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11.01.2007   17:50

Gefährlicher als die Luftwaffe

Seit über zwei Jahren befasse ich mich mit der Frage, warum britische Häuser so alt, so klein und so teuer sind. Das Ergebnis der Untersuchungen: es liegt vor allem am Raumplanungssystem. Dirk Maxeiner hatte seinerzeit davon berichtet.

Auch aufgrund unserer Publikationen hatte Gordon Brown, der britische Schatzkanzler, die Ökonomin Kate Barker von der Bank of England beauftragt, einen Bericht zur Reform des britischen Planungswesens anzufertigen. Diesen veröffentlichte sie im Dezember und sprach sich darin - allerdings sehr, sehr vorsichtig - für eine Deregulierung aus. Das brachte ihr damals diese wenig schmeichelhafte Charakterisierung in der Sunday Times ein:

Britain’s most dangerous woman is a mild-mannered, middle-aged mumsy lady who hides away in a bank. Though she might not appear an architect of doom, her …

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11.01.2007   12:10

Rettet den Planeten: Opfert Kühe!

Zu den besonderen Vergnügen, die Lesern des Daily Telegraph vergönnt sind, gehört die Kolumne von Boris Johnson. Jeden Donnerstag bringt Bo-Jo, wie er hier auch genannt wird, das aktuelle Tagesgeschehen bissig, respektlos und, wenn es sein muss, gnadenlos polemisch auf den Punkt. Das ist um so erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass Mr Johnson in erster Linie kein Journalist (mehr) ist, auch wenn er bis Ende 2005 noch Herausgeber des Nachrichtenmagazins The Spectator war. Tatsächlich sitzt er nämlich seit 2001 als Abgeordneter für den Wahlkreis Henley, der in Oxfordshire liegt, im Unterhaus. Dort hat er es inzwischen zum konservativen Schattenminister für Bildung gebracht.

Wer nun aber erwartet hätte, dass sich Bo-Jo von Parteidisziplin, Sprachregelungen und Sachzwängen einengen lassen würde, der wird allwöchentlich im Daily Telegraph eines Besseren belehrt. Wortgewaltig macht er sich über die Absurditäten der britischen Politik lustig und schlachtet dabei eine …

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10.01.2007   15:08

“… occasionally drunk, much misunderstood.”

For two years, I was Germany’s only Euro-sceptic columnist. The editor of Die Welt had approached me because, tellingly, he couldn’t find a single German writer prepared to criticise Brussels. The readers’ letters I got during those two years opened my eyes to a very different Germany. Die Welt is, as it were, Germany’s Daily Telegraph: intelligent, cultured, Right-of-centre. Its readers were cosmopolitan, and they loathed the Brussels racket. Every article I wrote provoked a crop of exasperated emails. “Why does it take a foreigner to write as you do,” they would ask. “Why won’t anyone in Germany say these things?”

So beginnt ein hervorragender Artikel von Daniel Hannan in der heutigen Ausgabe des Daily Telegraph. Darin erklärt er, dass die Deutschen im Grunde ihrer Seele mindestens genauso EU-skeptisch sind wie die Briten. Kein Wunder, schließlich …

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10.01.2007   14:45

The Trial of Tony Blair

Wer in diesen Tagen durch London geht, kann an jeder Ecke Plakate mit Portraitaufnahmen britischer Premierminister finden. Margaret Thatcher und John Major sind dabei sehr staatstragend abgebildet. Tony Blair hingegen ist nur im Profil zu sehen .. und er hält ein Schild mit seinem Namen und einem Aktenzeichen.

Es handelt sich bei diesen Plakaten um Werbung für ein neues Dokudrama das Fernsehsenders More4, das am nächsten Montag ausgestrahlt werden soll. Der Titel des Fernsehfilms: “The Trial of Tony Blair”. Nach Angaben des Senders geht es dabei um ein fiktives Gerichtsverfahren gegen Blair, in dem diesem der Irakkrieg zur Last gelegt wird. Auf der Website von More4 hört sich das so an:

It is some time in the future. Gordon Brown is moving in. President Clinton is looking for her second term in the White House. And Tony Blair has swapped …

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09.01.2007   23:55

Blair rudert zurück

Das konnte ja nicht gutgehen. Nachdem Tony Blair zunächst erklärt hatte, er denke gar nicht daran, seine Urlaubsreisen aufgrund des Klimawandels in Zukunft einzuschränken, wurde er sogleich von britischen Umweltaktivisten wegen seiner schockierenden Ehrlichkeit attackiert. Dafür war ihnen kein historischer Vergleich zu schräg. So schrieb der Kolumnist des Guardian George Monbiot in einem offenen Brief an den Premierminister:

You say that flying less is a sacrifice too great for the people of this country to bear. But the last time the world was faced with an existential crisis - the rise of the Axis powers - millions of people were asked to sacrifice their lives to prevent it. Now, we are being asked to sacrifice our holidays in Florida and Thailand. Have we - have you - become so soft and so …

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09.01.2007   13:27

Blair fliegt weiter

Nachdem sich Umweltstaatssekretär Ian Pearson noch vor wenigen Tagen öffentlich Gedanken über die Luftfahrtindustrie gemacht hatte (Zitat: “Ryanair are not just the unacceptable face of capitalism, they are the irresponsible face of capitalism"), hat sich heute nun Mr Pearsons Chef zu Wort gemeldet. Frisch aus dem Winterurlaub in Miami zurückgekehrt, erklärte Tony Blair dem Sender “Sky News”, er würde auch in Zukunft nicht auf Langstreckenflüge in den Urlaub verzichten. Er sagte wörtlich:

I personally think these things are a bit impractical actually to expect people to do that. I think that what we need to do is to look at how you make air travel more energy efficient, how you develop the new fuels that will allow us to burn less energy and emit less.

How - for example - in the new …

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09.01.2007   09:30

Heuchelei in Politik und Medien

In den Schlagzeilen der Londoner Abendzeitungen durfte gestern ein Wort nicht fehlen: “hypocrisy” (Heuchelei) - fett gedruckt, unterstrichen und mit einem Ausrufezeichen versehen. Bezogen waren diese Anschuldigungen auf Ruth Kelly, Kommunalverwaltungsministerin in Tony Blairs Kabinett, und sie setzen sich in den heutigen Zeitungen von “Sun” bis “Telegraph” fort. Doch was sich den Lesern offenbar als veritabler Skandal darstellen soll, sagt mehr über den Zustand der britischen Presse aus als über das angebliche Fehlverhalten einer Politikerin.

Worin bestand also die “Heuchelei” von Mrs Kelly? Mrs Kelly war bis vor acht Monaten Bildungsministerin und ist Mutter von vier Kindern. Drei dieser Kinder besuchen staatliche Schulen. Ein Sohn jedoch fiel in der Schule jüngst durch Lernschwächen auf, woraufhin sich Mrs Kelly entschied, ihn in einem privaten Internat anzumelden, das sich auf die Förderung solcher …

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08.01.2007   11:07

Zeit für ein wenig Heldenverehrung

Die BBC Politics Show hat zu einer Online-Umfrage eingeladen, in der “politische Helden” gesucht werden. Es sieht sehr nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen aus: Auf der einen Seite Tony Benn, der Hauptvertreter des linken Flügels der Labour Party - sozusagen das britische Gegenstück zu Erhard Eppler. Auf der anderen Seite Margaret Thatcher, Premierministerin von 1979 bis 1990, sozusagen das britische Gegenstück ... zu wem eigentlich?

Wie auch immer:  Derzeit führt Tony Benn noch mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,09 %. Aber das könnte man ja ändern ...

Zur Umfrage, die am Donnerstag um 11.00 Uhr deutscher Zeit enden wird, geht es hier.

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