug auch kauft und dafür bezahlt. Ich vermute mal, dass Frau Göring-Ekkhard von diesen Kapitalisten-Betrieben, die ja angeblich nur auf Gewinn aus sind, und von denen Hunderttausende von Arbeitsplätzen abhängen, nicht wirklich etwas wissen will.

Mit dem harten Kampf um Qualität und um Kunden, den man nur mit Wissen, Arbeit, Ehrgeiz und Anstrengung gewinnt, will sie sich vermutlich nicht beschäftigen. Warum reichen denn nicht auch ganz einfache Pumpen, primitivere Motoren, altmodische Pharma-Produkte, warum muss das immer die Jagd nach Neuem sein? Der Chinese kauft doch bestimmt auch gerne bescheidenes Zeug vom Grabbeltisch als diese entfremdeten, neumodischen High-Tech-Produkte. Man kann doch auch ganz bescheiden zu Hause sitzen am Kaminfeuer und diesen ganzen hässlichen Wohlstands-Zirkus nicht mitmachen.

Bis man eine neue Hüfte, lsolierfenster oder eine Zahnbehandlung braucht. Dann soll aber schon alles verfügbar sein, ein OP mit Klimaanlage, Bakterienschleuse, High-Tech-Plastik mit Nano-Partikeln, ein Kernspin, ein Arzt, der nicht mit dem Schlachtermesser kommt und überhaupt alles auf dem neuesten Stand. Danach kann man ja wieder in sein gemütliches und bescheidenes Heim zurückkehren.

Die Verlogenheit dieser Provinz-Politiker ist nicht mehr zu überbieten. Das Niveau ist knapp über dem Sandkasten, der kokette Kinderblick auf die Welt ("Warum machen wir nicht alles mal einfach ganz anders?") wird am Ende noch für Weisheit gehalten.  Was da aus dieser Dame spricht, ist ein bodenloses Luxusproblem: ich habe ja alles und alles ist immer da. Also machen wir’s mal ein bisschen kaputt. 

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Kategorie(n): Wirtschaft 

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