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Beiträge von  

28.07.2007   11:02

Eine Stimme, die zu selten gehört wird: Walter Kempowski

Achse-Leser Urs Schmidlin hat mich auf dieses wunderbare Interview mit Walter Kempowski in der „Weltwoche“ aufmerksam gemacht.

http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=16974&CategoryID=62

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25.07.2007   22:38

Der Tod der Anderen

Gestern habe ich meinen Haftkameraden und Freund Charly ins Klinikum Erfurt gebracht.
Siebzehn Jahre DDR-Knast, das erste mal 1969 mit 16, weil er die Rolling Stones life erleben wollte, auf dem Dach des Springer-Hochhauses, das damals als einsamer Fels direkt neben der tödlichen Mauer stand. Er wurde wie viele andere Jugendliche verhaftet, später als so genannter Rückfall-Täter zu immer höheren Strafen verurteilt. Charly wollte sich nie unterkriegen lassen. Im Knast hat er bis zu tausend Liegestütze pro Tag gemacht und ist die Treppe auf Händen hoch gelaufen. Er hat sieben Jahre Einzelhaft als „Besserungsunwilliger“
überlebt, zwei Lungenrisse, verursacht durch Misshandlungen, lag tagelang unbehandelt in einem Keller, durch dessen Fenster er dienstags den Leichenwagen der Haftanstalt die Toten der Woche abtransportieren sah, wog am Ende dieser Tortour als 1,87m- Mann nur noch 48 Kilo. Walter Kempowski wollte über Charly schreiben. Aber Charly dachte, das könne er irgendwann …

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25.07.2007   11:26

Rin in die Kartoffeln,raus aus den Kartoffeln

Gestern hat das Kabinett die von Landwirtschaftsminister Horst Seehofer in einjähriger Verhandlung mit der SPD-Fraktion entwickelten neuen Regeln für Landwirte gebilligt,
die den Umgang mit gentechnisch veränderten Pflanzen festlegt. Mit Annahme dieses Entwurfes ist nicht nur Bundeskanzlerin Merkel mit ihrem Wunsch gescheitert, den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen in Deutschland zu erleichtern, er widerspricht auch den „Weimarer Innovationsrichtlinien, die von der SPD Anfang diesen Jahres verabschiedet wurden, um ein forschungsfreundliches Klima in Deutschland zu schaffen. Last not least hebeln die Regeln die Eu-Freisetzungsrichtlinien von 2001 aus und die erst Anfang letzter Woche von Seehofer mit beschlossene Zulassung des Anbaus von gentechnisch veränderten Kartoffeln. Indem künftig ein Abstand von 300m zu von Ökolandbauern bewirtschafteten Feldern eingehalten werden muss, zu konventionell bestellten Feldern immerhin noch 150m,wird nach Einschätzung von Experten der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen enorm erschwert. Darüber hinaus soll eine Standortkartei aller Gentechnik-Felder erstellt und teilweise öffentlich gemacht werden. …

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22.07.2007   14:00

Sonntagslektüre

Licht und Schatten in der heutigen Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: neben einer weiteren Verklärung der RAF-Terroristen, diesmal von FAZ-Feuilleton-Redakteur Lorenz Jäger, kommen auch ein Verteidiger der Freiheit ,Wolfgang Sofsky, und ein Kritiker der neuen deutschen Kernkrafthysterie, Winand von Petersdorff, zu Wort. Arbeiten wir uns der Reihe nach vom Dunkeln ins Licht vor.

Nachdem wir aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung schon erfahren mussten, was wir nie über den Terroristen Klar und seine Schulzeit wissen wollten, werden uns in der heutigen Ausgabe, die Rädelsführer der RAF im Artikel „Revoluzzer auf dem Drahtseil“ menschlich nahe gebracht. Brandstifterin Ensslin, war, so des Autors schwärmerische Erinnerung, „gerade in der körperlichen, wie der inneren Haltung“, die überall „auch bei den städtischen Ämtern , mit Respekt behandelt wurde“ Und der Mörder Baader war, „der faszinierendste Mann“, dem der Autor bis dahin begegnet war.  Die Faszination scheint bis heute anzuhalten, denn dem Autor fällt nur Gutes zu …

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10.07.2007   11:00

Lafontaine: wenn es die Linke nicht gäbe, hätten die Rechtsextremen mehr Stimmen

Da spricht der Co- Vorsitzende der Linkspartei eine Wahrheit gelassen aus. Nur beantwortet er die Frage nicht, wieso rechtsextreme populistische Forderungen weniger gefährlich sind,
wenn sie von links vorgetragen werden. Dazu gehört die Frage des „Systemwechsels“, den die Linke anstrebt. Der Begriff steht in einer üblen Tradition, denn ein Systemwechsel war es, was die NSDAP in der Weimarer Republik wollte.  Den hat sie bekommen. Die Frage, wie ein „Systemwechsel“ heute aussehen soll, lassen Lafontaine und Bisky im Nebulösen. Klar ist allerdings, dass die Linke, die mit dem Personal von 1990 antritt, nur Ideen aus der sozialistischen Mottenkiste bietet, die in der Praxis bereits gescheitert sind. Jetzt rächt es sich, dass der wirtschaftliche Zusammenbruch der DDR und seine Ursachen nie Gegenstand einer offenen Debatte war, weil seine Folgen mit Steuermilliarden aufgefangen und damit nicht deutlich spürbar geworden sind.

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10.07.2007   10:30

Freiheit, die Lafontaine meint

Der FAZ sei dank, haben wir doch seit gestern eine aufschlussreiche Kurzfassung des Gedankengutes der Linken. Gleich am Anfang macht L. klar, dass die Linke trotz des jämmerlich gescheiterten Realsozialismus als „Gegenentwurf zum kapitalistischen System“ immer noch den Sozialismus sieht, diesmal den „demokratischen“ Seit der Aufklärung sei die Utopie der Linken eine „Weltgemeinschaft der Freien und Gleichen“ Die gewaltsame Umsetzung dieser Utopie, die Millionen Tote forderte, entsorgt L. mit der Behauptung, die „sozialistischen Staaten des Ostens“ seien weder sozialistisch ,noch demokratisch gewesen . So gedenkt sich die Linke aus der Verantwortung für ihre Geschichte zu stehlen. Hat sie wenigstens etwas daraus gelernt ? Schwerlich, denn L., der „Freiheit durch Sozialismus“ herstellen will, zitiert ausgerechnet den geistigen Vorläufer des Realsozialismus Rousseau, der behauptet, es sei „Die Freiheit, die unterdrückt, und das Gesetz, das befreit“ Welche Gesetzte hat der geistige Nachfahr von Rousseau, L. im Auge, um das „Übel bei der …

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09.07.2007   08:48

Merkel und das Moralisieren

Die Kanzlerin hat gestern anlässlich eines Festaktes zum 60-jährigen Bestehen der Evangelischen Akademie Tutzing den Klimaschutz zur „ zutiefst moralischen Frage“ erklärt. Damit versucht die Naturwissenschaftlerin jeden wissenschaftlichen Hinweis auf die Tatsache, dass die Luft CO² im Verhältnis von ca 1:3000, d.h. zu 0,038% enthält und der CO²-Gehalt mit dem Klima schwankt, auszuhebeln. Wer künftig Zweifel an der Zweckmäßigkeit der Klimaschutzmassnahmen äußert, kann mit den Worten der Kanzlerin als unmoralisch gebranntmarkt werden. Keine guten aussichten für eine offenen Diskussion. Es wird immer offensichtlicher, dass die Politiker mit dem Klimaschutz das perfekte Herrschaftsinstrument entdeckt haben. Selbst der Kommunismus musste sich an der schäbigen Realität messen lassen. Erfolg oder Misserfolg beim Klimaschutz sind dagegen unüberprüfbar. Väterchen Stalin würde blass vor Neid, wenn er noch erfahren könnte wie schöpferisch sein Gedanke von der Beherrschbarkeit der Natur durch den Menschen weiterentwickelt wurde. Klimawadel durch politischen Beschluss –und die Rockstars trällern ihre Liedchen dazu. …

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03.07.2007   11:15

Aufruf gegen die Stiftung Aufarbeitung des SED-Unrechts

Zahlreiche namhafte Bürgerrechtler, Schriftsteller, Publizisten und Politiker wie Arnulf Baring, Bärbel Bohley ,Ralf Giodarno, Hubertus Knabe, Lutz Rathenow, Erich Loest, Joachim Walther, Michael Wolfsohn, Jörg Schönboom, Leah Rosh, Werner Schulz u.a. protestieren in einem Aufruf gegen die Absicht der Stiftung Aufarbeitung des SED-Unrechts zukünftig mit der Rosa- Luxemburg-Stiftung zu kooperieren.

Eigentlich war es eine gute Idee der Stiftung zur Aufarbeitung des SED-Unrechts, ein Stipendienprogramm „Aufbruch 1989“ zur „umfassenden Aufarbeitung der Ursachen, Geschichte und Folgen der Diktatur in der sowjetischen Besatzungszone in Deutschland und in der DDR“ gemeinsam mit allen großen Stiftungen in Deutschland aufzulegen. Absurd ist allerdings, dass ausgerechnet die PDS- nahe Rosa- Luxemburg-Stiftung an diesem Programm beteiligt werden soll und das hinter dem Rücken bzw. gegen den Protest von Vorstands-, und Stiftungsratsmitgliedern.
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung bot in der Vergangenheit zahlreichen hauptamtlichen und inoffiziellen Mitarbeitern der Staatssicherheit ein Podium und plant solche Veranstaltungen auch in Zukunft. In …

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