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22.12.2006   18:52

Trauerspiel in New York

Langsam wird es lächerlich. Auch am Mittwoch konnten sich die Mächte der Welt nicht darauf einigen, gemeinsam gegen das Atomprogramm des Iran vorzugehen. Die Welt, so heißt es zwar aus den USA, Europa und dem UN-Sicherheitsrat, müsse mit einer Stimme sprechen - aber genau das passiert nicht.
Es geht bei den Resolutionsentwürfen nicht darum, ein ohnehin unterdrücktes Volk auszuhungern. Das angedachte Maßnahmenpaket wird die Funktionärsebene treffen und Material, Technologie und Finanzströme kappen, die mit dem illegalen Atomprogramm zusammenhängen. Erstaunlich offen führen China und Russland dagegen eigene Interessen an - und schützen das Land vor internationalem Druck. Moskau hat gar ein Raketen-Abwehrsystem in den Iran verkauft. Offenbar nehmen manche die Pläne des Präsidenten Ahmadinedschad immer noch nicht ernst. Eine

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22.12.2006   18:39

Mohammed schlägt die Prinzen

Namen sind ein Beweis. Wer wissen will, was in einer Gesellschaft mal en vogue war, dem können Namensstatistiken helfen. So kann man die Marotte vieler Ex-DDR-Bürger, ihre Kinder mit Namen wie Ronny oder Cindy zu beschenken, als subversive Annäherung an den amerikanischen Klassenfeind begreifen. Unvergessen auch die interessante Frage des TV-Moderators Friedrich Küppersbusch an den CDU-Politiker Rudolf Seiters: “Ihr Bruder heißt Adolf, Sie heißen Rudolf. Und wie waren Ihre Eltern sonst so?” Dass Seiters 1937 geboren wurde, braucht man da nicht extra zu erwähnen.

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21.12.2006   13:08

Voller Einsatz: Was unsere Leser machen

Auf meinen Eintrag “Voller Einsatz” haben sich zahlreiche Leser gemeldet. Während sich die Hamas, laut Reuters, “für die Vernichtung Israels einsetzt”, setzen sich unsere Leser beispielsweise für Folgendes ein:

 

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20.12.2006   19:41

Da müssen sie durch

Clemens Wergin: Warum der Westen Abbas’ Coup von oben nicht unterstützen sollte.

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14.12.2006   19:12

Ein kurzer Werbespot

Bevor Ihnen der Pöbel das Buch vor der Nase aus der Auslage reißt, bestellen Sie doch schon mal vor: “Die kleine Chefin. Ein Trostbuch für versklavte Eltern”. Einen ungefähren Eindruck von Stil und Inhalt gibt’s hier. Und regelmäßige Erinnerungen natürlich hier auf der Achse. Und nun: Weiter im Programm.

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14.12.2006   12:21

Die Wahrheit scheibchenweise

Hinterher ist man immer schlauer. Als die Amerikaner Ende Oktober 2002 anboten, den in Bremen aufgewachsenen Türken Murat Kurnaz aus dem Gefangenenlager Guantanamo Bay freizulassen und nach Deutschland abzuschieben, winkten die Deutschen ab. Das war rückblickend ein schlimmer Fehler: juristisch, politisch und menschlich. Der heutige Außenminister Frank-Walter Steinmeier leitete die Runden, in denen dieser Fehler begangen wurde. Er muss sich deshalb zu Recht unbequeme Fragen stellen lassen.
Gegen Kurnaz lag nichts Konkretes vor, das hatten die US-Dienste längst ermittelt. Seine Familie lebte in Bremen, die Türkei wollte ihn nicht - gute Gründe, den damals 20-Jährigen wieder einreisen zu lassen. Fairerweise muss man den damals Handelnden aber zugestehen, dass es durchaus auch gute Gründe gab, Kurnaz zurückzuweisen. Die Bundesregierung fühlte sich mitverantwortlich für die Attentate vom 11. September 2001. Die Täter um Mohammed Atta hatten in Hamburg gelebt, praktisch vor der Nase deutscher Behörden. Entsprechend sensibilisiert waren diese im Jahr darauf, wenn es um Islamisten ging.

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13.12.2006   19:10

Zauber der Zweideutigkeit

“Nicht die Existenz von israelischen Atomwaffen hat sich in den vergangenen Jahren bewährt - wohl aber die “Politik der Zweideutigkeit”. Wenn die EU, wie von Deutschland angekündigt, wieder eine gewichtigere Rolle als Vermittler im Nahen Osten einnehmen will, wäre es wünschenswert, dass ihre Vertreter zuvor diese geopolitische Lektion nachholen.” Lesenswert: Yassin Musharbashs Analyse darüber, warum Israel mit dem Schweigen über seine Atomwaffen einfach besser fährt – und das auch friedliebenden Arabern entgegenkommt.

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13.12.2006   12:16

Eine Sammlung von Streichelspuren und Kratzern

Wann ist der Mensch erwachsen? Wenn er mit 18 seine Volljährigkeit feiert? Wenn er sich erstmals hinter das Steuer eines Autos setzt? Ob Mann oder Frau, ob jung oder alt – jeder von uns hat eine andere Vorstellung davon, zu welchem Zeitpunkt und durch welches Erlebnis er selber zu einem mündigen, erwachsenen Menschen gereift ist. Die Redaktion »Moderne Zeiten« des »Kölner Stadt-Anzeigers« hat Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zeitung gebeten, sich Gedanken über ihr ganz persönliches Erwachsenwerden zu machen. Daraus ist die Serie »Erwachsen« entstanden. Hier mein Beitrag zu der Serie, erschienen im Kölner Stadt-Anzeiger, 9./10. Dezember 2006.

Rauchen hat mich nie interessiert. Ich habe kein einziges Mal an einer Zigarette gezogen. Ich war auch nur sehr selten betrunken, aber nie aus Spaß, sondern aus Liebeskummer – und bereits nach zwei Gläsern Wodka. Diskos waren mir zu laut. Bis darauf, dass ich meinem Freund Gregor in der Grundschule seine Playmobil-Pferde geklaut habe, ist meine kriminelle Karriere ein Witz: Kein Feuer geht auf mein Konto, nicht mal an einen Schulstreich kann ich mich erinnern. Ich wollte eine Zeit lang Fußballtrainer werden, davor Sozialarbeiter in einem Indianerreservat, aber seit meinem zwölften Lebensjahr hat sich mein Berufswunsch nicht mehr verändert. Entsprechend habe ich mich in der Schule verhalten: An Fächern, die mich Zeit gekostet hätten, die ich für die Schülerzeitung benötigte, habe ich nur physisch teilgenommen.

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