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  22.11.2014   18:25   Leserkommentare (im Wartemodus)

1989 - Tagebuch der Friedlichen Revolution

Einundzwanzigster November 1989

Die Bürgerbewegung Demokratie jetzt fordert „alle demokratischen Parteien und Bewegungen der DDR“ auf, sich an einen „Runden Tisch“ zu setzen, damit „das Bemühen um die Erneuerung der DDR koordiniert“ werden kann. Als erste Altpartei nimmt die LDPD diese Einladung an. Alle anderen sollten bald folgen. Der „Runde Tisch“ stabilisierte am Ende die letzte SED-Regierung und sicherte das Überleben der SED.

Anhaltende Demonstrationen in Prag, Bratislava und anderen Städten der Tschechoslowakei. Regierungschef Ladislav Adamec verkündet, dass künftig Demonstrationen nicht mehr unterdrückt und keine Standgerichte mehr verhängt werden sollen. Gleichzeitig beginnen Verhandlungen zwischen der Regierung und der Opposition.

In Bonn erscheint ein Emissär aus Moskau: Nikolai Portugalow, der zu...

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  19.11.2014   09:12   Leserkommentare (im Wartemodus)

1989 - Tagebuch der Friedlichen Revolution

Achtzehnter November 1989

Wieder beginnt ein Besuchswochenende. Bis zu 3 Millionen Menschen sind von Ost nach West unterwegs. Die Züge der Reichsbahn sind bis „zu vierhundert Prozent ausgelastet“. Auf den Bahnsteigen kommt es zu tumultartigen Szenen. Der ADAC registriert insgesamt über tausend Kilometer Stau. Der Westberliner Kudamm ist dicht. Die Polizei verteilt Schokolade statt Strafzettel.
Aber nicht alle verreisen. In Plauen versammeln sich über 10.000 Menschen vor dem Rathaus, in Suhl sind 5.000 Anhänger des Neuen Forums auf der Straße, in Eberswalde-Finow sind es sogar 7.000. In Dresden protestieren 50.000 Einwohner gegen den Ausverkauf von Kultur- und Kunstgütern und für den Erhalt der Baudenkmäler der Elbmetropole.Das Neue Forum hält zum ersten Mal eine genehmigte Kundgebung in Leipzig ab. Immer wieder versuchen...

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  17.11.2014   16:21   Leserkommentare (1)

1989 - Tagebuch der Friedlichen Revolution

Sechzehnter November 1989

Die rege Reisetätigkeit von Ost nach West führt zu einem rapiden Verfall des Umtauschkurses der DDR-Währung in D-Mark. Auf dem freien Markt sackt er auf 1:20, was prompt zu Spekulationen über eine Währungsreform führt.

Das Neue Deutschland verkündet auf der ersten Seite, dass es sich von seiner Chefredaktion trennt.

Die Ostberliner Akademie der Wissenschaften rehabilitiert ihre ehemaligen Mitglieder Ernst Bloch und Robert Havemann. Letzterer war der einflussreichste Dissident der DDR: ein von den Nazis zum Tode verurteilter Kommunist sich in seiner Zelle mit kriegswichtigen Forschungen befassen durfte und die Vollstreckung des Todesurteils deshalb aufgeschoben wurde.  In der DDR wurde Havemann 1964 aus der SED rausgeworfen, bekam 1965 Berufsverbot und wurde 1966 aus der Akademie der Wissenschaften...

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  14.11.2014   19:48   Leserkommentare (im Wartemodus)

1989 - Tagebuch der Friedlichen Revolution

Vierzehnter November 1989
Die innerdeutschen Feiern flauen ab, die Demonstrationen verstärken sich. Nach einem kurzen Rückgang der Teilnehmerzahlen nach dem Mauerfall steigt die Anzahl der Demonstranten nun steil an. Wenn die SED je geglaubt haben sollte, sie könne die Mauer wie ein Ventil öffnen, damit der Dampf abgelassen wird, musste sie jetzt ernüchtert ihren Irrtum erkennen. Bis zum 9. November hatte es 321 große Demonstrationen gegeben. Bis zum Monatsende werden weitere 550 Demonstrationen und Kundgebungen hinzukommen. Die friedliche Revolution erreicht damit ihren Höhepunkt.
Außer Demonstrationen gibt es eine Unzahl kleinerer Aktivitäten wie Betriebsversammlungen, die Entmachtung von örtlichen SED-Funktionären oder die Öffnung neuer Grenzübergänge.

Der Regimekritiker Rudolf Bahro, der wegen seines Buches „Die...

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  12.11.2014   20:04   Leserkommentare (im Wartemodus)

1989 - Tagebuch der Friedlichen Revolution

Zwölfter November 1989

Am Morgen wird am Potsdamer Platz in Berlin der fünfte Grenzübergang geöffnet und sogleich eifrig benutzt. Auch an anderen Stellen in der geteilten Stadt wird die Mauer durchbrochen. Allein an diesem Sonntag reisen vier Millionen DDR-Bürger nach Westdeutschland, umgekehrt kommen zehntausende Westdeutsche in die DDR. Bis zu sechzig Kilometer lange Autoschlangen haben sich vor allen Grenzübergangsstellen gebildet. Im Westen werden die Ostdeutschen begeistert empfangen. Kirchgemeinden, Vereine, Privatleute richten Verpflegungsstellen ein. Geschenke an Wildfremde werden überreicht. Viele Lokale bieten Gratis-Kaffee für DDR-Bürger an. Es herrscht überall Volksfest-Stimmung. An den Schaltern, an denen das „Begrüßungsgeld“ ausgegeben wird, muss man stundenlang warten. Insgesamt spendiert der westdeutsche...

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  12.11.2014   19:50   Leserkommentare (2)

Wie steht es um die Freiheit der Andersdenkenden?

Schlecht, denn 25 Jahre nach dem Mauerfall demonstriert die Linke in allen ihren Schattierungen, was sie von Meinungsfreiheit hält: So viel, wie die SED, nichts.
Dazu ein treffender Kommentar von Malte Lehming, der eine breitere Leserschaft verdient, als nur die des Tagesspiegels.

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  11.11.2014   22:20   Leserkommentare (2)

1989 - Tagebuch der Friedlichen Revolution

Zehnter November 1989

Während das Volk noch feiert und immer neue Grenzübergänge für den anschwellenden Menschenstrom geöffnet werden müssen, versucht die Politik den Mauerfall einzuhegen. Um acht Uhr wird auf Befehl von Egon Krenz eine „operative Führungsgruppe“ gebildet, die Strategien entwickeln soll, um das Geschehen wieder unter Kontrolle zu bringen. Um neun Uhr beginnt die Tagung des ZK der SED. Krenz wirkt hilflos, weil ihm sein Faustpfand für die dringend benötigten Westkredite abhandengekommen ist. Die Mauer ist offen, mit Versprechen von Reiseerleichterungen kann keine Politik mehr gemacht werden. Das Zentralkomitee ergeht sich in erbitterten Schuldzuweisungen. Es hagelt Rücktritte und Ausschlüsse.  In die Sitzung platzt eine Nachricht von Michail Gorbatschow. Der sowjetische Parteichef verlangt eine Erklärung,...

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  08.11.2014   23:39   Leserkommentare (6)

1989 - Tagebuch der Friedlichen Revolution

Achter November 1989

Das SED-Politbüro tritt zurück.

Bundeskanzler Helmut Kohl hält im Bundestag eine einstündige Rede „zur Lage der Nation im geteilten Deutschland“. Er fordert darin wahrhaft Revolutionäres: „Wir wollen nicht unhaltbare Zustände stabilisieren. Aber wir sind zu umfassender Hilfe bereit, wenn eine grundlegende Reform der politischen Verhältnisse in der DDR verbindlich festgelegt wird. Die SED muss auf ihr Machtmonopol verzichten und sie muss freie Wahlen und damit die freie Zulassung von Parteien verbindlich zusichern.“ Kohl geht noch weiter. Er fordert den Umbau des Wirtschaftssystems der DDR als Voraussetzung für finanzielle Hilfen, denn es sei klar, „dass ohne eine grundlegende Reform des gesamten Wirtschaftssystems, den Abbau bürokratischer Planwirtschaft und den Aufbau einer...

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