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19.02.2012   08:52

Der nächste Bundespräsident. Ein Steuerberater?

Wird die Affäre Wulff jetzt doch noch zum Lehrstück? Und zwar über den Journalismus? Der Journalismus, so scheint sie uns lehren zu wollen, enthüllt nicht nur Probleme, er schafft auch Fakten. Vulgo: Recherchen haben nicht nur Ursachen, sie haben durchaus auch Folgen. Zur Hauptfolge der Affäre Wulff droht die Beschädigung des Amtes zu werden, und zwar nicht allein durch den gewissermaßen des Tauschhandels verdächtigen Amtsinhaber, sondern auch durch das Offenlegen, sprich Veröffentlichen von Flugtickets und anderem Abgeflogenen: Wer bei einem Bundespräsidenten von Hotelrechnungen spricht, wird er nicht bald nur noch von Hotelrechnungen sprechen? Ist es nicht die B- Seite des Investigativen, eine Amtsbeschädigung durch demokratische, also mehrheitsgestützte Prüfung? Die öffentliche Verhandlung von offenen Fragen ist

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18.02.2012   04:33

Die Methode Diez

Im Spiegel hat vor kurzem das Faschistenfinden die Form der Rezension angenommen.

Wir berichteten hier:

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/der_spiegel_macht_es_moeglich/

Jetzt gibt es einen offenen Brief von Autoren des Verlags:

http://www.buchjournal.de/513086/

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13.02.2012   08:05

Der Spiegel macht es möglich

Die Titelgeschichte des Spiegel vom heutigen Montag handelt von der NPD. Der Spiegel ist ein Nachrichtenmagazin. Der Unterschied zur Nachrichtenagentur besteht wohl auch darin, dass das Magazin dazu da ist, die Nachricht zu dramatisieren.

Ob die NPD eine Titelgeschichte wert ist, bleibt Sache des Magazins. Jedenfalls ist diese Partei nicht gefährlicher, als sie es immer schon war und - auch das wäre dazu zu sagen- sie ist nicht erfolgreicher als bisher, sie ist erfolglos.

Einer der Aspekte, die uns von anderen europäischen Ländern unterscheiden, ist nicht zuletzt der, dass der Rechtsextremismus, der politisch organisierte, bei Wahlen in Deutschland eine marginale Rolle spielt. Unsere Gesellschaft zeigt kaum Interesse am Extremismus. An dieser guten Eigenschaft ändert auch die Existenz von drei mutmaßlichen Mördern in Zwickau

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04.02.2012   16:54

Fünfte Jahreszeit mit Scharia?

Unser Föderalismus treibt manchmal noch schönere Blüten als der zurecht geschmähte Zentralismus andernorts. Zu den Eigenheiten der politischen Verschachtelung gehört, dass jeder Dorfbürgermeister den Eindruck hat, zu allem und jedem etwas sagen zu können. Die dezentralisierte Macht lässt den Dorfbürgermeister zum Minister werden, und, was schlimmer ist, sie verleitet ihn dazu, zu meinen, er sei tatsächlich von ministeriablem Format.

Jochen Hartloff (SPD, und kurz Aktion Sühnezeichen) ist Justizminister in Rheinland-Pfalz. Er war Bürgermeister in Kusel. Für jene, denen zu dieser Topographie nichts einfallen sollte: Es handelt sich um den Mainzer Karneval und die Weinstraße, um den Steingerüttelkopf und die Porta Nigra, um Schloß Stolzenfels und den Hunsrück, um Speyer, den Saumagen und Trier. Der Justiziar dieses

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02.02.2012   08:45

Ein Protektorat für Griechenland

Das Missverständnis beginnt damit, dass man mit Griechenland eine große Zeit verbindet. Kein Nachrichtenbild ohne Akropolis. Der Westen hält das Land nicht nur für einen Ausläufer der Antike, sondern gleich für einen Repräsentanten dieser Hochkulturphantasie. Was er sich selbst symbolisch angeeignet hat, hält er insgesamt für symbolisch transportierbar.

Griechenland aber ist nicht Griechenland. Es ist es nie gewesen. Das heutige Griechenland gibt es seit dem frühen 19. Jahrhundert und seine Traditionen beruhen auf dem Bekenntnis zur Ostkirche und zu deren politischer Ausmalung, zu Byzanz. Byzanz war, als ideeller und realer Mittelpunkt der Orthodoxie, nie an Reformen beteiligt, weder an kirchlichen noch an weltlichen.

Die zweite Prämisse für das Wesen des heutigen Griechenland stellt eine jahrhundertelange osmanische

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28.01.2012   11:15

Klasse Zustand

In der Debatte um den Bundespräsidenten geht es längst nicht mehr um diesen. Es geht um die politische Klasse insgesamt. Diese Debatte war fällig, und die Sache mit dem Bundespräsidenten womöglich nur der Anlass. Gerade weil es nicht um eine bestimmte Partei geht, sondern um den ganzen Block, eignete sich der handlungspolitisch Neutrale, der Protagonist im Amt des Präsidenten, zu Vorführung.

Das verrät uns nicht zuletzt das fortwährende Anschwellen der Debatte. Indem sie vom Banalen zum Bezeichnenden kommt, sagt sie uns etwas, was wir im Übrigen bereits zu glauben wissen. Sie sagt uns, dass unser System sich in der Krise befindet, aber auch, dass diese Krise durchaus nicht in dem, was wir bisher vermutet haben, besteht. Makroökonomisch, geopolitisch. Es ist vielmehr eine Krise der menschlichen Verhaltensweisen, kurz gesagt,

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25.01.2012   20:59

Neues Deutschland, nazifrei?

Ein knappes Jahr ist es her, dass die Linke wieder einmal die Talsohle ihrer Rhetorik erreicht hatte. Zu dem Medialdesaster trug damals wesentlich Gesine Lötzsch bei, eine der beiden aktuellen Vorsitzenden der Partei. Sie hatte in einem Artikel für das pro-kommunistische Blatt „Junge Welt“  über „Wege zum Kommunismus” nachgedacht.
                                                                                                                                                                         
Sie ist nicht die einzige in der Partei, die immer noch metaphorische Morgenröte zu sehen glaubt. Unter dem Diktat der auf gehenden Sonne stehen nicht wenige Genossen, zumindest aus der so genannten Kommunistischen Plattform, der politischen Heimat

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17.01.2012   07:45

Vom Denker zum Publizisten oder Aus dem intellektuellen Chorleben

Will man sich die heutigen Intellektuellen erklären, fängt man immer noch bei den Weltkriegen an. Am Beginn des Ersten, 1914, herrschte weit gehend der nationale Konsens. Nach vier Jahren Krieg aber, mit modernen Mitteln, war auch das alte Weltbild obsolet.
  Über den Schützengräben wölbte sich ein neuer Gedanke des Gemeinsamen. Jenseits der triumphierenden Mächte und ihrer Richtlinien wurde angesichts des allgemeinen Ausgeliefertseins, das Menschliche wieder ins Blickfeld gerückt. Zu den nationalen Fragen kamen die sozialen, neben die Sicherheit des Nationalstaats trat die Forderung nach dem Sozialgefüge.
  So konnten von neuem Kräfte und Energien der sozialen Bewegungen des 19 Jahrhunderts, die längst vergessen waren, die Kräfte von 1848, in Erscheinung treten.
  Die Intellektuellen gingen auf Distanz zur ungeliebten

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