Beiträge von Vera Lengsfeld
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21.03.2013 13:36
Der geplatzte Versuchsballon: Zypern
Hinterher wollte es niemand gewesen sein, als klar wurde, dass der Coup der Euroretter, die zypriotischen Kleinsparer zwangszuenteignen ein veritables Eigentor wurde.
Aber glaubt man dem Spiegel, kam der Vorschlag, die Sparer an der Rettung der Banken zu beteiligen, aus dem Hause Schäuble. Das passt ins Bild eines Mannes, der die Katze bereits aus dem Sack gelassen hat, indem er die Öffentlichkeit wisse ließ, dass „Wir…die politische Union nur erreichen“ können, „wenn wir eine Krise haben“. (NYT)
Die Bankenrettung der Eurokrise ist für Schäuble also die Chance, die Europäer mit einer Zwangsunion zu beglücken, der sie nie und nimmer zustimmen würden. Schäuble, der in seinem ganzen Leben nie etwas anderes gemacht hat, als Politik, hat offensichtlich einen Grad der Arroganz der Macht erreicht, der ihn für die Realität
20.03.2013 15:04
Wer ist rechtsextremer? Attac, Linke oder AfD?
Im Jahre 1977 machte schon einmal eine „Alternative“ in Deutschland Furore. So hieß das Buch des kreuzbraven Kommunisten Bahro, der sogar des stalinschen Terror für unvermeidlich gehalten hat, aber meinte, den Sozialismus auf den „richtigen“ Weg führen zu müssen.
Die Partei-, und Staatsführung der realsozialistischen DDR, die sich durch Bahros Ansicht, es handele sich im Arbeiter-, und Bauernstaat lediglich um „Protosozialismus“, verunglimpft sah, hetzte ihre Propagandamaschine und die Stasi auf den Dissidenten. Bahro verschwand hinter Gittern , ihm wurde der Prozess gemacht und in den Zeitungen war zu lesen, es handele sich bei ihm um einen Agenten des Imperialismus, ja um einen von gegnerischen Geheimdiensten gesteuerten Provokateur. Das war aus Sicht der DDR-Machthaber das schlimmste Stigma, das man einem
09.03.2013 12:09
Stasi entdämonisiert
Das neue Buch von Ilko- Sascha Kowalczuk „Stasi konkret- Überwachung und Repression in der DDR“ sorgte schon vor Erscheinen in den Kreisen derjenigen, die sich mit Aufklärung des SED-Unrechts befassen, für Unruhe.
Ausgelöst wurde diese Unruhe durch Vorab- Veröffentlichungen in Super- Illu und Spiegel, die sich hauptsächlich mit einem Aspekt befassen: der Anzahl von der Stasi geführten Inoffiziellen Mitarbeiter (IM).
Im Jahr 1989 war Stasichef Mielke noch eine interne Statistik vorgelegt worden, die von knapp über 102 000 IM ausgeht. In den Jahren danach ist diese Zahl von der BStU immer wieder nach oben korrigiert worden und betrug zum Schluss 189 000 IM. Das ließ die Stasi im nachhinein monströser erscheinen,als sie es war.
Was Kowalczuk geltend macht, dass IM nicht gleich IM war, dass eine erhebliche Anzahl
25.02.2013 13:27
Gysi tut’s schon wieder
Am vergangenen Wochenende ist Gregor Gysi zum x-ten mal zum Spitzenkandidat seiner Partei für die Bundestagswahl gekürt worden. Damit ist der ehemalige SED-Chef und heutige Bundestagsfraktionsvorsitzende der Linken länger an der Spitze, als es der Langzeit- SED- Chef Honecker je gewesen ist.
Die Kür von Gysi sagt vor allem etwas über die verzweifelt dünne Personaldecke der umbenannten SED. Trotz häufigen Namenswechsels und der Bereitschaft, jeden jungen Menschen, der bereit ist, für die SED-Linke zu kandidieren, ganz nach vorn zu katapultieren, ist es der Partei nicht gelungen, ihre Mitgliedschaft zu erneuern oder substantielle neue Wählerschichten zu erschließen.
Die Partei hat jahrzehntelang davon profitiert, maßlos überschätzt und hochgeschrieben zu werden. Jetzt zeigt sich, dass hinter der häufig erneuerten Fassade
23.02.2013 13:07
Lieber Andreas Schmidt- Schaller,
nach Ihrer erzwungenen „Bild-Beichte“ möchte ich Ihnen sagen: Das haben wir nicht gewollt, als wir uns stark machten für die Stasiaktenöffnung.
Ich gehöre zu den Architekten des Stasiunterlagengesetzes der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR und habe als Abgeordnete des Deutschen Bundestages maßgeblich mit dafür gesorgt, dass die parlamentarische Mehrheit für die Aktenöffnung zustande kam.
Wir hatten die Absicht, den von der Staatssicherheit Verfolgten die Möglichkeit zu geben, zu erfahren, wer in ihr Leben eingegriffen hat und von wem sie bespitzelt wurden.
Für viele Tausende bedeutete das die Chance herauszufinden, dass manches, was in ihrem Leben schief gelaufen war, etwa die Kündigung eines lieb gewordenen Arbeitsplatzes, die Entfremdung von Freunden, familiäre Missverständnisse, Unfälle, rufschädigende
04.02.2013 17:52
Mensch Nazi
Das neue Buch von Stephan Krawcyk provoziert schon mit seinem Titel. Mensch Nazi?
Sind denn Nazis Menschen? Die werden doch aus Karnevalvereinen rausgeschmissen, in Kneipen nicht bedient und in Hotels verwehrt man ihnen ein Zimmer und bekommt dafür einen Preis für Zivilcourage.
Vor kurzem wurden wir von den Medien nachhaltig daran erinnert, was vor zwanzig Jahren in Rostock- Lichtenhagen geschah, wo jugendliche Skinheads ein Asylbewerberheim anzündeten , die von dubiosen älteren Männern aufgehetzt wurden, die weder in der Berichterstattung vor zwanzig Jahren, noch in diesem Jahr vorkamen.
Wo kamen die Anfang der 90er Jahre auf dem Gebiet der ehemaligen, antifaschistischen DDR plötzlich so viele Nazis her?
Stepahn Krawcyks Buch bringt Licht in das Dunkel.
Eine Plattenbausiedlung am Rande von Berlin. Zwei ohne Vater aufgewachsene
30.01.2013 18:15
Lieber weißer Mann als bunter Augstein
Nein, man muss Brüderle nicht mögen, um seiner (noch?) Standfestigkeit Anerkennung zu zollen. Er hat es tatsächlich gewagt, der Medienmeute zu trotzen und sich geweigert sein Verhalten des nachts in einer Bar vor einem Jahr „klarzustellen“. Chapeau! Hoffentlich bleibt es dabei. Angeblich diskutiert ganz Deutschland nach den „Enthüllungen“ im Stern, der gern mit weiblichen nackten Tatsachen auf dem Cover Kasse zu machen versucht, über Sexismus. Ganz Deutschland?
Richtiger ist wohl, zu sagen, dass lediglich unsere Einheitspresse, zum Teil wortgleich, diskutiert, sekundiert von Politikern, die ihren jungen Kolleginnen im Plenum des Deutschen Bundestages selbst gern auf s Hinterteil schauen und einer Partei angehören, die mit dem sexistischsten Plakat, das man sich denken kann, Wahlwerbung gemacht hat.
Die „Debatte“ ist
29.01.2013 16:11
Lagererziehung für einen Unbelehrbaren
Wolfgang Ruge ist sein Leben lang Kommunist geblieben. Wie das möglich war, nach vier Jahren Straflager und elf Jahren Verbannung, in denen er sich als „Freier“ ohne Sondergenehmigung nicht weiter als 7 Kilometer vom Verbannungsort Soswa, der Lagerhauptstadt der Nordurallager, entfernen darf, bleibt auch nach Lektüre seines Buches „Gelobtes Land- Meine Jahre in Stalins Sowjetunion“ ein Rätsel.
Ruge hat den Stalinschen Terror nicht nur erlebt, sondern erlitten. Er macht sich keinerlei Illusionen über die Unmenschlichkeit des Systems. Seiner tief verinnerlichten kommunistischen Ideologie können diese Erfahrungen und Erkenntnisse offenbar nichts anhaben. Dabei wird gerade an von ihm geschilderten Kleinigkeiten deutlich, dass die stalinistische Willkür sich bis ins Alltagsleben erstreckt.
Als „Freier“ will Ruge seiner


