Beiträge von
Kategorien
Archiv
21.02.2012 10:00
Luther und der Präsident der Schmerzen
Nun haben wir (schon länger) eine Pfarrerstochter und (in Kürze) einen Pfarrer i. R. an der Spitze unseres Landes. Wie wurde das möglich? Ein wichtiger Aspekt dieses Geschehens ist die Tatsache, dass es sich bei beiden, bei der Tochter und dem Ruheständler, um Personen evangelischer Tradition handelt. Es wäre für die Tochter eines katholischen Pfarrers ungleich schwieriger gewesen, bis ins Kanzleramt aufsteigen. Jedenfalls in der CDU. Beide Unionsparteien hätten sich gegen einen solchen Aufstieg so vehement gewehrt wie sie sich lange Zeit gegen Joachim Gauck gewehrt haben.
Joachim Gauck hatte es leichter aber auch schwerer, weil er evangelisch ist. Mancher hätte gerne im Schloss Bellevue einen katholischen Kontrapunkt zur Kanzlerin gesetzt. Allerdings hätte man in diesem Fall wohl auf einen Pfarrer verzichten müssen. Warum? Weil ein katholischer Pfarrer keine First Lady mit ins Schloss gebracht hätte, was ein trauriger Präzedenzfall gewesen wäre. Eine Präsidentschaft ohne First Lady ist …
20.02.2012 19:36
Ein gewisses Lächeln
Ein Frauenlächeln hat immer etwas Geheimnisvolles. Das geheimnisvollste hat bekanntlich Mona Lisa, von der nun eine ebenfalls lächelnde Schwester aufgetaucht ist, was die Sache entweder noch geheimnisvoller oder weniger geheimnisvoll macht. Das kann man sich aussuchen. Inzwischen gibt es eine dritte Lächelnde namens Bettina Wulff, deren Lächeln beim Rücktritts-Auftritt ihre Mannes die Menschen kaum weniger fasziniert als das der Mona Lisen.
Soll man es mit Francoise Sagan ein gewisses Lächeln nennen oder war es doch nur ein ungewisses Lächeln? Warum hat Bettina Wulff überhaupt gelächelt, wo es doch eigentlich nichts zu lachen gab? War es ein eitles Lächeln, ein letztes Bad im Blitzlichtgewitter der Medien? War es ein verlegenes Lächeln, das die Peinlichkeit des Auftritts überspielen sollte? War es ein wissendes Lächeln, das sagte: “Ihr werdet schon sehen, was ihr nach mir kriegt.” War es ein trauriges Lächeln, im Wissen um die schreckliche Rückkehr ins Klinkerhaus von Großburgwedel? …
20.02.2012 11:22
Leben ohne Wulff
Zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre ist Deutschland in eine abgrundtiefe Krise gestürzt. Zum zweiten Mal müssen wir wochenlang ohne einen Bundespräsidenten leben. Beim ersten Mal, als sich Horst Köhler so plötzlich von diesem Amt verabschiedete, haben wir die schreckliche, die präsidentenlose Zeit knapp durchgestanden. Die Menschen liefen verzweifelt und Hände ringend durch die Straßen, verlorene Schafe in einer verwirrenden Welt. Niemand gab uns Orientierung, niemand sagte uns, wo es lang geht, niemand schützte uns vor moralischen und anderen Sackgassen. Gerade noch rechtzeitig kam die Erlösung in Gestalt von Christian Wulff. Und nun haben wir auch ihn nicht mehr. Ob wir ein zweites Mal die Schrecknisse eines Lebens ohne einen Orientierung gebenden Präsidenten an der Spitze des Staates durchstehen werden?
Nun wird mancher sagen, die Orientierung, die er braucht, bietet ihm sein GPS-gesteuertes Navigationssystem ebenso gut, wenn nicht besser als ein Präsident. Das ist im Prinzip richtig. Aber …
10.02.2012 15:49
Die Klimaleugner
Der strenge Winter ist ein gefundenes Fressen für die Klimaleugner. Immer mehr frierende Menschen kehren den Vertretern der Erderwärmung den Rücken und laufen ins Lager der Klimaleugner über. Wenn die Erderwärmer nicht bald ein überzeugendes Gegenmittel herbeizaubern, zum Beispiel einen Sommereinbruch noch im Februar, werden sie über kurz oder lang als Generäle ohne Truppen da stehen.
Das Klima ist sei eh und je ein umstrittenes und schwer berechenbares Phänomen. Es gibt das Kleinklima, das Großklima, das Langfristklima und das Kurzfristklima, das im Volksmund auch Wetter heißt. Es gibt das Nordklima und das Südklima, das europäische Klima, das asiatische Klima, das amerikanische Klima und das afrikanische Klima. Es gibt das pazifische Klima , das atlantische Klima und das Mittelmeerklima. Es gibt das Seeklima und das Kontinentalklima. Es gibt das Wüstenklima und das Regenwaldklima. Und es gibt die Klimakatastrophe. Oder etwa nicht?
Spätestens hier scheiden sich die Geister. …
10.02.2012 15:35
Die Klimaleugner
Der strenge Winter ist ein gefundenes Fressen für die Klimaleugner. Immer mehr frierende Menschen kehren den Vertretern der Erderwärmung den Rücken und laufen ins Lager der Klimaleugner über. Wenn die Erderwärmer nicht bald ein überzeugendes Gegenmittel herbeizaubern, zum Beispiel einen Sommereinbruch noch im Februar, werden sie über kurz oder lang als Generäle ohne Truppen da stehen.
Das Klima ist sei eh und je ein umstrittenes und schwer berechenbares Phänomen. Es gibt das Kleinklima, das Großklima, das Langfristklima und das Kurzfristklima, das im Volksmund auch Wetter heißt. Es gibt das Nordklima und das Südklima, das europäische Klima, das asiatische Klima, das amerikanische Klima und das afrikanische Klima. Es gibt das pazifische Klima, das atlantische Klima und das Mittelmeerklima. Es gibt das Seeklima und das Kontinentalklima. Es gibt das Wüstenklima und das Regenwaldklima. Und es gibt die Klimakatastrophe. Oder etwa nicht?
Spätestens hier scheiden sich die Geister. Wie …
06.02.2012 12:20
Die Schönheit der Scharia
Die Anwendung der Scharia in der deutschen Rechtsprechung ist außerordentlich problematisch. Warum? Weil die deutschen Richter überhaupt nicht im islamischen Recht ausgebildet sind. Ihre Ausbildung konzentriert sich auf das Grundgesetz, das bürgerliche Recht und das deutsche Strafrecht. Wird es nicht höchste Zeit, deutsche Richter auch in die subtilen Schönheiten der Scharia einzuführen?
So kann der traditionell ausgebildete Richter bis heute nicht beurteilen, wann eine Frau nur ausgepeitscht werden muss oder wann sie zur Steinigung ansteht. Dieses Nichtwissen könnte zu tragischen Fehlurteilen führen. Zwar kann eine Frau, die fälschlicherweise nur ausgepeitscht wurde, nachträglich noch ergänzend zur Steinigung freigegeben werden. Umgekehrt aber ist eine solche Strafergänzung nicht möglich, da nach einer Steinigung nur noch posthum gepeitscht werden könnte.
Nun machen solche dramatischen Fälle bekanntlich nur einen kleinen Teil der Scharia aus. Widmen wir uns also der alltäglicheren Frage des Züchtigungsrechts. Welcher Richter weiß schon, wie und wann der …
06.02.2012 10:21
Die Schönheit der Scharia
Die Anwendung der Scharia in der deutschen Rechtsprechung ist außerordentlich problematisch. Warum? Weil die deutschen Richter überhaupt nicht im islamischen Recht ausgebildet sind. Ihre Ausbildung konzentriert sich auf das Grundgesetz, das bürgerliche Recht und das deutsche Strafrecht. Wird es nicht höchste Zeit, deutsche Richter auch in die subtilen Schönheiten der Scharia einzuführen?
So kann der traditionell ausgebildete Richter bis heute nicht beurteilen, wann eine Frau nur ausgepeitscht werden muss oder wann sie zur Steinigung ansteht. Dieses Nichtwissen könnte zu tragischen Fehlurteilen führen. Zwar kann eine Frau, die fälschlicherweise nur ausgepeitscht wurde, nachträglich noch ergänzend zur Steinigung freigegeben werden. Umgekehrt aber ist eine solche Strafergänzung nicht möglich, da nach einer Steinigung nur noch posthum gepeitscht werden könnte.
Nun machen solche dramatischen Fälle bekanntlich nur einen kleinen Teil der Scharia aus. Widmen wir uns also der alltäglicheren Frage des Züchtigungsrechts. Welcher Richter weiß schon, wie und wann der …
26.01.2012 15:18
Zurück zur Monarchie, zweiter Teil
Mein Vorschlag, die aktuelle Krise um den Bundespräsidenten grundsätzlich durch ein “zurück zur Monarchie” zu lösen, hat den Achgut-Leser Frances Johnson zu einem Gegenvorschlag angeregt. Während ich an den jungen Hohenzollern-Prinzen Georg Friedrich von Preußen, ersatzweise an den Fürsten Karl Friedrich ("Charly an the Jivemates") von Hohenzollern dachte, empfiehlt Frances Johnson einen bayerischen Monarchen für Deutschland:
“Ich finde, wir sollten das Modell erst mal mit einem älteren Kandidaten ausprobieren und möchte daher Herzog Franz von Bayern vorschlagen. Er ist bereits 78 Jahre. Sein Vater wurde allerdings 91. Herzog Franz bietet einige Vorteile: Erstens ist er ein Nachfahr der Stuarts, das ist doch etwas überaus Edles. Zweitens wohnt er im Nymphenburger Schloss, wo er auch geboren ist, einem Altbau mit großzügigem Garten und Schwänen, braucht somit keine Kredite für Eigenheime. Leider ist er unverheiratet, ist aber eins von vier Kindern, so dass sich sicher Nachfolger finden ließen. …


