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13.02.2007   15:52

Fakten und Fiktionen in Jerusalem

Die Baupläne für eine Brücke zum Tempelberg auszusetzen ist eine freundliche Geste von Jerusalems Bürgermeister Uri Lupolianski in einer multireligiösen Stadt. Das Genehmigungsverfahren wird nun verfeinert, aber die Fakten bleiben - genau wie der bitter ernste Konflikt, der hinter den muslimischen Protesten gegen das Projekt steht. 

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13.02.2007   15:48

Wladimir und die bösen Amis

68 Prozent der Bundesbürger sind nach einer am Dienstag veröffentlichten Emid-Umfrage der Meinung, Russlands Präsident Wladimir Putin habe mit seiner Kritik an der US-Außenpolitik auf der Münchner Sicherheitskonferenz Recht gehabt. 22 Prozent sind anderer Ansicht. No further comment.

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12.02.2007   12:05

Doch kein Woodstock in Pjöngjang

Woodstock in Pjöngjang fällt aus. Das Festival “Rock für den Frieden”, mit dem die unter Imageproblemen leidende Demokratische Volksrepublik (dreifach gemoppelt hält besser) Nordkorea im Sommer 2007 ihre guten Absichten beweisen wollte, wird nicht stattfinden. Mehr als 50 westliche Bands hatten sich angemeldet, auch wir hatten an dieser Stelle vor genau zwei Monaten über den Coup berichtet. Doch der Organisator des Festivals, ein Exil-Koreaner, hat sich nun derart mit dem Regime zerstritten, dass er “Rock für den Frieden” kurzerhand absagte. Mehr noch: Nach Jahren unermüdlichen Werbens für Staat und Partei ist Jean-Baptiste Kim abtrünnig geworden. Schuld ist das süße Gift des Kapitalismus. Kim hat seine Homepage “Voice of Korea” geschlossen und dort ein bemerkenswertes Dokument seines Abschieds vom Kommunismus hinterlassen.

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10.02.2007   11:18

Verletzte Gefühle und reale Politik

Wie so oft, wenn von islamischen Aktivisten und Politikern heilige Stätten, wertvolle Tabus oder religiöse Gefühle geschützt werden müssen, steht auch im Falle der Empörung um die Bauarbeiten am Jerusalemer Tempelberg nichts weiter als profane Realpolitik dahinter. Das wäre ja so weit nicht dramatisch – so läuft politische PR nunmal. Dass Problem ist, dass auf die künstliche Empörung nicht nur irgendwelche Dummbatze hereinfallen, denen man Fraitags offenbar alles erzählen kann, sondern dass sie auch unter uns Westlern auf seufzende Anteilnahme stößt, bevor sich jemand mal die Mühe gemacht hat, sich beispielsweise den Ort des Geschehens genau anzuschauen – wozu gibt es Google Earth? “Müssen diese Israelis auch immer provozieren?” Ja, müssen sie. Denn die Jerusalemer Stadtverwaltung ist für die Gläubigen aller drei monotheistischen Religionen in der Altstadt verantwortlich. Sie kann es sich nicht leisten, dass ein paar neugierige Christen aus Bad Harzburg am Tempelberg von einer windschiefen Brücke fallen. Deshalb …

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09.02.2007   13:41

Das Wort zum Freitagsgebet

Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert einen ranghohen Hamas-Funktionär aus Gasa, Nisar Rajjan, heute wie folgt: “Es gibt nicht, was sich Israel nennt, weder in der Realität noch in der Vorstellung”. Wer dies voreilig für borniert, für einen Grund zu Pessimismus oder für ein Indiz hält, dass auch eine palästinensische “Einheitsregierung” nichts Verheißungsvolles für Israel bedeutet, der sollte innehalten. Spätestens morgen werden wir in deutschen Zeitungen eine andere Interpretation von Rajjans Klarstellung lesen: Wenn die Hamas öffentlich einräumt, dass Israel nicht existiert – heißt das nicht, dass ein Schwenk zum Pragmatismus unmittelbar bevorsteht? Denn kann man etwas, das nicht existiert, zerstören? Hat die Hamas damit nicht indirekt einen Gewaltverzicht angedeutet? Und bedeutet das nicht indirekt-indirekt-indirekt eine Anerkennung Israels? Eben. Frieden in Nahost steht unmittelbar bevor. Allerdings nur, wenn Israel endlich aufhört, in unerträglich provokanter Art Besucherbrücken am Tempelberg zu bauen, wegen denen die Al-Aksa-Moschee zusammenzubrechen droht. Schließlich hat der dicke Scharon bereits …

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07.02.2007   21:26

Im Schatten der Bombe

Trotz Kritik aus dem eigenen Land und aller Welt bleibt Irans Regierung im Streit um das Atomprogramm hart. Der Kölner Stadt-Anzeiger beschäftigt sich am 8.2. auf einer Doppelseite mit dem Thema. Die einzelnen Texte sind online.

Auf Kollisionskurs – Wahied Wahdat-Hagh über die politischen Strömungen im Iran und ihre Haltung zum Atomprogramm
Für Israel sind alle Szenarien denkbar – Yossi Melman über israelische Reaktionsmöglichkeiten und psychologische Kriegsführung
USA erhöhen den Druck – Übersicht über die Diskussion in den USA
Hoffen auf Diplomatie – Wie europäische und US-Bürger zum Iran stehen
Was sagen die Nachbarn? – Sechs Fragen und Antworten zum Atomprogramm.

Für den optischen Eindruck und zum Aufheben trotzdem morgen zum Kiosk …

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06.02.2007   21:45

Die Neocons sind tot. Es leben die Neocons!

Der Falke hat Löcher in den Socken. Wenn ein Bild perfekt zum „Ende der Neocons“ passt, dann ist es das von Paul Wolfowitz Ende Januar in einer türkischen Moschee. Ausgerechnet der Chef der Weltbank ist zu knauserig für neue Strümpfe und präsentiert der staunenden Welt beim Schuheanziehen entblößte dicke Zehen. Peinlicher geht’s nicht. Als Vize-Verteidigungsminister der USA war Wolfowitz einer der meistgehassten Männer der Welt, Architekt des Irakkriegs, Falke der Falken, zusammen mit Richard Perle, den selbst seriöse Medien ohne Scheu als „Fürst der Finsternis“ bezeichnen. Fast hätte man meinen können, diese „neuen Konservativen“ aus den Denkfabriken Washingtons hätten übermenschliche Kräfte. Sie waren linke Trotzkisten und Anhänger des rechtskonservativen Carl Schmitt, sie waren Neoliberale und Erzreaktionäre, christliche Eiferer und jüdische Weltverschwörer - und das alles auf einmal.

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03.02.2007   11:08

Der Klimawandel als Jüngstes Gericht

"Klimaforscher schlagen Alarm: Erderwärmung und Meeresspiegel, so sagen sie voraus, steigen gefährlich an. Wer anderes errechnet, gilt ihnen als Leugner. Obwohl eine entgegengesetzte Forschung Fehler der Apokalyptiker aufdecken könnte, wird sie nicht gefördert. Der Umgang mit dem Thema trägt inzwischen geradezu religiöse Züge.” Ulli Kulke setzt sich in der ”Welt” mit dem neuesten UN-Klimabericht auseinander. Ein ausgewogener, intelligenter Artikel, für den Senordaffy einen Lesebefehl ausstellen würde – ich schließe mich an. 

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