Beiträge von Vera Lengsfeld
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17.01.2008 12:30
Heute vor zwanzig Jahren: Massenverhaftungen in der DDR
Im Januar 1988 schien die Fassade der DDR nach außen hin intakt. Die tiefen Risse. im Inneren waren noch nicht zu sehen. Da erschütterte die größte Massenverhaftung der Staatssicherheit seit der Gründung der DDR das scheinbar so brave Land. Die Schockwellen dieses Ereignisses wurden in ganz Europa und sogar in Amerika registriert. Über hundert Menschen wurden innerhalb von zwei Stunden bei dem Versuch, sich in die staatlich organisierte Demonstration zu Ehren der ermordeten Arbeiterführer Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg mit eigenen Plakaten einzureihen, verhaftet. Durch die so genannte Liebknecht- Luxemburg- Affäre erfuhr die Welt, dass es in der DDR überhaupt so etwas wie eine Opposition gab. Dabei hatte sie bereits seit Anfang der achtziger Jahre der Staatsmacht zu schaffen gemacht. Ihre Mitglieder trafen sich in den Räumen der evangelischen Kirche und unternahmen von dort aus in kleinen Gruppen vielfältige Aktionen gegen das SED-Regime . Die ersten Gruppen wurden 1981 in …
09.01.2008 22:44
Mehr Geld für ein krankes System
Seit gestern diskutieren die Medien wieder einmal, wie teuer die so genannte Gesundheitsreform der Großen Koalition wird. Die Ahnungslosigkeit, die dabei von manchen dabei zur Schau gestellt wird, ist wirklich frappierend. So fragte der Moderator einer öffentlich- rechtlichen Nachrichtensendung den geladenen Experten, welche Handlungsmöglichkeiten die Politik denn hätte, um den befürchteten Mehrkosten für Millionen Krankenversicherte zu begegnen. Als wäre diese Reform von einem Tsunami beschert worden und nicht die hässliche Kopfgeburt einer Politik, die sich längst nur noch den Machterhalt und nicht mehr die zu lösenden gesellschaftlichen Probleme im Blick hat.
Zur Erinnerung: Als Oppositionsführerin hatte Bundeskanzlerin Merkel der CDU eine Modernisierung verordnet, zu deren Eckpunkten ein Systemwechsel in der Gesundheitspolitik gehörte.Eine Gesundheitsprämie sollte das alte Umlagesystem ersetzen.
Damit sollte die Lehre aus dem Scheitern der Gesundheitsreform von 2003 gezogen werden, der es nicht gelungen war, das Umlagesystem zukunftsfähig zu machen und die stetigen Beitragserhöhungen zu …
31.12.2007 16:30
2008 - Das Jahr der Bescheuerten
Nachdem sich die Jahresrückblicker in den verschiedenen Medien nicht schlüssig waren, ob das heute vergehende Jahr ein Gutes oder ein Schlechtes gewesen sei, hat mir Hannes Steins Hinweis auf den Artikel über das Recht auf Bescheuertheit die Augen geöffnet.
Das Jahr 2007 war das Jahr der Bescheuerten.
Das ging mit der Knut-o-Manie los. Ein kleiner Eisbär hat die Medien zu Bärenfängern mutieren lassen. Anfang des Jahres hallten die Straßen von den spitzen Entzückensschreien in den Redaktionsstuben wider, wenn es gelang, Knut mit Klobürste ins Blatt zu heben. Diese Begeisterung musste unbedingt politisch instrumentalisiert werden und so bekam Knut, der sich nicht wehren konnte, den Umweltminister Gabriel zum Paten. Die beste Figur machte Knuts Ziehvater und frischgebackener „Berliner des Jahres“ Thomas Dörflein, der beeindruckend demonstrierte, dass ihn der ganze Medienrummel kalt ließ. Er lehnte alle Angebote, in den angesagten Talkshows des Landes über seine Gefühle bei der …
19.12.2007 12:55
Macht Seyran Ates zur Berlinerin des Jahres
Die Abstimmung über den Berliner des Jahres läuft weiter. Seyran Ates ist die Einzige unter den 50 vorgeschlagenen Personen, die wegen Ihrer Zivilchourage nominiert wurde.
Sie hat als Anwältin Musliminnen betreut, die sich von ihren Männern scheiden lassen wollten, weil sie nicht länger bereit waren, in einer arrangierten Ehe zu leben. Ates ist dafür so heftig bedroht worden, dass sie zeitweilig ihre Kanzlei aufgeben musste. In diesem Jahr hat sie ihre Tätigkeit als Anwältin wieder aufgenommen und verdient jede Unterstützung!
Hir können Sie Seyran Ates wählen: http://www.morgenpost.de/misc/50berliner/
17.12.2007 13:05
Die Zersetzungsberichte der Franziska Augstein
Zersetzung war eine beliebte Methode der Staatssicherheit , ungeliebte Andersdenkende zu diskreditieren. Dabei wurden falsche, aber glaubwürdige Behauptungen verbreitet, die geeignet waren, den guten Ruf einer Person oder einer Institution zu ruinieren. Das Frau Augstein die Stasi-Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen ein Dorn im Auge ist, hat sie schon mehrfach in ihren Texten dokumentiert. In welchem Maße ihre Abneigung sie zu Falschdarstellungen verleitet, ist für eine professionelle Journalistin mehr als erstaunlich. Die Gedenkstätte sei immer wieder für „Krawall-Nachrichten“ gut, schreibt Frau Augstein in ihrem Artikel vom 8.12. in der Süddeutschen. Nur, dass es unbelehrbare Stasileute waren, die gegen die Gedenkstätte Krawall geschlagen haben, verschweigt sie. Statt dessen erweckt sie den Eindruck, der Förderverein der Gedenkstätte sei die Ursache der „Kalamitäten“. Um das zu beweisen, wird falsch dargestellt, was das Zeug hält. Worum geht es? Der Förderverein der Gedenkstätte hatte im Sommer beschlossen, einen Preis auszuloben für Persönlichkeiten, die sich um die Aufarbeitung …
17.12.2007 12:55
Macht Seyran Ates zur Berlinerin des Jahres
Die Berliner Morgenpost will wieder einen „Berliner des Jahres“ küren. Unter den 100 Kandidaten befinden sich überwiegend Schauspieler und Menschen, die sich um Obdachlose kümmern. Daneben gibt es nur vier Unternehmer und ein Nobelpreisträger, der sich in der Liste seltsam verloren ausnimmt.
Nur eine Berlinerin hat es durch ihre außerordentliche Zivilcourage unter die Kandidaten gebracht: Seyran Ates, die Anwältin und Frauenrechtlerin, die muslimischen Frauen half und deshalb vielfach bedroht wurde. In diesem Jahr hat sie ihre Kanzlei wieder aufgemacht und setzt ihre Arbeit fort.
Wenn sie zur Berlinerin des Jahres gekürt werden würde, wäre das die beste Unterstützung für diese mutige Frau.
Hier können Sie für Seyran Ates stimmen:
17.12.2007 12:29
Was uns die Mainstream-Medien verschweigen
Achse- Leser Michael Limburg hat mich auf Folgendes aufmerksam gemacht:
Über hundert kritische Wissenschaftler weltweit haben zum Abschluss der Bali-Konferenz einen (http://www.nationalpost.com/news/story.html?id=164002) Brief an UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon in Sachen Klima (http://www.nationalpost.com/news/story.html?id=164004) unterzeichnet.
Hier die deutsche Übersetzung:
12. Dezember 2007
Seine Exzellenz Ban Ki-Moon
Generalsekretär der Vereinten Nationen New York, NY
Vereinigte Staaten von Amerika
Sehr geehrter Herr Generalsekretär,
die UN-Klimakonferenz führt die Welt in die grundsätzlich falsche Richtung.
Es ist nicht möglich, den Klimawandel zu stoppen oder das Ausmaß zu kontrollieren, inwieweit sich unser Planet erwärmt oder abkühlt. Klimawandel ist ein natürliches Phänomen, das die Menschheit in allen Zeiten betroffen hat. Archäologische Zeugnisse, mündliche oder schriftliche Überlieferungen bestätigen alle die dramatischen Herausforderungen, denen vergangene Gesellschaften durch unvorhergesehene Änderungen der Temperatur, Niederschläge, Winde oder anderer Klimavariablen ausgesetzt waren. Wir müssen deshalb …
25.11.2007 20:09
Die vergessenen Erfolge der DDR-Opposition
Heute vor zwanzig Jahren stürmte ein Stasi-Kommando die Kellerräume der Zionskirche in Ostberlin, um endlich einen entscheidenden Schlag gegen die immer stärker und selbstbewusster werdende DDR-Opposition zu führen. Der Schlag misslang. Dabei hatte sie alles so sorgfältig eingefädelt: Seit Jahren hatte der gefürchtete Staatssicherheitsapparat nahezu ohnmächtig zusehen müssen, wie sich die Bürgerrechtsbewegung in den Räumen der Kirche entwickelt hatte. Seit der Gründung der ersten so genannten Friedens-, und Umweltkreise Anfang der achtziger Jahre war die Zahl der Aktiven auf etwa 3000 angestiegen, mit einem Unterstützerumfeld von fast zehnmal so vielen Menschen. Seit einem Jahr erschienen sogar zwei kleine Zeitungen, die „Umweltblätter“ mit dem schützenden Vermerk „Nur für den innerkirchlichen Dienstgebrauch“ versehen und der „Grenzfall“, dessen Redaktion bewusst darauf verzichtete, um zu demonstrieren, dass sich ein kleiner Teil der Opposition entschlossen hatte, ohne den Schutz der Evangelischen Kirche auszukommen.
Mit der Aktion „Falle“ wollte die Stasi zwei Fliegen mit …

