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10.12.2009   15:29

Freiheit und Verantwortung

Aus meinem neuen Essay-Band “Freiheit in der Krise?”

Necla Kelek:
»Freiheit« habe ich als Kind nur als etwas Fremdes, den Männern vorbehaltenes kennengelernt. »Freiheit« heisst auf türkisch »Hürriyet«. Dieses Wort stammt von dem arabischen Begriff hurriya ab, das in seiner ursprünglichen Bedeutung, das Gegenteil von Sklaverei meint, und nicht das, was in der westlichen Tradition mit »libertas« verbunden wird, nämlich die Befreiung des Einzelnen von jedweder, auch religiöser Bevormundung. Hurriya bedeutet, ein Sklave wird »frei«, um Allah zu dienen. Für gläubige Muslime besteht in diesem Sinne Freiheit in der bewussten Entscheidung, »den Vorschriften des Islam zu gehorchen«.
Als ich meine in der türkisch-muslimischen Tradition verhaftete Mutter fragte, wann ich denn – ich war 16 oder 17 Jahre alt – frei sein würde, in dem Sinne, wann ich denn für mich entscheiden könne, sagte sie mir: »Die Freiheit ist nicht für uns gemacht.« Sie verstand …

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04.05.2009   20:18

Kapitalismus und individuelle Freiheit

“Freedom is just another word for nothing left to lose, nothing don’t mean nothing honey if it ain’t free…”, intonierte Janis Joplin damals in ihrem berühmten Song Me and Bobby McGee – die gefeierte Absage an Eigentum und bürgerliche Besitzstände zugunsten des Reichs der Freiheit. Es war zugleich ein leidenschaftlicher Appell für die individuelle Freiheit, die man ergreifen könne, wenn man, befreit von materiellen Fesseln, nichts mehr zu verlieren hat. Und es ist der alte Traum, die Demokratie ohne den Kapitalismus haben zu wollen.
Aber gibt nicht das unabsehbare Desaster der globalen Finanzkrise, die die Realwirtschaft zunehmend mit sich reißt, den Kritikern des Marktes recht? Richtet sich der Kapitalismus gerade selbst zugrunde und begräbt beides, die wirtschaftliche und individuelle Freiheit? Sind die 1,5 Billionen $, die bis jetzt schon im Orkus verschwunden sind, nicht eindrücklicher Beleg dafür, daß dieses Wirtschaftssystem ausgedient hat?
Das antikapitalistische Ressentiment galt …

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29.11.2007   16:39

Wie hältst Du’s mit der Religion?

Zuerst erschienen in Merkur Heft 703, Dezember 2007

Die Kinderzeiten der Menschheit sind nicht vorüber
Ist die bürgerlich-kapitalistische Moderne so kalt in ihrer Rationalität, so Sinn entleert, daß ein Leben ohne Transzendenz und Erlösungsversprechen ihren Bürgern zu profan geworden ist? Ihre zunehmenden Begehrlichkeiten nach wärmenden Gemeinschaften, nach Bindung und identitätsstiftenden Kollektiven scheint dafür zu sprechen. Das selbstbestimmte, seine persönliche Freiheit und Vernunft auskostende Individuum steht offensichtlich schlecht im Kurs. Nicht nur der weltweite Vormarsch des Islam, der das Kollektiv favorisiert, samt seinen politisch-kriegerischen Varianten zeigt dies tagtäglich. Auch in Europa und Amerika feiern die Religionen freudige Wiederkehr. Der Papst kann sich glücklich schätzen, daß seine wöchentlichen Audienzen immer mehr Zulauf erfahren, besonders von Seiten der Jugend. Wallfahrtsorte wie Lourdes melden Besucherrekorde, in Gruppen organisierte Pilgerwanderungen auf dem Jakobsweg erfreuen sich bei den Sinnsuchenden wachsender Beliebtheit. Und die Volksreligiösität, verbunden mit der Wiederentdeckung regionalen Brauchtums, erhält …

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13.11.2007   13:54

Plädoyer für den Perlentaucher

Die für heute angekündigte Urteilsverkündung des Frankfurter OLG im Streit zwischen Perlentaucher und FAZ/SZ ist auf den 11.12.07 vertagt worden. Hier mein Plädoyer für den Perlentaucher, das heute in der Frankfurter Rundschau erschien:http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1242054

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04.09.2007   16:09

Verteidigung des dekadenten Europa

Im Sonderheft des Merkur (August/September 2007) mit dem Titel “Kein Wille zur Macht. Dekadenz”, das insgesamt sehr lesenswert ist, verteidige ich in meinem Essay das dekadente Europa.....

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17.08.2007   17:33

Der verhasste Bourgeois

Seltsam, je weiter das Jahr 1989 und der gloriose Sieg der Demokratie und Marktwirtschaft über den Kommunismus in die Ferne rückt, desto beliebter und hoffähiger wird der Sozialismus. Alarmierend sind Umfrageergebnisse, nach denen die Zahl jener, die die Idee des Sozialismus gut finden, auch wenn sie schlecht ausgeführt wurde, seit Jahren kontinuierlich steigt. 45 Prozent der Westdeutschen sind heute dieser Meinung und immer noch 57 Prozent der Ostdeutschen. Wobei in den neuen Bundesländern die Attraktivität des Sozialismus in den letzten Jahren rückläufig war. Schon kurz nach der Wiedervereinigung setzte bei den Deutschen eine Entwicklung ein, in der kontinuierlich die Wertschätzung der errungenen Freiheit, im Kern die individuelle Freiheit, zugunsten sozialer Sicherheit und dem Diktum sozialer Gerechtigkeit abnahm. Der erfolgreiche populistische Feldzug von Oskar Lafontaine und seinen ehemaligen SED-Genossen für einen nationalen Sozialismus ist vor diesem Hintergrund nur die Spitze des Eisbergs.

“Die Bourgeoisie reißt durch die rasche Verbesserung …

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17.07.2007   12:03

Freiheitsliebe

Der Freiheitsliebe habe ich meine jüngsten Gedanken zur Zeit im NRD/WDR am 14. Juli gewidmet.
Die Liebe zur Freiheit ist in Deutschland äußerst schwach entwickelt. Argwöhnisch und ängstlich wird sie beäugt. Daran hat selbst die historische Zäsur von 1989, der Sieg der Demokratie über den Kommunismus wenig rütteln können. 

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27.02.2007   17:34

Lob der Dissidenz

Die vom Perlentaucher initiierte internationale Debatte über Multikulturalismus, Freiheit und Islam wird immer munterer. Ich habe gerade ein Lob der Dissidenz beigetragen: http://www.perlentaucher.de/artikel/3717.html

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