Beiträge von Dr. Oliver Marc Hartwich
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30.03.2007 09:07
BILD: Klima-Alarm, eine Öko-Lüge?
Unglaublich: Die BILD-Zeitung stellt die Klimawandelorthodoxie infrage, nachdem gerade in dieser Zeitung in den letzten Wochen der Katastrophismus geflegt wurde ("Sollen wir Deutsche die Welt alleine retten?"). (Dank an FDOG.)
29.03.2007 16:15
Praktische Umweltpolitik
Was deutschen Journalisten als Information “unter 2” (§ 16 I der Satzung der Bundespressekonferenz) bekannt ist, nämlich die Auskunft zur Verwertung ohne Quelle und ohne Nennung des Auskunftsgebenden, läuft im angelsächsischen Kulturkreis unter der Bezeichnung Chatham House Rule. Es sind für gewöhnlich die interessanteren Gespräche, die man mit Politikern führen kann, wenn sie einmal frei reden können, ohne sich um ihre Wiederwahl Gedanken machen zu müssen. Dabei führen die so übermittelten Auskünfte jedoch nur allzu deutlich vor Augen, auf welch merkwürdigen Annahmen Politik manchmal beruht.
Ein solches Chatham House Rule-Gespräch hatte ich heute Morgen mit einem britischen Politiker, und es ging um die Perspektiven der Klimapolitik. Es war nicht weiter überraschend, dass der Politiker den Klimawandel für das drängendste aller unserer Probleme hielt - überraschend war höchstens, dass er dies auch noch “off the record” meinte. Spannend hingegen fand ich …
29.03.2007 12:05
Pritzker Prize für Lord Rogers
Es ist wirklich ein Zufall, aber ich habe erst heute erfahren, dass Lord Richard Rogers, von dem ich gestern an dieser Stelle berichtete, beinahe zur selben Zeit mit dem Pritzker Prize, einer Art Nobelpreis für Architektur, ausgezeichnet wurde. Die Londoner Times widmet heute aus diesem Anlass den Ansichten des britischen Stararchitekten einen Artikel. Darin wird Rogers als Ästhet dargestellt, der allerdings an ökonomischer und historischer Unbedarftheit leidet.
Die beste Periode des englischen Städtebaus war für Rogers das georgianische Zeitalter, also die Zeit von 1714 bis 1830. Zitat:
…“The battle is to get cities as a whole up to the standards that Georgian cities used to be at with their tree-lined avenues, wonderful squares and great windows overlooking garden areas. It’s the coherent sense of place that you get with Holland Park and Belgravia, or the Victorian Notting Hill. These are wonderfully planned.”
28.03.2007 16:58
Millionäre unter sich
Meine jüngste Gehaltserhöhung kam ein wenig zu spät, sonst hätte ich doch glatt bei der Versteigerung des Penthouses von One Hyde Park mitgeboten. Allerdings hätte ich wahrscheinlich schon ein wenig früher mit dem Bieten aufgehört als der letztlich erfolgreiche Käufer. Für das Luxus-Apartment mit Aussicht wurden laut Londoner Zeitungsberichten 100 Millionen Pfund (147 Millionen Euro) gezahlt. Bereits vor einigen Wochen hatte die Tageszeitung “Die Welt” berichtet, was man dort für sein Geld erwarten kann:
Wer das Geld für eines der Penthäuser übrig hat, bekommt als Gegenleistung einen einmaligen Blick auf den Hyde Park, auf Wunsch kugelsichere Fenster, eine Luft säubernde Klimaanlage und einen so genannten Panic Room. Das gepanzerte Zimmer, ausgestattet mit einer Notrufanlage und allen überlebensnotwenigen Utensilien, soll die Bewohner vor Einbrechern sichern.
Dabei hatte “Die Welt” sogar noch das beste Feature vergessen, denn die Londoner Metro schreibt heute:
…
28.03.2007 14:17
Blogger, die besseren Journalisten?
Sind Blogger die besseren Journalisten, weil sie unabhängig von Politikern und Chefredakteuren sind? Das behauptet der britische Starblogger Paul Staines (alias Guido Fawkes). Erstaunlicherweise wurden ihm sechs Sendeminuten im britischen Pendant zu den deutschen Tagesthemen, dem BBC Two-Programm “Newsnight”, eingeräumt, um seine Sicht von Medien und Politik zu erläutern.
Den sehenswerten Beitrag gibt es hier.
28.03.2007 13:44
Noch ein Preis für Al Gore
Former US vice president Al Gore is to receive an honorary International Emmy award for his work in broadcasting. Gore will be recognised for his hard-hitting environmental documentary An Inconvenient Truth, which won two Academy Awards last month. ... The Founders Award, given to those who “touch our common humanity”, will be presented to Gore in November. (Quelle: BBC News)
Erst der Oscar, nun auch der Emmy - und dabei ist der gute Mann doch nur Politiker.
Was kommt als nächstes? Die Ehrenbürgerschaft von Tuvalu? Die Eröffnung des ersten Al Gore-Windparks? Oder können wir all diese lästigen Schritte überspringen und bereits zu Gores Lebzeiten zum “Santo Subito” übergehen? Fehlt eigentlich nur noch ein Wunder.
Hat jemand eine Idee, welches Wunder der scheinheilige Al vollbracht haben könnte, damit wir ihn dem Apostolischen Stuhl vorschlagen können? Für den originellsten Vorschlag stifte …
28.03.2007 08:20
What the …?
Für die, die es noch nicht gemerkt haben: Wir leben in einer Zeit des vorsorglichen Beleidigtseins und der schnellen Verbotsforderungen. Es sind kaum noch Äußerungen denkbar, mit denen man nicht irgendwem auf den Schlips treten würde, was natürlich selbst wiederum eine Diskriminierung des nicht-Krawatten-tragenden Teils der Bevölkerung darstellt. Am schlimmsten scheint es in der Werbung zuzugehen, der man (und natürlich auch frau) ohnehin schon skeptisch gegenübersteht. Kaum dass man dort einmal etwas lesen oder hören kann, was einem aus welchem Grunde auch immer missfällt, wird nach Verboten gerufen, die dann auch gelegentlich von halb-offiziellen Werberäten ausgesprochen werden.
So auch in Großbritannien. Hier waltet die Advertising Standards Authority (ASA), die sich auf ihren eigenen Plakaten mit dem Slogan “We are here to make advertising better. (Not to make better advertising, sorry.)” vorstellt. Ihre beiden jüngsten Entscheidungen weisen den Weg in die ASA-Geschmacksdiktatur - …
27.03.2007 16:58
Gesucht, aber nicht gefunden
Heute Morgen hatte ich einen kurzen Beitrag über die jüngste Rechtsprechung des Court of Appeal zur Vergewaltigung geschrieben. Das Thema fand ich einfach unter juristischen Gesichtspunkten interessant, unter anderem auch deshalb, weil die britische Regierung zur Verhinderung angeblicher Vergewaltigungen im Suff im letzten Jahr noch eine teure Werbekampagne aufgelegt hatte. Auch halte ich die sehr weite Auslegung des Vergewaltigungsbegriffs in England für rechtspolitisch verfehlt, zumindest aber doch sehr fragwürdig. Von strafrechtlichen Regeln erwartet man eben im Idealfall, dass sie klar umrissen sind, was vor der Entscheidung des Court of Appeal bei der Vergewaltigung eben nicht gegeben war.
Was ich aber wirklich nicht vorausgesehen hatte, war das Interesse an meinem Beitrag, wobei “Interesse an dem Beitrag” wahrscheinlich die falsche Formulierung ist, denn das Interesse galt lediglich den verwendeten Stichwörtern: Vergewaltigung bzw. “rape”, Sex, Alkohol. Da ich bei meinem anderen Blog die Besucherzahlen für jeden einzelnen Artikel ablesen …

