Burkhard Müller-Ullrich 05.09.2010 23:08 +Feedback
Diskurslogik
Wenn irgendjemand irgendeine Behauptung aufstellt, dann können sich zwei unterschiedliche Debatten daran anschließen; bei der einen geht es darum, ob die Behauptung stimmt, bei der anderen, was daraus folgt und aufgrund welcher Motive die Behauptung aufgestellt wurde. Im einen Fall geht es um Wahrheit, im anderen um Wirkung. Die beiden Gebiete können sich zwar berühren, aber sie müssen es nicht. Deshalb gehört es zu den Grundregeln der Diskurslogik, daß man Wahrheit und Wirkung nicht vermischt, sondern getrennt betrachtet.
Diskurslogik ist etwas, das man im Alltagsleben ständig braucht. Denn als hochkomplexe Wesen in einer hochkomplexen Welt laufen wir ständig Gefahr, peinliche, ärgerliche oder gefährliche Mißverständnisse zu produzieren. Die Eskalation eines Ehekrachs ist meist ein ohrenbetäubendes Beispiel für den Zusammenbruch der Diskurslogik; da paßt kein Argument aufs andere, sondern unter dem Druck der Emotionen suhlt sich jeder in der Sinnlosigkeit seiner Beschimpfungen.
Systematische Sinnlosigkeit kennzeichnet auch zunehmend die …
Kompletter Artikel: permanenter Link | Druckversion
Kategorie(n): Inland







