Beiträge von Dr. Oliver Marc Hartwich
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26.01.2007 10:18
Britische Konservative denken über Militärschlag gegen Iran nach
A pre-emptive military strike against Iran involving British troops could be launched under a Conservative government after David Cameron yesterday refused to rule out the use of force against the Gulf state.
Mr Cameron said it would be wrong for a future Tory administration to rule out an attack on Iran. “It’s not sensible to rule all these things out in advance however much you want to avoid them.”Speaking at the World Economic Forum in Davos, Switzerland, he said that while Iran had a right to civil nuclear power it was imperative that the West stopped the country developing nuclear weapons. “Especially as the president [of Iran] has said that he wants to wipe the state of Israel off the map.”
Quelle: Daily Telegraph
Da kann man nur hoffen, dass sich eine …
25.01.2007 15:24
Können Porsche-Fahrer ein gutes Gewissen haben?
Der Automarktexperte Professor Ferdinand Dudenhöffer von der FH Gelsenkirchen erläutert heute in der Tageszeitung “Die Welt” seinen Vorschlag zur Senkung der Kohlendioxidemissionen des Straßenverkehrs. Damit sollen die Emissionen, wie von der EU verlangt, auf 140 Gramm CO2 pro gefahrenem Kilometer verringert werden.
Zitat:
Um das Ziel der 140 g/km-Grenze im kommenden Jahr doch noch zu erreichen, hat CAR-Chef Ferdinand Dudenhöffer einen Emissionshandel vorgeschlagen, bei dem die Hersteller von umweltbelastenden Autos den Bau von sparsamen Fahrzeugen subventionieren. Danach müssten Autobauer mit schlechten Werten eine Art Strafe an die Hersteller mit gut bewerteten Autos zahlen, sodass diese Wagen noch billiger werden und die Boliden mit dem hohen-CO2 Ausstoß noch teurer. Oder aber der jeweilige Automobilbauer investiert mehr, um den Grenzwert einzuhalten. Schafft er das mit technischen Maßnahmen nicht, muss er über eine einzurichtende Börse bei der umweltfreundlichen Konkurrenz “handelbare …
25.01.2007 09:28
Kein Frühstück mehr bei Gordon
Es ist nicht immer leicht, Teilnehmer zu den Veranstaltungen von Think Tanks zu locken. Gestern ist es uns wohl gelungen, über 70 Leute für die Vorstellung unseres neuen Planungsberichts zu interessieren, aber mit dem früheren Sozialminister Peter Lilley und der Bank of England-Ökonomin Kate Barker hatten wir auch zwei hervorragende Redner.
Viel leichter ist es natürlich, wenn man seine Gäste nicht irgendwohin einlädt, sondern nach 11 Downing Street. Das ist der Wohnsitz des Schatzkanzlers Gordon Brown und somit das eigentliche Zentrum der Macht in Großbritannien. Nun stellte sich heraus, dass es einen Think Tank gibt, der seit 1999 nicht weniger als 200 Veranstaltungen in 11 Downing Street abgehalten hat. Das Peinliche dabei: dieser Think Tank hat enge persönliche Beziehungen zum Schatzkanzler. So war der jetzige Staatssekretär im Finanzministerium und Brown-Vertraute Ed Balls bei eben diesem Institut …
24.01.2007 12:12
Slippery slope
So spannend es auch ist, in der Politikberatung zu arbeiten, so sehr wünsche ich mir doch, mittelfristig in den Journalismus zu wechseln. Und daher freue ich mich auch immer besonders, wenn ich für Zeitungen schreiben darf wie heute erstmals für den Guardian.
Mein Artikel über die sozialen Probleme der Hauspreisinflation unter dem Titel “Slippery slope” kann hier abgerufen werden, und bei den Kollegen vom Antibürokratieteam berichte ich von den ersten (vorhersehbaren) Reaktionen auf unseren neuen Raumplanungsreport.
24.01.2007 09:16
Warum ist IKEA so teuer?
Als ich vor knapp drei Jahren nach England gezogen bin, brauchte ich für die Einrichtung der Wohnung noch einige Möbelstücke: ein Bücherregal, einen kleinen Tisch und ein paar Stühle. So führte mich der Weg zu einem Londoner IKEA-Markt, der sich in nichts von einer deutschen Filiale zu unterscheiden schien. Auch in England muss man auf dem Weg zu dem nützlichen Kleinkram, den man bei IKEA kurz vor den Kassen findet, durch die Abteilungen für Küchen, Kinderzimmer und Wohnzimmer laufen. Auch gibt es exakt dasselbe Menü im IKEA-Restaurant mit Lachs und Köttbullar an Preiselbeerkompott. Aber etwas schien mir dann doch merkwürdig, denn so billig, wie ich IKEA in Erinnerung hatte, kamen mir die Preise dann doch nicht vor.
Ich nahm also einen IKEA-Katalog mit nach Hause und rief meine Freundin Jenny an. Jenny ist nicht nur ein großer Fan von IKEA, sie lernt seit neuestem sogar Schwedisch (als ob …
23.01.2007 08:38
What have the Americans ever done for us?
Nun ist es beinahe amtlich: Deutschland ist das amerikakritischste Land der Welt. In einer Umfrage von BBC World zum Image der Vereinigten Staaten in 25 Ländern gab es in keinem anderen Land eine negativere Sicht des US-Einflusses auf die Weltpolitik. 74 Prozent der Deutschen halten ihn für überwiegend negativ. Zum Vergleich: Im Libanon sagten dies nur 58 Prozent und in Polen gerade einmal 24 Prozent.
Die BBC fasst die deutsche Stimmung so zusammen:
German views of US influence have worsened significantly over the last year, with negative attitudes increasing from 65 to 74 percent. Only 16 percent of respondents say they have a mostly positive view of US influence in the world, down from 21 percent. Negative attitudes about the US are also reflected in …
22.01.2007 16:25
Wer hat an der Uhr gedreht?
Die Antwort auf diese Frage lautet Tim Yeo. Der konservative Umweltpolitiker, der zuletzt durch seine Forderung nach einem Verbot von Inlandsflügen und merkwürdige Reiseberichte auf sich aufmerksam machte, schlug vor, die Briten sollten aus Gründen des Umweltschutzes und der Verkehrssicherheit ihre Uhren ganzjährig um eine Stunde vorstellen. Ein Gesetzentwurf von ihm wird in dieser Woche im Parlament beraten.
“Doppelte Sommerzeit” nennt Mr Yeo seinen Vorschlag. Man könnte darin allerdings auch den Beitritt Englands zur Mitteleuropäischen Zeitzone sehen, was dem europhilen Politiker wahrscheinlich gefallen dürfte. Aber so kann man natürlich auf der Insel nicht argumentieren. Wer möchte schon, dass Londoner und Brüsseler Uhren dieselbe Zeit anzeigen?
Die Erfolgsaussichten für eine Zeitumstellung in England …
20.01.2007 14:45
Keine Zigaretten bei Muslimen?
Der britische Bloggerkollege Iain Dale hat eine Meldung in den Cambridge Evening News entdeckt, die man sich wirklich nicht ausdenken kann. In einer Filiale von WH Smith weigerte sich eine Angestellte, einer Kundin eine Packung Zigaretten zu verkaufen - aus religiösen Gründen. Als Muslima sei es ihr nicht erlaubt, Tabakwaren abzugeben.
Warum sie sich dann ausgerechnet von WH Smith einstellen lässt, wo es bestimmt noch andere Dinge gibt, die ein strenggläubiger Muslim vielleicht nicht verkaufen möchte (FHM, das “Whisky Magazine” oder Weihnachtskarten zum Beispiel), ist nicht bekannt. Sehr wohl ist aber bekannt, warum WH Smith sie eingestellt hat: eine Diskriminierung gegenüber potentiellen muslimischen Arbeitnehmern wäre nämlich rechtswidrig gewesen.
Übrigens sollte nicht unerwähnt bleiben, dass ein Sprecher der muslimischen Gemeinde in Cambridge erklärt hat, dass es im Islam überhaupt kein Verbot von Zigaretten gibt. …

