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06.02.2012 21:37
Jammern ist geil!
Die Menschen in der Werbebranche jammern. Das gab’s noch nie und deshalb muss man genauer hinsehen. Die Welt ist schön, die neue Milch ein Wahnsinn, wer das neue Auto nicht kauft, ein Idiot und wer noch nie die neue Apfelsorte aus Timbuktu probiert hat, ein Depp. Kein Wunder, dass es lange Zeit als cool galt, in dieser Branche zu arbeiten. Doch nun dies: Die Werber finden, so verkündeten sie gerade öffentlich, keinen Nachwuchs mehr. Niemand mehr da, der sinnlos Quatsch-Werbesprüche erfinden will, die hinterher mangels intelligenter Konkurrenz auch noch ausgezeichnet werden?! Niemand mehr da, der nachts in der Bar mit seinem coolen Job prahlen mag?! Die Aussicht, mit einem blöden Spruch berühmt zu werden – zählt das alles plötzlich nichts mehr? Was sagen die Kokain-Hersteller? Okay, das nehme ich zurück, das ist natürlich nur ein Klischee.
Zehntausende frei Stellen sind angeblich zu besetzen. Aber die jungen Leute, die …
29.01.2012 14:01
Voll krass, das mit den Zahlen!
Dialog zwischen Teenies beim Warten auf die Berliner S-Bahn (es gibt derzeit viele Dialoge, denn man wartet häufig, weil die S-Bahn oft ausfällt):
Teenie 1: „Ey Alter, wie viel sind drei Prozent von 6000 Euro?“
Teenie 2: „Tausend Euro!“
Teenies 1-4 lachen. Einer sagt: „Du bist voll blöd, Mann!“
Teenie 1: „Rechne doch noch mal nach, ist ganz einfach.“
Teenie 2: „Ist voll schwierig. Also nochmal. 500 Euro?“
Teenie 1: „Nein. Also, du nimmst die 6000, durch 100 und dann mal drei.“
Teenie 2: „Wie viel ist das dann?“
Dialog zwei. Mutter und Sohn fahren S-Bahn und üben Rechnen, der Sohn ist sieben Jahre alt.
Mutter: „Wie viel ist 9 durch 1?“
Sohn (wie aus der Pistole geschossen): „81!“
Mutter: „Bist du sicher?“
Sohn: „Ich glaube, …
19.01.2012 04:48
Eine Seefahrt, die ist lustig…
…und zwar genauso lange, bis es ernst wird. Dann sind gute Nerven gefragt. Leider haben die meisten Menschen keine guten Nerven, wie und woher auch, das Leben ist anstrengend. Deshalb wird es auch immer Unglücke wie in Italien geben. Den Kapitän würde ich samt seinem Handy in einem Rettungsboot 100 Kilometer vor der Küste aussetzen. Ein echter Seebär überlebt das. Und falls nicht, sagen wir einfach: „Irgendwas ist schiefgelaufen“ – mit diesem Satz nämlich rechtfertigt sich der sogenannte Kapitän der „Costa Concordia“, der angeblich irrtümlich in eines der ersten Rettungsboote „gefallen“ ist, weshalb er seinen Auftrag, im Notfall als Letzter von Bord zu gehen, leider nicht ausführen konnte.
Eine Seefahrt ist lustig, aber eben auch grundsätzlich gefährlich. Bunte Prospekte und fröhliche Bücher täuschen darüber hinweg, dass ein Schiff, so lange in den Weltmeeren keine Schienen verlegt werden, naturgemäß eben auch untergehen kann und so hat sich die einst …
18.01.2012 05:56
Freakshow, 2. Teil
Die Erde ist ein guter Planet, er ist voller bunter Blumen, warm und schön und beseelt von verständnisvollen, lebensbejahenden, innovativen Lebewesen. Alle haben alle lieb, nur manchmal fallen einige durch den Kuschel-Rost, aber das sind Kollateralschäden, für die wir alle ein wenig Verständnis aufbringen sollten. Hier ist der Beweis: Anatolij M. hatte 29 Frauenleichen in seiner Wohnung, als ihn die Polizei festnahm. Ich schreibe diese Geschichte übrigens nur auf, weil meine Freakshow-Geschichte auf www.achgut.com so viel positive, unterstützende Anteilnahme fand. Viele Leser schrieben mir, dass die Welt unerfreulicher weise voller geistig und körperlich ungewaschener Menschen sei und schilderten mir ihre Erlebnisse. Das hat mir Mut gemacht, Freakshow, Teil 2, aufzuschreiben.
Anatolij ist zwar, so meine Ferndiagnose, geistig krank, aber auch er findet natürlich gute Gutmenschen, die das alles nicht so schlimm fanden, denn schließlich hat er die Leichen, die er wie Puppen zurechtmachte, nicht in ihrer Wohnung aufs …
14.01.2012 21:46
Freakshow
Es gibt in Berlin gerade ein Varietéprogramm, das „Freakshow“ heißt. Ich brauch‘ das nicht; ich gehe einfach vor die Haustür. Die Stadt ist voller Freaks und Zombies und schrecklicher Begebenheiten. Als ich vor drei Tagen frohgemut aus der Tür trat, war gerade drei Häuser weiter ein Mann aus dem Fenster gesprungen. Er lebte noch, bot aber keinen schönen Anblick. Als ich abends nach Hause ging, stand in seinem Hausflur ein Mann mit Fahrradhelm und ich werde nie, nie wieder einen Mann mit Fahrradhelm ansprechen. Ich habe es leider getan, denn ich wollte wissen, wie es dem traurigen Menschen ergangen war. Der mickrige Mann mit dem Helm fragte mich, vermutlich ist er ein Beamter mit eingebautem Fragekatalog, allen Ernstes, wie der Mann denn geheißen habe.
Ich glaube nicht, dass es Selbstmörder gibt, die eine Visitenkarte einstecken, bevor sie aus dem Fenster springen – nur für den Fall, dass sie …
11.01.2012 12:17
Frauen, Alkohol und gutes Essen
Die Österreicher brauchen immer etwas zum Jubeln. Mal jubeln sie Diktatoren zu, dann wiederum, in Friedenszeiten, am liebsten ihren Künstlern. Die zweite Variante ist mir lieber. 2012 ist wieder ein großes Jubel-Jahr: Gustav Klimt wäre 150 Jahre alt geworden, aber leider werden Menschen nicht so alt und deshalb wird ihr Geburtstag nur dann nach eineinhalb Jahrhunderten gefeiert, wenn sie wirklich Großes geleistet haben. Kürzlich in Wien, da beklagte eine deutsche Reisende, sie könne überhaupt nicht nachvollziehen, warum Klimt angeblich so berühmt sei; ihr erschließe sich die Kunst in seinen Werken überhaupt nicht, alles sei schön bunt und golden, mehr aber auch nicht. Millionen Menschen in aller Welt sehen das anders, sie kaufen Regenschirme, Aschenbecher, Poster und Halstücher, auf denen der „Kuss“ zu sehen ist, Klimts „Goldene Adele“ gehört zu den teuersten Kunstwerken der Welt.
Am 14. Juli wird Wien Kopf stehen. Und bis dahin bereitet sich die Stadt …
10.01.2012 23:54
Dodl- und Lawinenalarm
Enthüllung: Im Winter schneit es! Wir erinnern uns: Vor einem Jahr war Deutschland weitgehend eingeschneit. Die Menschen jammerten, wie sie über jedes Wetter jammern. In diesem Jahr sind nur wenige eingeschneit und dann noch, halten Sie sich fest, in den Alpen. Das sind diese hohen Berge, in denen so merkwürdige Völker wie Schweizer oder Österreicher hausen. Und die Eingeschneiten sind freiwillig hingefahren, weil sie Skifahren wollten. Und nun das. Man wird sie verklagen müssen, die Bergvölker. Sollen die es doch im März schneien lassen oder nur nachts. Im Winter schneit es, da können Sie in Ö;sterreich oder der Schweiz jeden Bauern fragen. Manchmal sogar im Sommer! Als Kind staunte ich immer über die Radio-Schneekettenwarnungen für den Großglockner, die in den Sommerferien verlautbart wurden. Und erfreute mich an den Fotos von hilflosen Zweibeinern, die liegengeblieben waren und im T-Shirt versuchten, aus dem Schlamassel wieder rauszukommen. Meistens hatten sie keine österreichischen Autokennzeichen. …
06.01.2012 21:40
DHL - Das halbe Leben
Guter Service sieht anders aus: Gerade wollte ich mit dem Herrn von DHL die Sache mit dem nicht ausgelieferten Paket klären. Auf Kunden-Kritik scheinen die DHL-Mitarbeiter allerdings nicht eingestellt zu sein. Sofort pampte mich der Mann an: „Dann werden Sie nicht zu Hause gewesen sein!“ Ich bin sicher, dass ich am betreffenden Tag zu Hause gewesen bin. Und auch am Tag davor, denn da will der DHL-Mitarbeiter angeblich auch hier gewesen sein. Mein Einwand, dass Bekannte ähnliche Erfahrungen mit DHL gemacht haben, macht ihn wütend. Jetzt holt er die Hammer-Keule raus: „Ich kann Sie das nächste Mal auch in die Hauptstraße schicken!“
Für Post – und DHL-Kunden bedeutet das Wort Hauptstraße in Berlin-Schöneberg nichts Gutes: Das Postamt ist meistens hoffnungslos überlastet, man steht dort bis zu einer halben Stunde (und länger) an, wenn man nur schnell eine Sendung abholen will. Seinen Namen nennt mir der Mitarbeiter nicht, als …


