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23.10.2007   16:35

9/11 “nicht so schlimm”

Eine originelle neue Erkenntnis verdanken wir der diesjährigen Literaturnobelpreisträgerin Doris Lessing. Die Anschläge vom 11. September 2001 seien gar nicht so schlimm gewesen, sagte sie der spanischen Tageszeitung El Pais in einem Interview. Zitat:

“September 11 was terrible, but if one goes back over the history of the IRA, what happened to the Americans wasn’t that terrible. Some Americans will think I’m crazy. Many people died, two prominent buildings fell, but it was neither as terrible nor as extraordinary as they think. They’re a very naive people, or they pretend to be. Do you know what people forget? That the IRA attacked with bombs against our Government.”

Man kann also nach Mrs Lessing Schreckliches gegeneinander aufrechnen. Knapp 3.000 Menschen starben am 11. September 2001 in New York und Washington, aber das sind weniger als die 3.500 Todesopfer, die der IRA-Terror in drei Jahrzehnten …

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23.10.2007   07:59

Schuldeneisberg voraus!

Eigentlich hätte ich erwartet, dass Holger Schmieding und ich dafür kritisiert würden, in unserem Kurzbericht “More mirage than miracle” (von dem heute auch die Times berichtet) ein zu düsteres Bild der britischen Wirtschaft gemalt zu haben. Aber das Gegenteil ist der Fall. Der Kommentator des Telegraph bescheinigt uns, dass wir die Lage immer noch zu rosig sehen:

Personal debt could sink ss Great Britain

It’s been plain sailing for the UK economy thanks to a constant reach of low interest rates. But things have got too easy, and we’ve steered ourselves into some choppy waters, with many on the good ship Great Britain starting to feel queasy and out of their depth. I refer to the swell of debt. ...

The Policy Exchange think-tank describes our economy as “more mirage than miracle”. It describes an …

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22.10.2007   18:18

German team damn UK economic ‘miracle’ as a sham

... schreibt der Daily Telegraph in seiner Online-Ausgabe, und ich bin einer der Deutschen, auf den sich die Zeitung dabei bezieht:

Britain’s economic resurgence over the last fifteen years has been driven by record levels of household debt and a public spending spree that cannot continue, according a German-led team of economists.

The report was mostly written by two German economists: Holger Schmieding, chief Europe economist for Bank of America, and Policy Exchange’s chief economist Oliver Hartwich.

“We’re two Germans who came to Britain believing its was a free-market haven and we’re disturbed by what we’ve found. This is the year when the state sector in the UK as a share of GDP rises above the level in Germany. It’s shocking,” said Dr Hartwich.

“The rest of Europe has been cutting taxes and pushing through reforms, and what has Britain …

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17.10.2007   16:25

NHS - Nicht hygienische Skandale

Die Briten und ihre Gesundheit: fürwahr eine merkwürdige Beziehung. In kaum einem Land wird aus der Ausgestaltung der öffentlichen Gesundheitsversorgung eine so quasi-religiöse Angelegenheit gemacht wie in Großbritannien. Es gibt den Nationalen Gesundheitsdienst NHS, der nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt wurde, um jedem Einwohner eine gute und kostenlose medizinische Betreuung zu garantieren. Seitdem bildet man sich ein, dass der Rest der Welt die Briten wegen dieses Versprechens beneidet. Dabei ist nur zu offensichtlich, dass es nur zum Teil eingehalten wird, denn der NHS ist zwar in der Tat kostenlos zu benutzen, aber von einer wirklich guten Gesundheitsversorgung kann keine Rede sein.

Schmutzige Krankenhäuser sorgen immer wieder für Schlagzeilen, zuletzt vor wenigen Tagen. Da wurde bekannt, dass in einem einzigen Hospital in der Grafschaft Kent 90 Patienten an Infektionen gestorben sind, die auf mangelnde Krankenhaushygiene zurückzuführen waren. Sicher ein Skandal, aber leider kein Einzelfall. Meine Frau, die …

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11.10.2007   15:22

Der Grenzgänger

Veröffentlicht in Jüdische Allgemeine, Nr. 41/2007 (11. Oktober 2007), S. 3

Als Sänger verkaufte Cat Stevens Millionen Alben. Dann trat er zum Islam über, hetzte gegen Israel und Juden. Nun soll es mit der Radikalität vorbei sein. Wer ist Yusuf Islam?

Auf dem Soundtrack der späten 60er- und frühen 70er-Jahre, also jener Zeit im Niemandsland irgendwo zwischen Beat, Disco und Punk, ist kein Vorbeikommen an Cat Stevens. Mit ruhigen Folksongs wie Father and Son, Wild World und Morning has broken konnte Stevens, der in London geborene Sohn eines zypriotischen Griechen und einer Schwedin, damals ein internationales Publikum für sich gewinnen. Noch vor seinem 30. Geburtstag hatte der Sänger, der eigentlich Steven Demetre Georgiou heißt, weltweit mehr als 40 Millionen Alben verkauft.

Hätte Stevens so weitergemacht, dann würde er nun wohl sein Leben als Folkrock-Legende genießen können. Doch Stevens zog sich Ende der 70er-Jahre abrupt …

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11.10.2007   11:46

TaxifahrerInnen mit Migrationshintergrund gesucht

Entlang der Haupteinkaufsstraße in meinem Londoner Stadtteil gibt es eine Reihe von “Convenience Stores”. Das sind jene Geschäfte, die in der Regel (fast) rund um die Uhr geöffnet haben und von freundlichen Menschen mit Migrationshintergrund geführt werden. Wenn ich es mir recht überlege, so bin ich in solchen C-Stores noch nie von weißen Engländern bedient worden. Aber mir ist das auch vollkommen egal, wer mir nach Schließung der größeren Supermärkte mein Häagen-Dazs verkauft. Die Marktwirtschaft ist doch eine wunderbare Einrichtung, weil es in ihr nicht auf Hautfarbe, Religionszugehörigkeit oder Nationalität des Verkäufers ankommt, solange nur Produkt, Preis und Service stimmen.

Es gibt aber auch Leute, die das anders sehen. Ken Livingstone, der Londoner Bürgermeister, gehört dazu. Er stellte in diesen Tagen zu seinem Erschrecken fest, dass es einen ganzen Berufszweig gibt, in dem ethnische Minderheiten (aber auch Frauen) unterrepräsentiert sind. Die Rede ist von Londons Taxifahrern. Ganze fünf …

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09.10.2007   09:43

Einundzwanzig

Einundzwanzig Teenager sind in diesem Jahr bereits in London ermordet worden, zuletzt der 17-jährige Rizwan Darbar. Er hatte versucht, einen Handydiebstahl zu verhindern.

Ein friedliches Pflaster war London auch in den vergangenen Jahren nicht, aber die Gewalt in der Hauptstadt hat in jüngster Zeit dramatische Ausmaße angenommen. Und das Schlimmste: Man gewöhnt sich daran. Nachrichten wie jene von Rizwan Darbar schaffen es kaum noch in die Six O’Clock News. Dafür muss dann schon ein Elfjähriger ermordert werden, wie etwa im Fall des (allerdings in Liverpool) erschossenen Rhys Jones, um der Tragödie einen Nachrichtenwert zu geben. Morde von Teenagern an Teenagern sind hingegen so üblich wie Verspätungen bei der U-Bahn, und wenn etwas nur regelmäßig genug passsiert, dann wird irgendwann nicht mehr davon berichtet.

Konservativen-Parteichef David Cameron spricht oft von der “broken society”, die es zu heilen gelte. Wer wollte ihm beim Blick in …

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08.10.2007   14:53

Savill Building: Sie haben es gemerkt …

Bis heute Mittag hatte man sich in Windsor noch über den nicht gewonnenen Stirling Prize gefreut. Nun haben sie gemerkt, dass sie ihn doch nicht erhalten haben. An der Pressemitteilung mussten sie trotzdem nicht viel ändern:

The Royal Landscape congratulates The Museum of Modern Literature in Marbach am Neckar, by David Chipperfield Architects, winners of the RIBA Stirling Prize 2007, and is delighted that The Savill Building, Windsor Great Park, was a finalist in this prestigious award. One of only two UK candidates, The Savill Building was commissioned by The Crown Estate and designed by Glen Howells and was opened in June 2006. ... Philip Everett, Deputy Ranger of The Crown Estate’s Windsor Great Park says: “We are delighted that The Savill Building has been a finalist for such a prestigious prize.”

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