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  31.07.2015   09:42   Leserkommentare (im Wartemodus)

Monetäre Tollheit lässt sich noch steigern

Wenn man in einer Grube steckt, sollte man mit dem Graben aufhören. Jedoch gilt diese Weisheit offenbar nicht in der Eurozone. Nach fünf turbulenten Jahren der aus der monetären Integration Europas erwachsenen Krise planen führende europäische Politiker nun, mit Vollgas die nächste Stufe der Integration anzustreben. Es geht um die Integration der Fiskalpolitik.

In seiner aktuellen Ausgabe berichtet der SPIEGEL über Bestrebungen, die Haushalte der Eurozonen-Mitglieder enger zu koordinieren. In Zukunft könnte ein europäischer Finanzminister über einen nennenswerten Anteil der bisher nationalen Haushalte verfügen. Ein neues europäisches Schatzamt könnte auch eine eigene Steuerhoheit beanspruchen, indem es entweder einen Teil der nationalen Besteuerung an sich zieht oder die Berechtigung bekommt, einen Aufschlag darauf zu...

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Kategorie(n): Inland  Ausland  Wirtschaft 

  24.07.2015   10:46   Leserkommentare (im Wartemodus)

Zeit für die nächste Eurokrise

Die griechischen Banken haben wieder geöffnet, das dritte Rettungspaket wird geschnürt, und Griechenland nähert sich allmählich wieder einer Art von Normalzustand. Damit können wir uns wieder um andere Dinge kümmern: beispielsweise die Eurokrise.

“Halt!” höre ich die Leser rufen, es war doch die Eurokrise, die uns während der letzten Monate auf Trab gehalten hat. Da wäre ich mir aber nicht so sicher.

Griechenland ist ein Sonderfall. Die strukturellen Probleme seiner Volkswirtschaft sind riesig, aber seine wirtschaftliche Bedeutung für Europa, erst recht für den Rest der Welt, ist begrenzt. Das Bruttosozialprodukt von Griechenland ist lediglich ungefähr so groß wie das von Hessen, bei anderthalb mal größerer Bevölkerung.

Wie sich wieder gezeigt hat, waren enorme Anstrengungen nötig, um Griechenland in der Eurozone und...

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Kategorie(n): Ausland  Wirtschaft 

  16.07.2015   11:55   Leserkommentare (6)

Warum wird Deutschland der Schwarze Peter zugeschoben?

Leser dieser Kolumne wissen: Ich bin nicht Angela Merkels größter Fan. Auch halte ich ihre Griechenland-Strategie nicht für sehr erfolgreich. In den vergangenen Jahren hat sie zweifellos einige eklatante Fehler gemacht, die sowohl die Griechen als auch den deutschen Steuerzahler teuer zu stehen gekommen sind.

Dennoch empfinde ich das Kesseltreiben gegen die deutsche Bundeskanzlerin und ihren Finanzminister Wolfgang Schäuble seit dem Marathongipfel am vergangenen Wochenende als äußerst ungerecht. Noch während die Verhandlungen im Fluss waren, kursierte auf Twitter der Hashtag #thisisacoup. Auf seinem Blog beschuldigte Paul Krugman die Deutschen, den Geist der europäischen Integration verraten zu haben. Jetzt kommt auch noch ein Boykottaufruf für deutsche Produkte hinzu.

Was hat Deutschland denn verbrochen? Offenbar ist seine...

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Kategorie(n): Inland  Ausland  Wirtschaft 

  09.07.2015   02:30   Leserkommentare (7)

Merkel muss ihr Waterloo eingestehen

Mit Ausnahme von Premierminister Alexis Tsipras sind aus dem griechischen Referendum keine Gewinner hervorgegangen, dafür aber eine große Verliererin: die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Merkels Strategie für den Umgang mit dem griechischen Problem hat den Griechen schwer geschadet. Sie hat mit ihren finanziellen Engagements die Haftungsrisiken für Deutschland enorm erhöht. Und sie hat die Europäische Union in die schlimmste Krise ihrer Geschichte geführt.

Die Frage lautet nicht, wie Merkel es so weitgehend vermasseln konnte. Vielmehr stellt sich die Frage, wie sie damit so lange durchkommen und dennoch in Deutschland beliebt und im Ausland respektiert (oder gefürchtet) sein konnte.

Zum Verständnis von Merkels Rolle ist es hilfreich, an den Beginn der griechischen Krise im Frühjahr 2010 zurückzugehen.

Am 21. März...

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Kategorie(n): Inland  Ausland  Wirtschaft 

  02.07.2015   09:35   Leserkommentare (8)

Schuldzuweisungen innerhalb der Eurozone sind wohlfeil – aber keine Lösung

Liebe Leser, ich muss Sie um Nachsicht bitten. Seit fünf Jahren bemühe ich mich, für den Business Spectator und die Achse des Guten ausgewogene, gut recherchierte Kolumnen zu verfassen, ab und zu mit einer provokanten Aussage gewürzt. Heute – am Tag 1 nach dem griechischen Staatsbankrott – ist mir das nicht möglich. Ich bin einfach zu wütend.

Nun also, mit einer Entschuldigung an meine sehr geschätzten Herausgeber, meine Wutrede über Athen.

In der schier endlosen Eurokrise war die vergangene Woche zweifellos die bisher bizarrste. Ich kann mich nicht daran erinnern, etwas ähnliches je erlebt zu haben. Wir wurden Zeugen einer unfassbaren Mischung aus politischem Dilettantismus, Chuzpe und Aggressivität.

Niemand in diesem Euro-Spiel ist unschuldig. Alle Beteiligten müssen ihren Anteil an dem Desaster eingestehen und ihre...

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Kategorie(n): Inland  Ausland  Wirtschaft 

  25.06.2015   08:46   Leserkommentare (8)

Gefangen in der hellenischen Endlosschleife

Die beste Karikatur zur griechischen Krise erschien vor kurzem im Daily Telegraph. Auf fünf deckungsgleichen Bildern erscheint die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Mit erhobenem Zeigefinger warnt sie ihr griechisches Gegenüber jedes Mal: „Das ist Ihre letzte Chance.“ Lediglich die Jahreszahl ändert sich von Bild zu Bild: 2011, 2012, 2013, 2014 und 2015. Touché!

Tatsächlich schleppen wir die griechische Schuldenkrise schon mehr als fünf Jahre mit uns herum, daher gehört in die Karikatur noch das Jahr 2010 als erstes Bild. Noch erstaunlicher: Alle bisherigen Lösungsversuche folgten demselben Muster: endlose Verhandlungen, Ultimaten, Deals in letzter Minute – jeweils gefolgt von der Versicherung, dies sei nun aber der letzte solche Deal.

Hätte jemand 2010 vorhergesagt, dass wir fünf Jahre später immer noch über...

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Kategorie(n): Ausland  Wirtschaft 

  18.06.2015   07:23   Leserkommentare (3)

Rätselraten über die deutsche Haltung zu Griechenland

Das Spiel ist aus amerikanischen Crime-Shows bekannt: ein Polizist (der „bad cop“) spielt den Bösewicht, der andere („good cop“) gewinnt Vertrauen durch kleine Gesten. Die griechische Regierung spielt es routiniert. Finanzminister Giannis Varoufakis, der seine europäischen Kollegen mit langen Monologen und provokanten Statements nervt (wenn er nicht gerade mit Interviews beschäftigt ist), bildet den Kontrast zu Premierminister Alexis Tsipras, der zumindest versucht, sich als verantwortungsvoller, dialogbereiter Regierungschef zu präsentieren, auch wenn er sich nur selten auf etwas festlegen lässt.

Diese griechischen Spiele sind wir inzwischen gewohnt. Aber Griechenland ist keineswegs das einzige Land mit einer verwirrenden Verhandlungstaktik. Noch schwieriger ist es, die Logik hinter der deutschen Position zu erkennen.

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Kategorie(n): Inland  Ausland  Wirtschaft 

  12.06.2015   01:03   Leserkommentare (8)

Öffentlich-rechtlich rechnet sich nicht

Einst, als Peter Frankenfelds großkariertes Sakko von den Mattscheiben in die Wohnzimmer schimmerte, war Fernsehen etwas Besonderes. Die Farbpalette bot die Auswahl zwischen schwarz und weiß. Auch die Anzahl der Kanäle ließ sich an den Fingern einer Hand (oder gar nur einem Finger) abzählen. Die Frühzeit regelmäßiger TV-Programme war auch die Zeit, in der öffentlich-rechtliche Sender wie die ARD (und z.B. in Australien die Australian Broadcasting Corporation) gegründet wurden.

Die Rolle des Staates in den TV-Sendern wurde mit einfachen Argumenten begründet. Es gab wenige Frequenzen für TV-Kanäle, was einer vielfältigen Medienlandschaft abträglich erschien. Als ein „öffentliches Gut“ wurde für das Fernsehen ein Marktversagen konstatiert. Es war nicht möglich, Zuschauer am Empfang analoger TV-Signale zu hindern. Dem...

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