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Beiträge von  

  21.10.2014   11:45   Leserkommentare (5)

Immer diese Jugendlichen!

Das vergangene Wochenende war im Norden wunderschön, wettermäßig. „Und es war Sommer – Hamburg genoss rekordverdächtigen Traumtag“ jubelte die „Hamburger Morgenpost“ am 20. Oktober über ihre ganze Seite 7. Ein Foto zeigte Kerstin (28), Julia (27) und Christina (28), die mit Hund Lui „nach einer Partynacht die Herbstsonne am Elbstrand genießen“. War sonst noch was los an diesem Wochenende in der hanseatischen Spaß-Metropole? Nun ja, da gab es diese Marginalie, auf Seite 9 zwischen Lufthansa-Streik und Ebola gequetscht, Überschrift: „Jugendliche verprügeln Mann“. Was hatten Lennart, Torsten, Max, Maik und Malte denn da wieder angestellt?

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Kategorie(n): Bunte Welt 

  16.10.2014   13:08   Leserkommentare (12)

Fräck ju, Panorama!

Im öffentlich-rechtlichen Bezahlfernsehen geschah unlängst Unerhörtes. Zwei Politmagazine, zwischen die ideologisch normalerweise keine Telefonbuchseite passt, kabbelten sich über das so genannte Fracking. Beim Fracking handelt es sich um eine in den USA weit fortgeschrittene Technologie der Schiefergasgewinnung aus großen Tiefen. Sie hat dafür gesorgt, zusammen mit anderen Umständen, dass trotz des Chaos im Nahen Osten und in der Ukraine Öl und Gas derzeit nicht teurer, sondern etwas billiger werden. Daher gibt es gegen das Fracking erbitterten Widerstand aus der grünen Szene. In Deutschland, wo seit 1961 in geringem Umfang gefrackt wird, wollen Energiefirmen jetzt größere Gasmengen fördern. Das geht natürlich gar nicht.

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Kategorie(n): Wirtschaft 

  14.10.2014   10:16   Leserkommentare (2)

Ein Bild sagt mehr als tausend Tote

...sofern es sensibel kommentiert wird. Das Bild: Ein beeindruckendes Doppelseitenfoto in einem deutschen Magazin*, aufgenommen aus der Vogelperspektive. Es zeigt sehr viele gläubige Menschen bei der Feier ihres höchsten Festes. Der Kommentar dazu schließt mit einem Satz für die Ewigkeit: „All dies ist eigentlich eine Demonstration der Frömmigkeit der Pilger und der Größe ihrer friedlichen Religion“.

Und jetzt raten Sie mal, was das Foto zeigt:

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Kategorie(n): Kultur 

  11.10.2014   11:16   Leserkommentare (3)

„August-Erlebnis“. Ende einer Legende

Aber anfangs haben alle den Krieg bejubelt, besonders in Deutschland, oder? Wenn es um den Beginn des Ersten Weltkrieges geht, fallen uns Bilder aus Schulbüchern oder Fernsehdokumentationen ein. Fotos von Männern, die auf Plätzen und in Parks wie besoffen Hüte in die Luft werfen und Gazetten mit der Kriegserklärung schwenken. Andere Fotos zeigen lachende junge Soldaten, die vor Eisenbahnwaggons posieren. Auf den Waggons die Kreideparole: „Nach Paris!“ Was die Bilder in ihrer Zeit erzeugten und was sie noch immer nähren: Die scheinbare Gewissheit, der Kriegsausbruch im August 1914 sei von den allermeisten Deutschen herbeigesehnt worden. Wie eine Erlösung sei er über die Menschen gekommen. Viele hätten ein (später von Intellektuellen so getauftes) „Augusterlebnis“ gehabt, eine Art patriotischen Kick.

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Kategorie(n): Kultur 

  10.10.2014   00:39   Leserkommentare (3)

Visionen fetzen nicht

„Frösche petzen nicht“ ist eine wirre Krimikomödie von 2010 aus dem Nachlass der gewesenen NDR-Fernsehfilmchefin Doris J. Heinze, die 2012 wegen Bestechlichkeit, Betrug und Untreue zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Gestern lief der Streifen im NDR. Es geht darin unter anderem um ein visionäres Wüstenstromprojekt („Wir verändern die Welt, und zwar grundlegend“), welches „große Energiekonzerne“ verhindern wollen. Nun kann man im fiktionalen Bereich jedweden Schwachsinn produzieren. Bloß sollte man den Mist nicht ausgerechnet ausstrahlen, wenn am Vortag die Wirtschaftsmedien meldeten, dass „Desertec“, die realschwachsinnige Vorlage für den Plot, an der sich auch megaschwachsinnige deutsche Energie- und Industriekonzerne beteiligt hatten, just in den allerletzten Zügen liegt. Aber kann man von einer Anstalt...

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Kategorie(n): Kultur 

  08.10.2014   00:46   Leserkommentare (1)

Siegfried Lenz, 1926 - 2014

Man kann zum Tod von Siegfried Lenz ahnungslose Zeilen ins Netz stellen („Er war ein Meister der humorvollen Erzählung“, stern.de) oder ihn, wie im ZDF, feuilletonmäßig getragener, als „Geschichtenerzähler“ würdigen (gerade so, als würden normalsterbliche Schriftsteller niemals Geschichten erzählen wollen, da haben wir Victor Hugo und andere wohl falsch eingeschätzt) - jedenfalls ist das Echo auf die große Leiche fürchterlich. Warum sagt denn keiner, der Lenz als Schullektüre erdulden musste, dass dieser hoch sympathische, allzeit druckreif sprechende, immerfort gute, in seiner gusseisernen Bescheidenheit aber auch etwas anstrengende Mensch von Hamburg-Othmarschen hauptsächlich sozialdemokratische Thesen verbreitet hat, die er, na klar, mit mehr oder weniger plausiblen Geschichten illustrierte? Und warum wollten wir Jungspunde, sagen wir mal ab 1968, alles Mögliche lesen, bloß nicht diesen Lenz? Lenz war was für Leute, die ein „Zeit“-Abo gezeichnet hatten.

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Kategorie(n): Kultur 

  06.10.2014   22:49   Leserkommentare (6)

Die Wolke. Pausewang reloaded

Fast sah es danach aus, islamistischen Terrorbrigaden sei ein Giftgasanschlag auf die Hansestadt geglückt. Ende letzter Woche liefen in Hamburg die Notruftelefone heiß. Eine große Rauchwolke hatte sich an einem warmen Spätsommerabend über einige hafennahe Quartiere gelegt. Aufgeregte Anwohner meldeten Ruß auf ihren Fensterscheiben und Gartenmöbeln. Wirte von Lokalitäten an der Elbe beklagten, manche in der Außengastronomie servierte Speisen und Getränke seien durch Rußpartikel ungenießbar geworden. In einem Krankenhaus schlugen Feuermelder an. Und beim „Hamburger Abendblatt“ war was los! Dann Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr mit tatütata, das ganze Programm. Was war geschehen?

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Kategorie(n): Wirtschaft 

  27.09.2014   11:52   Leserkommentare (2)

Udo Jürgens, 80

1970 war das Jahr, in dem sich die Beatles trennten und Elvis anfing, fett zu werden. Die Doors hatten ihre besten Zeiten hinter, Joe Cocker die seinen vor sich. Die anfangs heftig bekreischten Searchers waren längst Geschichte, auch viele andere Beat-Gruppen und Solo-Acts, welche seit den frühen Sechzigern den Musikmarkt aufgemischt hatten, etwa die Small Faces. In jenem Jahr klebten an den Litfaßsäulen der Bundesrepublik Plakate für die Konzerttournee „Udo ´70“, Nachname erübrigte sich. Es gab nur einen Udo. Jeder kannte seine Hits. „Warum nur, warum?“ „17 Jahr’, blondes Haar.“ „Mercie, Chérie.“ Aber, lag das nicht vier, fünf Jahre oder länger zurück, in grauer Schnulzenvergangenheit? Udo ´70? Was haben wir gelacht!

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Kategorie(n): Kultur