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02.05.2008   07:37

Feindbild Mensch

Kolumne von Maxeiner & Miersch, erschienen in DIE WELT am 02.05.2008

Wie kann man Rohstoffverbrauch und Emissionen durch neue Technologien vermindern? So lautete das Thema einer Podiumsdebatte, die wir vor ein paar Tagen besuchten. Ein Teilnehmer formulierte folgende These: „Das ist doch alles nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir müssen endlich dafür sorgen, dass sich die Menschen nicht weiter vermehren!“ Nach der Veranstaltung erzählte ein Öko-Spaßvogel einen Witz: „Treffen sich zwei Planeten im Weltall. Sagt der eine: ‚Du siehst aber schlecht aus. Fehlt Dir was?’ Sagt der Zweite: ‚Ach mir geht’s gar nicht gut. Ich habe homo sapiens.’ Tröstet ihn der andere: ‚Mach Dir keine Sorgen, das geht schnell vorbei’.“ Solches hört man in jüngster Zeit immer öfter. Auf einem Blog der Wochenzeitung Die Zeit schreibt ein Leser: „Wir haben die Wahl zwischen harten, aber humanen Geburtenstoppmaßnah¬men, die das Übel an der Wurzel packen - und …

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02.05.2008   07:20

Sie haben die Wahl

Leider nicht im Supermarkt, wo es Anti-Gentechnik-Aktivisten geschafft haben, Gentechnik-Lebensmittel aus den Regalen zu verbannen. Aber hier, beim “Fightclub" der ARD-Sendung Polylux kann man wenigstens eine Stimme pro oder contra Gentechnik abgeben (ich war der Pro-Anwalt). Wie üblich in Sendungen dieser Art endet der Beitrag mit einer fetten Falschbehauptung (Vitamin-A-Reis könne vom Körper nicht verwertet werden). Doch zu meiner Überraschung sind im Augenblick (Freitagmorgen um halbneun) die Pro-Stimmen in der Mehrheit (55 zu 45 Prozent). Was leider nicht den repräsentativen Umfragen in Deutschland entspricht. Aber immerhin.

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01.05.2008   21:25

TV-Tipp: ARD 23.59 Uhr

Für alle, die nach der Dreifachbelastung durch den Kampftag der Arbeiterklasse, Christi Himmelfahrt und Vatertag nicht erschöpft ins Bett sinken, sondern noch ein bisschen vor der Glotze rumlungern wollen: In der Polylux-Sendung von heute geht es auch um unser Buch Biokost und Ökokult.
Aus der Ankündigugn des Senders: Fightclub: Gentechnik für die Dritte Welt? Pro: Genetisch optimierte Pflanzen helfen, den Hunger in der Dritten Welt zu besiegen. Wer satt ist, darf das nicht verhindern! Contra: Gentechnik ist kein Mittel gegen Welthunger. Profitgierige Nahrungsmittelkonzerne wollen die Bauern abhängig machen.

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30.04.2008   17:31

Post vom Rapunzel-Stammtisch

Bisher dachte ich, die Freunde der Bio-Karotte seien zwar etwas leichtgläubig aber ansonsten friedliche Zeitgenossen. Das war wohl ein Irrtum. Nachdem ich gestern in der Talkrunde von Sandra Maischberger ein paar mal zu Wort kam, erhielt ich reichlich Post. Diese Zuschriften lassen darauf schließen, dass Bio-Karotten eine Droge enthalten, die besonders gehässig macht. Hier eine durchaus repräsentative Auswahl:…ihr armseliges, unqualifiziertes Geschwätz ist (heute abend gesehen bei “Menschen bei Maischberger") ärgerlich.
M. Löwenherz, Unternehmer aus Hamburg. Und so geht es weiter: …

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26.04.2008   20:10

Nanu, schon wieder ein Buch von Maxeiner & Miersch? Ja, und was für eins!

Alles über Golden Retriever und Eisbär, Che Guevara und Pace-Fahne, Windrad und Waldorfschule, erogene und genfreie Zonen. Hier Appetit anregen und hier gleich bestellen.

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25.04.2008   11:45

Wal-Mart rationiert Reis

Die Nahrungsmittelkrise kommt schneller als gedacht in den reichen Ländern an.
“Top retailer Wal-Mart’s Sam’s Club unit said Wednesday it is limiting the amount of rice individual shoppers could buy at one time, as rice prices hit new records around the world…” Hier geht’s weiter

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25.04.2008   10:17

Seichtgrün

Kolumne von Maxeiner & Miersch, erschienen in DIE WELT am 25.04.2008

Zeitschriften werden schon lange nicht mehr aus einer Idee geboren, sondern als „Anzeigenumfeld“ konzipiert. Wer durch die überquellenden Auslagen der Kioske blättert, merkt bald: Es gibt keine Vielfalt sondern leider nur bunte Einfalt. Der jüngste Klon aus der endlosen Reihe dieser Wir-sind-alle-super-drauf-Produkte heißt „IVY“. Nach eigenem Bekunden ist es „Deutschlands erstes Magazin für den grünen Lifestyle.“ Im Editorial ist von „Avantgarde“ die Rede und im Inneren stellt sich die neue „Biohème“ vor. Und alle wollen dabei sein: Von BMW bis Volvo, von Adidas bis Pirelli, von Siemens bis Toyota reicht die Palette der Anzeigen.

Ganzheitlichkeit heißt offenbar, dass die Anzeigen vom redaktionellen Teil kaum zu unterscheiden sind. Aber das macht nichts, denn die Botschaft ist überall die gleiche: Sei konsumfreudig, cool und irgendwie gut und öko. Die wichtigste Vokabel lautet dabei „irgendwie“. Denn was tatsächlich …

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23.04.2008   17:29

Al’s Antarktis kam aus dem Computer

Es hört nicht auf. Hier eine weitere Manipulation aus Inconvenient Truth:
“…one of the famous shots of supposed Antarctic ice shelves in the film was actually a computer-generated image from the 2004 science fiction blockbuster The Day After Tomorrow.”

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