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  05.11.2014   21:28   Leserkommentare (1)

Silvis Culture Club (72): Die biblische Fußwaschung des Joghurtbechers - und anderer grüner Unsinn

Ich mag Menschen, die den Selbstversuch nicht scheuen. Demnach sind meine lie-ben Achse-Kollegen Michael Miersch und Dirk Maxeiner meine grünen Helden. Sie sind so schön unaufgeregt und sachlich und das tut der grünen Sache, bei der die Menschen gern in Schnappatmung verfallen, sobald sich herausstellt, dass man ihre Meinung nicht teilt, gut. Sehr gut. Man kann sogar lächeln und lachen über grüne Denkansätze und Projekte! Jetzt haben die beiden ein Buch verfasst, das so dick ist, dass man es im Notfall einem zweifelnden Gegenüber, grün oder nicht, an den Kopf knallen kann. Vorher sollte man es allerdings lesen („Alles grün und gut? - Eine Bilanz des ökologischen Denkens“, Verlag Knaus, 384 Seiten, 19,99 Euro).

Es ist ja so, dass fast jeder gern grün und bio ist und die Steigerung von all dem Blödsinn ist vegan. Das ist...

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Kategorie(n): Kultur  Wissen 

  30.10.2014   10:34   Leserkommentare (2)

Wie kann man den Jesiden helfen?

Die IS hat im nordirakischen Sindschar-Gebirge tausende Jesiden eingekreist – es sind rund zehntausend Menschen, die ihre Heimat nicht verlassen wollen. Die IS setzt auf Zeit: Wenn der Winter kommt, droht den Mitgliedern der religiösen Minderheit der Erfrierungstod. Martin Kranz, ein Unternehmer aus Weimar, seit 2004 der Intendant der Jüdischen Kulturtage Berlin, ist Koordinator der „Privaten Humanitären Flüchtlingsthilfe Nordirak”. Silvia Meixner hat mit ihm gesprochen.

Ein Unternehmer aus Weimar hilft verfolgten Jesiden – wie kam es dazu?

Martin Kranz: Ich saß am 27. August diesen Jahres mit Freunden bei einem Kaffee und sie haben mir vom Schicksal ihres Volkes im Nordirak berichtet. Bei diesem Gespräch war der Vorsitzende des Yezidischen Forums Minden, Samir Khalaf, dabei. Er und Achmad Bakir, ein jesidischer...

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Kategorie(n): Ausland 

  01.10.2014   07:17   Leserkommentare (1)

Silvis Culture Club (71): Mund halten und füttern!

Ich habe mal wieder alles falsch gemacht. Kürzlich habe ich einem kleinen Hund, der von einem größeren überfallen wurde, Mut zugesprochen, ich habe ihm zugeflüstert, dass er wieder in Sicherheit wäre und alles wieder gut wird. Dazu gab es Köstlichkeiten aus der Küche. Wenn ein kleiner Hund von einem großen attackiert wird, ist das schließlich so, als würde sich unvermutet der Yeti oder ein Bär auf einen stürzen. Wer da kein beherztes Frauchen oder Herrchen an der Seite hat, dem Gnade Gott. Der kleine Hund nahm meine tröstenden Worte klaglos hin (immerhin, er hat nicht gewinselt!). Aber ich muss ihn unendlich genervt haben, denn gerade lese ich: “Hunde wollen keine Gespräche”. Das hätte die Menschheit aber wirklich früher herausfinden können!

Die neuen Erkenntnisse stammen aus dem Fachmagazin “Behavioral Processes”,...

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Kategorie(n): Kultur  Bunte Welt 

  12.09.2014   18:28   Leserkommentare (1)

Silvis Culture Club (70): „Sad songs make me happy“.

In ihrem Heimatland Israel, in der Türkei und in Spanien ist sie längst ein Star, in Berlin brachte sie die Synagoge in der Rykestraße zum Jubeln. Yasmin Levy ist die erfolgreichste Vertreterin der Ladino-Musik, der Musik der sephardischen Juden. Sie singt zum Weinen schön und sagt: „Traurige Lieder machen mich glücklich.“ Ihr Publikum auch. Neben den üblichen Smartphone-Filmern war diesmal auch ein Mann dabei, der ein uraltes Aufnahmegerät (Steinzeit?) in die Luft hielt.

Yasmin Levys Berufswunsch als Kind: „Ich wollte Julia Iglesias werden.“ Herzschmerz, der wehtut und heilt zugleich. Verglichen mit ihren Weisen, die häufig mit spanischem Flamenco kombiniert sind, ist der portugiesische Fado eine fröhliche Karnevalsveranstaltung. Yasmin Levys Vater starb, als sie ein Jahr alt war- in seinen Liedern lebt er weiter, sie...

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Kategorie(n): Kultur 

  10.09.2014   17:05   Leserkommentare (im Wartemodus)

Silvis Culture Club (69): S.O.S. von der Alm: Hilfe, die Araber kommen!

Dieser Ort ist tosend. Millionen Touristen haben im Lauf der Jahrhunderte fasziniert an der kleinen Brücke gestanden und die Kraft des berühmten Wasserfalls gespürt, der durch Bad Gastein rauscht. Bad Gastein war einst das „Monte Carlo der Alpen“, die Liste der berühmten Badegäste, die das Wasser der weltberühmten Thermalquellen genossen, ist lang: Kaiser Franz Josef I., Kaiserin Elisabeth, Kaiser Wilhelm I., Fürst Bismarck, Grillparzer, Schubert, Schopenhauer, Wilhelm von Humboldt besuchten im 19. Jahrhundert Bad Gastein und empfahlen es ihren Freunden weiter.

Kaum ein Gast kommt heute noch, um drei oder vier Wochen die Schönheit der Natur zu genießen. Früher, da residierten Maharadschas, Könige, Künstler, Industrielle in den Grandhotels des zauberhaft schönen Ortes im Salzburger Land in Österreich. Man verreiste...

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Kategorie(n): Kultur 

  31.08.2014   16:08   Leserkommentare (im Wartemodus)

Silvis Culture Club (68): Zwischen Spinat und Smartphone - Wie man Mütter in den Wahnsinn treibt

Kinder nerven. Sie stellen jahrelang zermürbende Fragen und kaum sind sie groß, werden sie aufmüpfig und verlassen wenig später das Haus. Zurück bleiben Mütter, die auch noch Fragen hätten an das liebe Leben. Zum Beispiel: „War das jetzt alles?“ oder „Habe ich in den vergangenen 18 Jahren viele Fehler gemacht?“ Auch wichtig: „Wo sind diese 18 Jahre eigentlich geblieben? Und wie viele meiner 28-53 Falten verdanke ich meinem Kind?“ Leider werden diese mütterspezifischen Fragen nicht beantwortet. Das wäre ja auch noch schöner, schließlich antwortet das Leben auch dem Rest der Bevölkerung stets nur unzureichend und häufig kommen die Antworten in Form von Ohrfeigen.

Zwei Mütter haben das beinahe unendliche Leid zwischen Spinat und Smartphone analysiert. Jahrelang! Nächtelang! Herausgekommen ist „Der Brei und das...

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Kategorie(n): Kultur  Bunte Welt 

  26.06.2014   22:22   Leserkommentare (1)

Silvis Culture Club (67): Todesfalle Selfies

Haben Sie Rücken? Oder Knie? Wie altmodisch. Ich habe Tipperitis und eine Wischschulter im Anfangsstadium. Die Tipperitis-Symptome sind eindeutig – wie sonst nur bei Blinddarmdurchbruch oder Schnupfen. Weil auf meinem Notebook ein Zeichen „fehlt“, die Plastikverblendung ist schon vor langer Zeit abgefallen und ich habe keine Ahnung, welches Schriftzeichen mir dabei abhanden kam, ich vermisse nämlich keines, muss ich immer darum herum tippen. Die kleine Taste ist leider auch nicht nachzukaufen; vermutlich ist es billiger, ein neues Notebook zu kaufen. Durch die jahrelange Lücke haben die Finger meiner rechten Hand nun Tipperitis entwickelt. Aus Spanien kommt die Erfindung einer anderen neuen Krankheit, „Whatsappitis“ befällt Menschen mit Smartphone – also langfristig uns alle – und umschreibt Sehnenscheidenentzündungen...

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Kategorie(n): Kultur 

  23.06.2014   19:58   Leserkommentare (1)

Silvis Culture Club (66): Eine Oase für die Handwerker von Manhattan

Ich habe eine Leidenschaft, ich lese mich für mein Leben gern durch Luxusimmobilien. Sie brauchen etwas im Salzkammergut oder in Dubai? Ein Schloss in Ungarn, halbwegs gut erhalten und bezahlbar? Oder doch lieber was Eigenes in Florida, um die Ersparnisse zu parken? Fragen Sie keinen Makler, fragen Sie mich!

Ich hab‘ da wieder was für Sie. Kein Schnäppchen, aber eine Immobilie, bei der die Freunde und Kollegen die Ohren anlegen werden. Ich interessiere mich nicht für Schnäppchen, die Jagd nach Sonderangeboten ist Strümpfen und Notebooks vorbehalten; bei Immobilien sollte man nicht knausrig sein. Manche Immobilien leben von ihren Swimmingpools, andere von ihrer Geschichte. Das Haus von Truman Capote in Sagaponack gehört dazu. Drei Schlafzimmer, zwei Badezimmer, 185 Quadratmeter Wohnfläche, großer Garten, 1,6 Hektar Land,...

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Kategorie(n): Kultur