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  28.07.2015   12:23   Leserkommentare (3)

Kein Sozialismus ohne Freiheit?

Robert Havemann, Physiker, von den Nazis zum Tode verurteilter Kommunist, bekanntester Regimekritiker der DDR, gab mit seinem „Berliner Appell“ den entscheidenden Anstoß zur Entstehung der „Unabhängigen Friedens- Umwelt und Menschenrechtsbewegung“ der DDR der achtziger Jahre. Er blieb auch nach seinem Tod seinem Tod im April 1982 für viele Oppositionelle die Orientierungsfigur. Seine Bücher erschienen nur im Westen in hohen Auflagen und fanden über die Grenze ihren Weg in die DDR. Wer einen Havemann im Regal hatte, schätzte sich glücklich. Das große Teile der Bürgerrechtsbewegung gedanklich dem Sozialismus verhaftet blieben, war zum erheblichen Teil Havemanns Einfluss zu verdanken. Da lohnt es sich, mal nachzuschlagen, welchen Sozialismus Havemann wollte. Ich tat es. Anlässlich einer Generalrevision meiner...

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Kategorie(n): Inland 

  19.07.2015   16:28   Leserkommentare (5)

Gregor Gysi und das Versagen der Justiz

Seit der Stasiaktenöffnung am 2. Januar 1992, als ehemalige Mandanten von Rechtsanwalt Gregor Gysi, damals Parteichef der in PDS umbenannten SED und ihre wirksamste Galionsfigur, Berichte von IM Sputnik, Gregor oder Notar in ihren Akten fanden, die 1998 der zuständige Bundestagsauschuss dem Abgeordneten Gysi zuordnete, beschäftigt der Fall Gysi die Medien.

Anfangs waren das Interesse groß und die Recherchen vielfältig. Immer neue Beweise und Zusammenhänge tauchten auf.  Gysi wies nicht nur von Beginn an alle Schuld von sich, er setzte auch alle rechtsstaatlichen Mittel der von ihm zu DDR- Zeiten so verachteten „Klassenjustiz“ ein. Mit wachsendem Erfolg, besonders seit er über seine Klagen hauptsächlich von Richter Buske vom Hamburger Landesgericht befinden lässt. Unter dem Hagel von einstweiligen Verfügungen und...

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Kategorie(n): Inland 

  16.07.2015   13:57   Leserkommentare (3)

Ein Überlebender analysiert die stalinistischen Säuberungen

Stalins politische Exzesse, wie das verordnete Verhungern von mehr als zehn Millionen ukrainischer Bauern und die darauf folgende Große „Säuberung“, bei der nicht nur die alte Revolutionsgarde und fast alle Bürgerkriegshelden, sondern auch willkürlich verhaftete Angehörige von ausgewählten Berufsgruppen und Minoritäten ihr Leben verloren oder für Jahrzehnte im Gulag verschwanden, sind so wenig im öffentlichen Bewusstsein, dass es immer wieder erstaunt, wie früh schon genaue Analysen dieses Terrors veröffentlicht wurden.

Ein Beispiel ist das von Alexander Weißberg- Cibulski mehrfach aufgelegte Buch: „Im Verhör- Ein Überlebender der stalinistischen Säuberungen berichtet“. Zuletzt erschien es im Europa- Verlag Wien 1993. Alexander Weißberg war ein österreichischer Jude, der schon früh in die Kommunistische Partei...

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Kategorie(n): Wissen 

  15.07.2015   16:26   Leserkommentare (5)

Der Bausatz des Dritten Reiches

Allgemein gilt, die Nazidiktatur wäre ein „Zivilisationsbruch“ gewesen. Die Frage, wie ein vollkommener Bruch mit allem Dagewesenen innerhalb von nur zwölf Jahren so unmenschliche Erfolge feiern konnte, bleibt dabei unbeantwortet.

Es gibt bisher keine politische Umwälzung auf der Welt, die keine kulturrevolutionäre Vorbereitungsphase hatte. Joachim Fest hat in seiner Hitlerbiografie bereits darauf hingewiesen: „ Hitler war weniger der große Widerspruch der Zeit als ihr Spiegelbild. In die Person Hitlers ging nichts ein, was nicht schon vorhanden war.“

Wolfgang Prabel hat in seinem Buch „Der Bausatz des Dritten Reiches“ genau untersucht, aus welchen Quellen Hitler sich bedient hat. Das Ergebnis ist geradezu unheimlich, denn es stellt die bisherigen Geschichtslegenden auf den Kopf, oder, besser gesagt, vom Kopf auf die...

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Kategorie(n): Kultur 

  14.07.2015   13:23   Leserkommentare (2)

Das Leiden der Normalbürger

Manfred Smolka wurde zum tödlichen Verhängnis, dass er nicht bereit war, seine Mitmenschen grundlos zu schikanieren.

Er war ein Flüchtlingskind. Smolka kam mit 15 Jahren aus Schlesien nach Thüringen. Wie viele andere Wurzellose sah der aufgeweckte, redegewandte Junge in den freiwilligen Grenzbrigaden eine Möglichkeit, seinem aus den Fugen geratenen Leben wieder einen Hallt zu geben.

Er machte dann auch eine Art Karriere und brachte es zum Kompaniechef der inzwischen professionellen Grenzpolizei. Eine kleine Wohnung, Frau und Kind vervollständigten sein Glück.

Als die SED- Politbürokraten verfügten, am 17. Juni 1958 sollte nicht gearbeitet werden, um mögliche Spontandemonstrationen zur Erinnerung an den Volksaufstand fünf Jahre zuvor zu verhindern, gestattete Smolka den Bauern seines Grenzabschnitts trotzdem, ihre Felder...

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Kategorie(n): Inland 

  14.07.2015   10:59   Leserkommentare (im Wartemodus)

Das Leiden der Nomenklatura

Chaim Noll wuchs als Kind eines privilegierten Schriftstellers mit den Kindern der DDR- Nomenklatura auf. Jetzt hat er seine Erinnerungen daran vorgelegt. Wer einen langweiligen Lebensbericht erwartet, täuscht sich.
Noll erzählt mit viel menschlichem Mitgefühl die Geschichten der Menschen, denen er damals begegnete, ob Politbüromitglied,  Professor, Maler, Schriftsteller oder hoher Parteifunktionär- sie werden ebenso einfühlsam beschrieben, wie die Tischler, Verkäuferinnen, Verwaltungsangestellten, Straßenbahnfahrer.

Heraus kommt ein sehr differenziertes Bild der DDR, das trotzdem keinen Zweifel daran lässt, dass es sich um eine Diktatur gehandelt hat, die zwar nicht mehr so tödlich war, wie die stalinsche, aber ebenso effizient bei der Zerstörung von Persönlichkeiten, Träumen, Hoffnungen, Wünschen, individuellen...

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Kategorie(n): Kultur 

  08.07.2015   22:17   Leserkommentare (2)

Kuba - Das Ende der Diktatur?

Unter diesem Titel fand gestern in der Gedenkbibliothek für die Opfer des Stalinismus in Berlin eine ganz besondere Veranstaltung statt, ein Live- Telefonat mit dem bekannten kubanischen Bürgerrechtler Antonio Rodriles. Die Veranstaltung war seit Monaten geplant und fand zufällig am Vorabend der geplanten, aber kurzfristig wieder abgesagten, Kubareise von Außenminister Steinmeier statt.  Die Idee dazu stammte von Boris Luis Santa Coloma, ehemals Dolmetscher für Castro, dann Mitarbeiter der Kubanischen Botschaft in der DDR, seit fast 30 Jahren Emigrant.

Während die kubanische Diktatur- die längste in der Geschichte des latainamerikanischen Subkontinents- von Europäern und Amerikanern hofiert wird, werden in Kuba immer noch die elementarsten Rechte aller Bürger von den herrschenden Militärs und Parteifunktionären mit Füßen...

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Kategorie(n): Ausland 

  06.07.2015   10:50   Leserkommentare (3)

Dresden hat gewählt

Gestern gab es neben dem „schockierenden“ Nein der Griechen zu Reformen auch eine gute Nachricht. Dresden sagte deutlich Nein zur OB-Kandidatin Stange, die von einem rot-rot-grünen Bündnis unter Einschluss der Piraten aufgestellt worden war. Ein Sieg Stanges sollte als Initialzündung für weitere bunte Bündnisse dienen, vor allem im Bund. Gregor Gysi hatte ja vor der Ankündigung seines Abgangs als Linke- Fraktionsvorsitzender noch verbreitet, Siegmar Gabriel könnte morgen schon Kanzler sein, wenn er sich denn traute. Nun ist nicht nur Gysi strategisch abgetaucht, sondern auch die rot-rot-grünen Planspiele müssen zwangsläufig eine Pause einlegen.

Das bürgerliche Lager hat gezeigt, dass es noch nicht aufgegeben hat. Es ist den Dresdenern sicher nicht leicht gefallen, den als „Unabhängiger“ angetretenen FDP-Mann zu...

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