Beiträge von Vera Lengsfeld
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06.02.2008 23:31
Unbedingt sehen: Unsere Erde
Gestern fand in Berlin die Premiere der deutsch-britischen Ko-Produktion des Filmes „Unsere Erde“ statt. Der Film wurde innerhalb von fünf Jahren in 26 Ländern der Erde gedreht. Die Idee war, einmal rundherum, vom Nordpol bis zum Südpol das Leben von Flora und Fauna zu zeigen. Die Aufnahmen sind sensationell . Ob das erstmalige Auftauchen kleiner Eisbären aus ihrer Geburtshöhle, der Jungfernflug von Wachtelentenküken in der Taiga, die endlosen Wanderungen von Tierherden mit ihren Jungen, das Jagdverhalten von Wölfen, Löwen und Luchsen: der Zuschauer ist hautnah dabei, mitten in der Herde, Auge in Auge mit den Raubtieren. Es wäre der beste Naturfilm aller Zeiten geworden, wenn sich die Filmemacher nicht kurzfristig entschieden hätten, aus ihrem Werk die deutsch-britische Antwort auf Al Gore zu machen. So wurde aus der einmaligen Hommage unseres überwältigend schönen Planeten ein Agitationskrüppel. Am Anfang wurden den Eisbärenbildern ein paar warnende Bemerkungen über die schmelzende Eisdecke der Arktis …
28.01.2008 00:02
Die Nichtwähler haben entschieden und die SED ist Zünglein an der Waage
Beim heutigen Wahlkrimi spielte der entscheidende Trend nur eine Nebenrolle.
In Niedersachsen waren im Vergleich zur letzten Landtagswahl weitere 10% der Wähler zu Hause geblieben. Nur noch 57% der Wahlberechtigten haben sich an die Urne bemüht.
Damit hat die siegreiche CDU nicht einmal 25% der Wahlberechtigten hinter sich, die SPD kaum 17% , die Linke, die ihre Etablierung in den alten Bundesländern feiert, konnte knapp real 4% der Wahlberechtigten überzeugen.
In Hessen hat ein hoch polarisierender Wahlkampf nicht mehr Wahlberechtigte mobilisiert, als bei der letzten Wahl. Erika Mustermann wendet sich zunehmend von der Politik ab, weil sie sich von keiner der Parteien mehr vertreten fühlt.
Die niedrige Wahlbeteiligung begünstigte die zur Linken mutierte SED. Nicht einmal zwanzig Jahre nach ihrer „krachenden Niederlage“ als Staatspartei der DDR darf sie nun in einem westdeutschen Flächenland über die Regierungsbildung entscheidend mitbestimmen.
Für die …
21.01.2008 20:21
Wie doof darf ein Feuilletonchef sein ?
Benny Peiser hat kürzlich auf die Achse eine Antwort von Jessen auf die Kritiker seiner Dampfplaudereien über deutsche Rentner als die wahre Ursache für die Schlagfreudigkeit von Jugendlichen mit Migrationshintergrund gesetzt. Nach dem üblichen Gejammer, dass man ihn und seine wahren Gedanken ganz falsch verstanden hätte, kommt Jessen wieder ins Schwadronieren. Diesmal geht es um Lenin, dessen Bild an der Wand seines Arbeitszimmers Fragen und Verwunderung bei etlichen Zeit-Lesern ausgelöst hatte. Der Kommunismus sei tot, aber der Bolschewismus „ein mal ganz allgemein als Terror der Mehrheit begriffen“, sei unsterblich. Er sieht sich gar von Bolschewiki verfolgt, denn in den Zuschriften artikuliere sich „jener Mob, der schon der Oktoberrevolution zum Sieg über die Minderheit verholfen hat.“ Damit stellt Herr Jessen die Geschichte allerdings auf den Kopf.
Zwar heißt Bolschinstwo tatsächlich Mehrheit, aber daraus folgt nicht, dass die Bolschewiki jemals die Mehrheit repräsentiert haben Tatsächlich war es eine kleine ,aber …
17.01.2008 12:30
Heute vor zwanzig Jahren: Massenverhaftungen in der DDR
Im Januar 1988 schien die Fassade der DDR nach außen hin intakt. Die tiefen Risse. im Inneren waren noch nicht zu sehen. Da erschütterte die größte Massenverhaftung der Staatssicherheit seit der Gründung der DDR das scheinbar so brave Land. Die Schockwellen dieses Ereignisses wurden in ganz Europa und sogar in Amerika registriert. Über hundert Menschen wurden innerhalb von zwei Stunden bei dem Versuch, sich in die staatlich organisierte Demonstration zu Ehren der ermordeten Arbeiterführer Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg mit eigenen Plakaten einzureihen, verhaftet. Durch die so genannte Liebknecht- Luxemburg- Affäre erfuhr die Welt, dass es in der DDR überhaupt so etwas wie eine Opposition gab. Dabei hatte sie bereits seit Anfang der achtziger Jahre der Staatsmacht zu schaffen gemacht. Ihre Mitglieder trafen sich in den Räumen der evangelischen Kirche und unternahmen von dort aus in kleinen Gruppen vielfältige Aktionen gegen das SED-Regime . Die ersten Gruppen wurden 1981 in …
09.01.2008 22:44
Mehr Geld für ein krankes System
Seit gestern diskutieren die Medien wieder einmal, wie teuer die so genannte Gesundheitsreform der Großen Koalition wird. Die Ahnungslosigkeit, die dabei von manchen dabei zur Schau gestellt wird, ist wirklich frappierend. So fragte der Moderator einer öffentlich- rechtlichen Nachrichtensendung den geladenen Experten, welche Handlungsmöglichkeiten die Politik denn hätte, um den befürchteten Mehrkosten für Millionen Krankenversicherte zu begegnen. Als wäre diese Reform von einem Tsunami beschert worden und nicht die hässliche Kopfgeburt einer Politik, die sich längst nur noch den Machterhalt und nicht mehr die zu lösenden gesellschaftlichen Probleme im Blick hat.
Zur Erinnerung: Als Oppositionsführerin hatte Bundeskanzlerin Merkel der CDU eine Modernisierung verordnet, zu deren Eckpunkten ein Systemwechsel in der Gesundheitspolitik gehörte.Eine Gesundheitsprämie sollte das alte Umlagesystem ersetzen.
Damit sollte die Lehre aus dem Scheitern der Gesundheitsreform von 2003 gezogen werden, der es nicht gelungen war, das Umlagesystem zukunftsfähig zu machen und die stetigen Beitragserhöhungen zu …
31.12.2007 16:30
2008 - Das Jahr der Bescheuerten
Nachdem sich die Jahresrückblicker in den verschiedenen Medien nicht schlüssig waren, ob das heute vergehende Jahr ein Gutes oder ein Schlechtes gewesen sei, hat mir Hannes Steins Hinweis auf den Artikel über das Recht auf Bescheuertheit die Augen geöffnet.
Das Jahr 2007 war das Jahr der Bescheuerten.
Das ging mit der Knut-o-Manie los. Ein kleiner Eisbär hat die Medien zu Bärenfängern mutieren lassen. Anfang des Jahres hallten die Straßen von den spitzen Entzückensschreien in den Redaktionsstuben wider, wenn es gelang, Knut mit Klobürste ins Blatt zu heben. Diese Begeisterung musste unbedingt politisch instrumentalisiert werden und so bekam Knut, der sich nicht wehren konnte, den Umweltminister Gabriel zum Paten. Die beste Figur machte Knuts Ziehvater und frischgebackener „Berliner des Jahres“ Thomas Dörflein, der beeindruckend demonstrierte, dass ihn der ganze Medienrummel kalt ließ. Er lehnte alle Angebote, in den angesagten Talkshows des Landes über seine Gefühle bei der …
19.12.2007 12:55
Macht Seyran Ates zur Berlinerin des Jahres
Die Abstimmung über den Berliner des Jahres läuft weiter. Seyran Ates ist die Einzige unter den 50 vorgeschlagenen Personen, die wegen Ihrer Zivilchourage nominiert wurde.
Sie hat als Anwältin Musliminnen betreut, die sich von ihren Männern scheiden lassen wollten, weil sie nicht länger bereit waren, in einer arrangierten Ehe zu leben. Ates ist dafür so heftig bedroht worden, dass sie zeitweilig ihre Kanzlei aufgeben musste. In diesem Jahr hat sie ihre Tätigkeit als Anwältin wieder aufgenommen und verdient jede Unterstützung!
Hir können Sie Seyran Ates wählen: http://www.morgenpost.de/misc/50berliner/
17.12.2007 13:05
Die Zersetzungsberichte der Franziska Augstein
Zersetzung war eine beliebte Methode der Staatssicherheit , ungeliebte Andersdenkende zu diskreditieren. Dabei wurden falsche, aber glaubwürdige Behauptungen verbreitet, die geeignet waren, den guten Ruf einer Person oder einer Institution zu ruinieren. Das Frau Augstein die Stasi-Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen ein Dorn im Auge ist, hat sie schon mehrfach in ihren Texten dokumentiert. In welchem Maße ihre Abneigung sie zu Falschdarstellungen verleitet, ist für eine professionelle Journalistin mehr als erstaunlich. Die Gedenkstätte sei immer wieder für „Krawall-Nachrichten“ gut, schreibt Frau Augstein in ihrem Artikel vom 8.12. in der Süddeutschen. Nur, dass es unbelehrbare Stasileute waren, die gegen die Gedenkstätte Krawall geschlagen haben, verschweigt sie. Statt dessen erweckt sie den Eindruck, der Förderverein der Gedenkstätte sei die Ursache der „Kalamitäten“. Um das zu beweisen, wird falsch dargestellt, was das Zeug hält. Worum geht es? Der Förderverein der Gedenkstätte hatte im Sommer beschlossen, einen Preis auszuloben für Persönlichkeiten, die sich um die Aufarbeitung …

