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Beiträge von  

  21.07.2014   11:55   Leserkommentare (im Wartemodus)

1989 - Tagebuch der Friedlichen Revolution

Achtzehnter Juli

Angesichts von Streiks und Unruhen im Land muss Generalsekretär Gorbatschow auf einer Konferenz der regionalen Parteiführer mit dem KPdSU-Politbüro feststellen, dass die Perestroika nicht mit den tatsächlichen Prozessen im Land Schritt hält. Die Unabhängigkeitsbestrebungen, besonders im Baltikum, werden immer spürbarer. Aber eine Auflösung der Sowjetunion liegt dem Denken der Parteifunktionäre völlig fern.

Das Neue Deutschland berichtet über die Eröffnung des „Studentensommers 1989“ in Berlin. In diesem sogenannten „Studentensommer“ müssen alle Studenten für drei Wochen „gesellschaftlich nützliche Arbeit leisten“, in Produktionsbetrieben, in der Landwirtschaft oder in der Verwaltung. Wer Glück hat, wird zum „Internationalen Studentensommer“ ins sozialistische Ausland geschickt. Ungarn...

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Kategorie(n): Inland 

  17.07.2014   16:30   Leserkommentare (im Wartemodus)

Unsere Kanzlerin hat Geburtstag

Das ist Thema in der Hördunksendung des WDR Arena und ich diskutiere mit. Angela Merkel war nie das Mädchen von Kohl und sie ist schon gar keine Mutti. Wer mehr wissen will, kann zuhören und Fragen stellen. Heute zwischen 19 und 21 Uhr!

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Kategorie(n): Bunte Welt 

  17.07.2014   11:31   Leserkommentare (im Wartemodus)

1989 - Tagebuch der Friedlichen Revolution

Fünfzehnter Juli

Auf ihrem Weltwirtschaftsgipfel verweigern die G-7-Staaten China neue Weltbankkredite wegen der Niederschlagung der Demokratiebewegung. Das ist mal ein deutliches Zeichen gegen Gewalt. Aber in den Medien spielt das Thema keine Rolle mehr.

Sechzehnter Juli

Der Staatschef der Sowjetunion Gorbatschow gerät in immer größere Schwierigkeiten. Während er Reformen durchzusetzen versucht, versinkt das Land in Unruhen, ausgelöst durch die sich immer mehr verschlechternde Versorgungslage. Es gibt Streiks und Demonstrationen in Sibirien und in allen größeren Städten des europäischen Teils. Selbst in Wolgograd, dem ehemaligen Stalingrad, stehen alle Räder still. Die Arbeiter verlangen höhere Löhne, mehr Lebensmittel und bessere Trinkwasserversorgung.Gorbatschow sieht keine andere Möglichkeit, als den ehemaligen...

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Kategorie(n): Inland 

  14.07.2014   12:15   Leserkommentare (7)

Die vergessene Geschichte der SED

Die SED, hervorgegangen aus der Zwangsvereinigung von KPD und SPD 1946 im sowjetisch besetzten Teil von Deutschland, war die erste Partei auf deutschem Boden, die sich aktiv um die Mitgliedschaft ehemaliger Nazis bemühte und zwar nicht um die Mitläufer, sondern um die überzeugten Funktionäre.

Die SED “ruft Dich dann, wenn Du nicht aus materialistischen Gründen, sondern aus Überzeugung einstmals zur NSDAP gegangen bist”, heißt es in einem Aufruf der SED Sonneberg, auf den mich unser Leser Stefan Klinkigt aufmerksam gemacht hat. “Wenn du Hitler gefolgt bist, um Deutschland zu dienen, bist Du unser Mann”, heißt es weiter.

Wie viele NSDAP-Kader dieser freundlichen Aufforderung gefolgt sind, kann man im Braunbuch Kriegs- und Naziverbrecher von Olaf Kappelt nachlesen.
Einer davon, Professor Hermann Klenner, sitzt heute noch im...

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Kategorie(n): Inland  Wissen 

  14.07.2014   11:44   Leserkommentare (im Wartemodus)

1989 - Tagebuch der Friedlichen Revolution

Elfter Juli

Der Präsident der Vereinigten Staaten George Bush sen. besucht Ungarn. Mit seiner Rede, die er bei dieser Gelegenheit in Budapest hält, weckt er große Erwartungen. Natürlich brauchen die Ungarn Wirtschaftshilfe, aber vor allem sehnen sie sich nach „ideeller Aufwertung“. George Bush verspricht beides. Er lobt die Demokratisierungsbemühungen des Landes und vor allem das neue Grenzregime. Während Bush durch die Stadt fährt, kampieren schon dutzende Flüchtlinge aus der DDR in den Parks. Vorboten der nahenden Flüchtlingswelle.

Zwölfter Juli

Bundesaußenminister Genscher besucht Václav Havel in Prag. Die herrschenden Kommunisten sind nicht sehr erbaut. Es ist die erste offizielle Anerkennung der Opposition. In den Medien findet sich wenig über dieses historische Treffen.

Bild berichtet auf der ersten Seite,...

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Kategorie(n): Inland 

  13.07.2014   12:12   Leserkommentare (6)

Die Feigheit der Täter

Brandenburg war jahrelang das Bundesland, in dem die DDR fortbestand, auch optisch. Noch Ende der neunziger Jahre sahen seine Straßendörfer aus, als wäre die Zeit stehen geblieben. Erst mit dem neuen Jahrtausend änderte sich das allmählich. Wer heute durch Brandenburg fährt, kann sich außer an traumhaften Landschaften auch an aus Ruinen auferstandenen Bauten erfreuen.

Brandenburg Stadt erinnert am Bahnhof und seinem Umfeld an Hamm, folgt man aber dem Wegweiser in die Altstadt, kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Der Dom, Kirchen aus dem 11. Jahrhundert und Lofts am Fluss mit dazu gehöriger Bootsanlegestelle- alles nur 50 Minuten vom Berliner Zentrum entfernt.

Zu früheren Zeiten war Brandenburg berüchtigt für sein Zuchthaus, das so berühmte Gefangene wie Erich Honecker und Robert Havemann beherbergte. Heute gibt es...

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Kategorie(n): Inland  Kultur 

  10.07.2014   10:25   Leserkommentare (2)

1989 - Tagebuch der Friedlichen Revolution

Siebter Juli

Die ungarischen Zeitungen haben heute nur ein Titelthema: Am Vortag hatte das Oberste Gericht beschlossen, die hingerichteten Führer des ungarischen Volksaufstandes vom Vorwurf des Landesverrats freizusprechen und als Patrioten anzuerkennen – und genau an diesem Tag stirbt János Kádár, der Mann, der für die Hinrichtungen verantwortlich war. Bei dem Ex-Parteichef handelte es sich um eine der widersprüchlichsten Persönlichkeiten im Ostblock. Als Innenminister war er für die Verhaftung seines Parteifreundes László Rajk verantwortlich, wurde dann seinerseits denunziert, verhaftet und gefoltert wegen angeblicher Unterstützung Titos, des jugoslawischen Abweichlers von der Stalin-Linie.

Im Jahre 1953 wurde er von der Regierung Imre Nagy freigelassen und rehabilitiert. Zum Dank dafür beteiligte er sich an der...

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Kategorie(n): Inland 

  07.07.2014   17:12   Leserkommentare (4)

Symphonie des Donbass

Neulich zeigte das kleine, aber interessante Kino „Brotfabrik“ in Pankow diesen Film des sowjetischen Regisseurs Dsiga Wertow, geboren als Denis Kaufmann. Ich ging hin, weil mich die Gelegenheit faszinierte, Bilder aus der stalinistischen Sowjetunion zu sehen, eine Zeit, die wir uns nur schwer vorstellen können.Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

Der Chef des Kinos gab eine kurze, aber lehrreiche Einführung. Außer dem Regisseur gingen aus der Kaufmann-Familie ein Kameramann Michael und ein Fotograf Boris hervor. Letzterer setzte sich bald nach Paris ab und sah seine Brüder nicht wieder, obwohl zumindest Dsiga mehrmals im westlichen Ausland unterwegs war.

Dsiga Wertow gehört zu den Pionieren des sowjetischen Films und war experimentierfreudiger als Sergej Eisenstein. Dafür ist „die Symphonie des Donbass“ ein...

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Kategorie(n): Kultur