Beiträge von Vera Lengsfeld
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15.12.2011 12:13
Schöner urlauben in der DDR
Es war nicht alles schlecht in der DDR, lautet das Mantra der ewiggestrigen Liebhaber der von Günther Grass so genannten „kommoden Diktatur“. Schließlich gab es Arbeit für alle, Kinderkrippen, fast kostenlose Schulspeisung, subventionierte Kinokarten, billige Mieten und preiswerten Urlaub.
Klingt zu schön, um wahr zu sein. War es auch nicht. Wer heute den DDR-Alltag als Argument dafür ins Feld führt, dass die kleinere deutsche Republik so schlimm nicht gewesen sein kann, ist nur erfolgreich, so lange die Kehrseite dieses Alltags nicht ausreichend untersucht ist.
Thomas Schaufuß hat sich dankenswerterweise daran gemacht, den Mythos vom billigen Urlaub für alle zu enttarnen. Heraus kam eine höchst informative, fundierte Studie über den Sozialurlaub von FDGBs Gnaden.
Schaufuß ist mit einer wissenschaftlichen Gründlichkeit vorgegangen, von der Freiherr zu Guttenberg und andere Kopiermeister jede Menge lernen könnten. Der Käufer kann sicher sein, dass er kein Buch erwirbt, in dem …
15.12.2011 11:14
Heute Abend noch nichts vor und in Berlin?
Heute findet um 19.00 Uhr in der Buchhandlung 89 in der Grünberger Straße eine Lesung mit Thomas Schaufuß statt. Dabei wird der Mythos vom schönen, billigen Urlaub in der DDR enttarnt. Näheres im nächsten Beitrag.
Ich moderiere!
10.12.2011 12:29
Freiheit für Liu Xiaobo
Heute vor einem Jahr wurde dem chinesischen Menschenrechtler Liu Xiaobo in Oslo der Friedensnobelpreis verliehen. Er konnte die Ehrung nicht empfangen, weil er bereits zu 9 Monaten Gefängnis wegen „Untergrabung der Staatsgewalt“ verurteilt war. Angeblich soll Liu gestanden haben, „Gerüchte“ gegen die chinesische Regierung gestreut zu haben. Weder seine Frau, noch ein anderer Beauftragter konnten den Preis für Liu entgegennehmen. Das Regime in Peking verweigerte geschätzten 200 Personen die Ausreise, um zu verhindern, dass ein Oppositioneller an der Nobelpreiszeremonie teilnehmen konnte.
So blieb der Stuhl von Liu Xiaobo leer. Einen vergleichbaren Skandal hat es nur 1936 gegeben, als das Naziregime den deutschen Pazifisten Carl von Ossietzky eine Reise nach Oslo verweigerte. Ossietzky starb bald darauf im Konzentrationslager Sachsenhausen.
Obwohl die elf Monate, zu denen Liu 2009 verurteilt wurde, befindet er sich immer noch in Haft. Seine Frau, die ihn am Tag der Preisverleihung besuchen durfte, steht …
09.12.2011 12:33
Die Ausplünderung der Bundesbank durch europäische Anleihen
Kürzlich hat unser Autor Oliver Marc Hartwich einen Artikel verlinkt, der von der Ausplünderung der Bundesbank durch europäische Anleihen handelt. Für alle Achse-Leser, deren Englisch eventuell nicht ausreicht, um die Brisanz des Textes zu erfassen, hat ihn ein Achse-Leser, übersetzt. Hier ist er:
Euro Krise, Zweiter Akt: Hat die Bundesbank ihr Limit erreicht?
Aaron Tornell, Frank Westerman
6.Dezember 2011
Wenn Sie dachten, die Krise der Eurozone würde in dieser Woche ihr Ende erreichen, so argumentiert diese Kolumne, dass wir kaum das Ende des ersten Aktes erreicht haben.
Der zweite Akt im sich entfaltenden Drama der Eurozone beginnt in dieser Woche, in der die Führer beim europäischen Gipfel Notmaßnamen bekannt geben, um weitere Marktturbulenzen zu verhindern. Warum diese plötzliche Dringlichkeit?
Weil die Bundesbank dabei ist, ihre Kapazität zu erschöpfen, mehr Mittel an gestresste Regierungen zu verleihen .
…
06.12.2011 15:53
Buchvorstellung Roland Jahn
Am Mittwoch Abend um 19.00 Uhr stellt Gerald Praschl sein Buch ”Roland Jahn -Ein Rebell als Behördenchef” in Der Buchhandlung 89, Grünberger Straße in Berlin-Friedrichshain vor. Ich moderiere!
06.12.2011 15:50
Roland Jahn- ein Rebell als Behördenchef
Vom Volksmund wurde die Stasiunterlagenbehörde Gauck-Behörde getauft. Von Gaucks Nachfolgerin Birthler weiß man nur, dass sie alle Kraft darauf konzentrierte, dass die Behörde „Birthler- Behörde“ genannt werden sollte. Der Name hat sich außer bei politisch-korrekten Journalisten nicht durchgesetzt. Eine „Jahn- Behörde“ wird es nicht geben. Dafür ist der neue Amtsinhaber zu bescheiden.
Er konzentrierte von Anfang an seine Kraft darauf, die Fehler seiner Vorgänger zu korrigieren, vor allem den, dass ehemalige Stasioffiziere beschäftigt, später sogar verbeamtet wurden. Für die Verbände der ehemaligen politischen Häftlinge der DDR war das immer ein Skandal, gegen den sie in der Vergangenheit vergeblich Sturm gelaufen sind. Roland Jahn schaffte als Neuling in wenigen Wochen, was vorher nicht mal versucht worden war: dafür zu sorgen, dass niemals mehr ein ehemaliger politisch Verfolgter der DDR beim Empfang der Stasiunterlagenbehörde sein Anliegen einem ehemaligen Stasioffizier vortragen muss. Damit hat er gleich zu Beginn seiner Amtszeit gegen …
06.12.2011 13:13
FDP-Mitgliederentscheid: Vorstand hat Angst vor dem Erfolg von Schäfflers Initiative
Auf dem Mitgliederforen der FDP, die in den letzten Tagen in vielen Städten unseres Landes stattfanden, ist der Trend klar:eine deutliche Mehrheit für den Antrag der Euro- Rebellen um Frank Schäffler. Wie es um den Mitgliederentscheid bestellt ist, bliebt dagegen unklar. In einigen Zeitungen wird bereits berichtet, dass nicht genügend Stimmen abgegeben würden. Aber warum gibt es heute ein Feuerwerk von Statements auf Facebook, die für den Antrag der Parteiführung werben? Christian Lindner scheint sich nicht sicher zu sein und lässt lieber noch mal alles aufbieten um eine Entscheidung zu seinem Gunsten herbeizuführen.
Auch Frank Schäffler, der weder die offizielle FDP-Seite nutzen kann, noch über den Verteiler der Parteiführung verfügt, mobilisiert seine Anhänger . Man kann seine Botschaft hier hören. Achten Sie besonders auf seine Ausführungen zur Inflationsgefahr!
Wer im Raum Stuttgart wohnt, hat die Chance, heute die Diskussion von Schäffler mit Parteichef …
05.12.2011 14:55
Morgengebet - eine isländische Saga
Der große alte Mann der isländischen Literatur Thor Vilhjálmsson gehört hierzulande eher zu den Geheimtipps, obwohl seine Bedeutung kaum zu unterschätzen ist.
Der 1925 geborene Vagabund aus Überzeugung, Reisen war seine bevorzugte Lebensform, war es, der mit seinen zahlreichen Romanen, Erzählungen, Gedichtbänden, Dramen, Reise-, und Kunstbüchern maßgeblich zur Erneuerung der isländischen Literatur nach dem Zweiten Weltkrieg beigetragen hat.
Schon sein erstes Buch, geschrieben während seines Paris- Aufenthalts setzte das Thema, das sich wie ein roter Faden durch sein Werk zieht: „Der Mensch ist immer allein“.
Auch der Held seines letzten Romans „Morgengebet“ Sturla Sighvatsson, ein Mitglied der mächtigen Sturlungen-Familie, die der Sturlunga saga ihren Namen gab, ist allein von Kindesbeinen an. Der Leser begegnet ihm zum ersten mal im Alter von neun Jahren auf einem Berg, hoch über dem väterlichen Anwesen. Von Beginn an wird man in die magische, von archaischen Gespenstern und Erscheinungen …


