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28.12.2006   22:04

Mahler mahnt Mahmud

Den Pass haben die deutschen Behörden ihm zwar weg genommen, aber Briefpapier hat er noch. Horst Mahler hat Irans Präsidenten Ahmadinedschad einen freundlichen Brief geschrieben – bekanntlich ist der Präsident selbst ein großer Briefeschreiber. Mahler mahnt: “Kein Geringerer als der Heiland Jesus Christus selbst hat uns vor den Juden gewarnt.” Jetzt hat der alte Kämpe der antifaschistischen Revolution auch noch die Religion entdeckt – und deshalb hurtig die “Offenbarung des Hotte Mahler” zu Papier gebracht: “Zum ersten Male hat durch Sie – hochverehrter Herr Präsident – eine große, starke und in der Welt geachtete Nation, deren kulturelle Wurzeln tief in das Altertum des Weltkreises hinabreichen, geschichtsmächtig die Frage aufgeworfen, deren wahrheitsgemäße Beantwortung die größte Weltmacht, die in der Geschichte je hervorgetreten ist, stürzen wird – die Macht des Judentums.” Halleluja Hotte! Und vergiss nicht: Die Juden haben Deinen Pass!

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28.12.2006   13:25

Gnade vor Recht für Saddam

Was tun mit einem gestürzten Tyrannen? Diese Frage hat sich in der Geschichte oft gestellt. Meist war die Antwort einfach: Man tötet ihn, bevor er weiter Schaden anrichtet. Senatoren der ehrwürdigen römischen Republik fanden nichts dabei, das Blut des Julius Cäsar zu vergießen. Und vor 17 Jahren, am 25. Dezember 1989, wurde der rumänische Ex-Diktator Nicolae Ceausescu in einem Schnellverfahren abgeurteilt und erschossen.

Als US-Soldaten einen der schlimmsten Tyrannen unserer Zeit, Saddam Hussein, im Dezember 2003 aus einem Erdloch bei Tikrit zogen, hat sich die uralte Frage neu gestellt. Sie wurde scheinbar klassisch beantwortet: Am Dienstag hat ein irakisches Gericht das Todesurteil gegen Saddam bestätigt.

Es gibt international viel Kritik am Verfahren gegen den Ex-Diktator. Parteiisch sei es gewesen, unfair, unhaltbar. In der Tat waren viele Details fragwürdig, zudem spielten Fragen nach den Strukturen des Regimes eine zu kleine Rolle. Trotzdem ist die …

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27.12.2006   17:53

Rosa Paprika

Die kleine Vorsitzende steht vor ihrem Schrank. Sie legt großen Wert darauf, dass sie ein großes Mädchen ist, das sich seine Sachen morgens selbst aussucht. Deshalb sagt sie, während sie in der Sockenschublade wühlt: »Papa, sag mal: Du bist ein tolles, großes Mädchen, weil du dir deine Klamotten schon selbst aussuchst.« Ich tue ihr den Gefallen. Eine rosa Unterhose, ein rosa Hemdchen und eine Jeans mit rosa Applikationen hat unsere Tochter bereits hervor gekramt. Jetzt hat sie auch rosa Socken entdeckt. Aber ein passender Pullover scheint einfach nicht zu finden. »Nimm doch den hier«, sage ich und strecke ihr einen blauen Strickpulli hin, der gut mit der Jeans harmoniert. »Nein, Papa, der passt doch nicht zu meinen Klamotten!«, erklärt Jael mitleidig. 

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27.12.2006   00:36

Same procedure …

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,456613,00.html

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24.12.2006   12:42

Fest der Empörten

Manchmal weiß man gar nicht, worüber man sich vor lauter Empörung zuerst empören soll. Die Geschichte von Henrico Frank, dem arbeitslosen Wiesbadener, ist so ein Fall. Wer nervt mehr: Der selbsternannte Arbeitslosenführer oder Medienkollegen, die sogleich eine Kampagne gegen den Mann starten? Und das ausgerechnet kurz vor Weihnachten, wo doch eigentlich Zeit für ein paar besinnliche Armutsgeschichten wäre.

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22.12.2006   17:52

Trauerspiel in New York

Langsam wird es lächerlich. Auch am Mittwoch konnten sich die Mächte der Welt nicht darauf einigen, gemeinsam gegen das Atomprogramm des Iran vorzugehen. Die Welt, so heißt es zwar aus den USA, Europa und dem UN-Sicherheitsrat, müsse mit einer Stimme sprechen - aber genau das passiert nicht.
Es geht bei den Resolutionsentwürfen nicht darum, ein ohnehin unterdrücktes Volk auszuhungern. Das angedachte Maßnahmenpaket wird die Funktionärsebene treffen und Material, Technologie und Finanzströme kappen, die mit dem illegalen Atomprogramm zusammenhängen. Erstaunlich offen führen China und Russland dagegen eigene Interessen an - und schützen das Land vor internationalem Druck. Moskau hat gar ein Raketen-Abwehrsystem in den Iran verkauft. Offenbar nehmen manche die Pläne des Präsidenten Ahmadinedschad immer noch nicht ernst. Eine Mischung aus Hasenfüßigkeit und Egoismus verhindert seit Monaten Sanktionen. Teherans Propaganda gibt den Westen deshalb regelmäßig der Lächerlichkeit preis. Witzig ist das Ganze aber nicht.

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22.12.2006   17:39

Mohammed schlägt die Prinzen

Namen sind ein Beweis. Wer wissen will, was in einer Gesellschaft mal en vogue war, dem können Namensstatistiken helfen. So kann man die Marotte vieler Ex-DDR-Bürger, ihre Kinder mit Namen wie Ronny oder Cindy zu beschenken, als subversive Annäherung an den amerikanischen Klassenfeind begreifen. Unvergessen auch die interessante Frage des TV-Moderators Friedrich Küppersbusch an den CDU-Politiker Rudolf Seiters: “Ihr Bruder heißt Adolf, Sie heißen Rudolf. Und wie waren Ihre Eltern sonst so?” Dass Seiters 1937 geboren wurde, braucht man da nicht extra zu erwähnen.

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21.12.2006   12:08

Voller Einsatz: Was unsere Leser machen

Auf meinen Eintrag “Voller Einsatz” haben sich zahlreiche Leser gemeldet. Während sich die Hamas, laut Reuters, “für die Vernichtung Israels einsetzt”, setzen sich unsere Leser beispielsweise für Folgendes ein:

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