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08.01.2007   09:20

2007 - das Jahr der Westminsterastrologie

Die britische Politik bietet derzeit gute Beschäftigungsmöglichkeiten für arbeitslose Kremlastrologen. Wir erinnern uns: zu Zeiten des Kalten Krieges war es oft kaum möglich, eindeutige Stellungnahmen sowjetischer Politfunktionäre zu erhalten. Also war man darauf angewiesen, zwischen den Zeilen offiziöser Verlautbarungen zu lesen. Das war zwar nicht unbedingt eine zuverlässige, aber doch die einzige Möglichkeit, sich ein Bild von den Plänen der Regierung zu machen.

Nicht viel anders geht es derzeit in Westminster zu. Nachdem Tony Blair von der Opposition in seiner eigenen Partei dazu gedrängt worden war, öffentlich zu erklären, dass er sein Amt bis spätestens zum nächsten Gewerkschaftskongress im September 2007 niederlegen wird, blühen die Spekulationen über die Zukunft der Regierung. Genährt werden sie dabei von sibyllinischen Äußerungen aus dem Kabinett und der Partei.

Es gibt mehrere Gründe, warum es derzeit so schwer ist, die Zeit nach Tony Blair vorherzusagen. Noch ist nicht einmal klar, wann …

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07.01.2007   19:40

Noch ein Neuer

Liebe Leser,

nachdem sich gestern bereits der Kollege David Harnasch hier vorgestellt hat, bin ich heute an der Reihe. Ich grüße Sie aus London.

Hauptberuflich arbeite ich seit etwa zwei Jahren bei “Policy Exchange”, einem liberal-konservativen Think Tank in Westminster. Dort kümmere ich mich vor allem um die Wirtschaftspolitik, in der auch auf der Insel einiges im Argen liegt. Die Vorstellung vom wirtschaftsliberalen Großbritannien ist nämlich leider ein kontinentaleuropäischer Mythos.

Über meine Erfahrungen mit der britischen Politik habe ich bislang bereits in der Rubrik “London Calling” beim Antibürokratieteam und seit neuestem auch im Magazin Capital geschrieben. Ich werde nun zusätzlich auch an dieser Stelle aus dem Westminster Village …

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23.12.2006   19:46

Have yourself a merry little Winterval

Beim Besuch des Nürnberger Christkindlesmarktes am letzten Wochenende konnte ich mich persönlich davon überzeugen, dass der Advent in Deutschland immer noch ganz traditionell begangen wird. Da gab es neben Glühwein und Lebkuchen die altvertrauten Weihnachtslieder, einen Posaunenchor und holzgeschnitzte Krippen. Niemand würde wohl in Nürnberg oder sonstwo auf deutschen Weihnachtsmärkten auf die Idee kommen, das Weihnachtsfest um angeblich nicht mehr zeitgemäße, religiöse oder als politisch unkorrekt angesehene Elemente zu bereinigen. Genau das passiert aber gerade in England.

An die Grußkarten mit „Season’s Greetings“, also „jahreszeitlichen Grüßen“, musste man sich schon seit einigen Jahren gewöhnen. Neu ist allerdings, dass heute nicht einmal mehr entfernt christliche Motive auf ihnen abgebildet sind. Es gibt ja schließlich auch Atheisten, Juden, Muslime oder Buddhisten, denen man mit einem Weihnachtsgruß vielleicht zu nahe treten könnten – selbst wenn die meisten von ihnen offenbar selbst ein (säkularisiertes) Weihnachten feiern. Auf Londons Einkaufsstraßen sind Musliminnen mit …

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06.12.2006   14:03

Kein Krebs durch Mobiltelefone

Ab und zu gibt es selbst im alarmistischen Independent gute Nachrichten, zum Beispiel heute. Eine gross angelegte Studie (420.000 Teilnehmer) kommt zu dem Schluss, dass von Mobiltelefonen kein Krebsrisiko ausgeht.

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