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23.07.2008   21:45

Gut meinen und gut machen

Gut ist das, folgt man dem Philosophen Jeremy Bentham (1748-1832), was der größten Zahl von Menschen das größte Glück ermöglicht. Das hört sich vernünftig an, ist aber nicht sehr realistisch. Nicht die Not der Mehrheit bestimmt die politische Agenda, sondern die Themen, die die Nachrichtensendungen beherrschen und die fettesten Schlagzeilen produzieren. Egal ob Kanzler, Premierminister und Präsidenten sich treffen oder Demonstranten gegen das Treffen protestieren: Die Hierarchie der Weltprobleme klingt bei Regierenden und Oppositionellen ganz ähnlich. Aber sind die populärsten Übel wirklich die wichtigsten? Hier steht mehr.

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22.07.2008   19:56

Problemgruppen wohin man blickt

Die Politik kümmert sich immer eifriger um die Laster und Untugenden der Bürger

Deutschland hat jede Menge Probleme. Über die Hälfte der Erwachsenen sind zu dick. Jedes fünfte Kind leidet unter Essstörungen. Jugendliche besaufen sich oder werden computersüchtig. Alte bewegen sich zu wenig. Gewalt gegen Frauen grassiert, ebenso wie Rechtsradikalismus, Aids und Drogensucht. Offenbar gibt es überall Handlungsbedarf. Wenn Experten nach Prävention rufen, sind Ulla Schmidt, Ursula von der Leyen und Horst Seehofer stets zur Stelle. Die Missstände, klären sie uns auf, sind viel größer als wir dachten. „Gewalt gegen Frauen findet mitten unter uns statt,“ weiß die Familienministerin. Das Gesundheitsministerium stellt besorgt fest, dass 63 Prozent der Jugendlichen „gerne besser aussehen würden. Und findet diese Zahl „beunruhigend“. Der Verbraucherminister fordert mehr Anleitung zum gesunden Essen, ist aber optimistisch, denn „da ist eine lautlose Revolution im Gange.“ Damit hat er eine Entwicklung treffen beschrieben, die tatsächlich das Selbstverständnis …

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15.07.2008   20:23

Proviant für Leser, die mich vermissen

In den vergangenen Wochen musste ich ein paar Mal die Frage beantworten: Warum schreiben Sie kaum noch auf der Achse? Der Grund: Ich arbeite jetzt Vollzeit für WELT und WamS. Das hat viele gute Seiten, bedeutet aber auch, dass ich seltener dazu komme, etwas für achgut.de zu tun. Hier drei Kostproben aus meiner neuen Tätigkeit:
Über atomare Mythen

Über Schweine in Hochhäusern

Über Äpfel aus Reisen

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08.07.2008   16:55

Hamster mit Dynamo

Kolumne von Maxeiner & Miersch, erschienen in DIE WELT am 04.07.2008

Utopie kommt aus dem Griechischen und heißt “Nirgendort”. Utopien beschreiben einen Zustand des Friedens, Wohlstands und Glücks (Meyers Lexikon). Utopisten vertreten eine Weltanschauung, die sich von Idealvorstellungen leiten lässt (Wikipedia). Auf dem Internetportal Utopia.de wird Utopist jedoch ganz anders definiert, als einer, der “Produkte, Marken und Unternehmen bewertet”. Dahinter steckt die populäre Vorstellung, dass man durch ausgetüfteltes Konsumverhalten einer Klimakatastrophe entkomme. Und so findet man dort hauptsächlich Tipps, welche Handtasche oder welcher Kaffee das Weltklima stabilisieren. Prominente Unterstützer wie Sandra Maischberger und potente Geldgeber wie die Versandfirma Otto sind mit dabei.

Utopia.de macht “korrekte Ansagen”, wie der Mensch möglichst klimaschonend konsumiert. Das ist meistens etwas teurer, aber verschafft ein gutes Gefühl. Man kann sich mit anderen Utopisten auf den Leserseiten gegenseitig zum Bessersein beglückwünschen - und von Außenstehenden abheben, die als schwer erziehbare Fälle betrachtet …

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06.07.2008   15:39

Bio ist besser: Nix ernten und dennoch kassieren

Viele Biobauern haben heuer nur Unkraut auf ihren Feldern und ernten kein Getreide. Subventionen erhalten sie aber dennoch – und das sind die höchsten in Österreich. Hier weiterlesen.

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06.07.2008   15:07

Opa war ein brauner Grüner

Nachtrag zu dem Wahlspot der Grünen aus dem Jahr 1980, den ich hier verlinkt habe. Der Spot ist nicht nur komisch, sondern besitzt auch tiefere Bedeutung. Der hagere Großvater, der mit Enkelin Annegret die Fische im Rhein betrauert ist nicht irgendein Schauspieler, sondern Werner Vogel, ein ehemaliges SA- und NSDAP-Mitglied, das in der Anfangsphase der Grünen eine führende Rolle spielte. Leser Christian Herms erkannte ihn und machte darauf aufmerksam. (Vogel war übrigens nicht der einzige bräunliche Gründervater der Grünen, unter anderem waren auch Baldur Springmann und August Haußleiter mit von der Partie). 

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03.07.2008   20:30

Das waren noch Zeiten

1980 habe ich DIE GRÜNEN aus vollem Herzen unterstützt. Wenn ich mir heute diesen Wahl-Spot ansehe, kann ich das eigentlich nur noch mit den Rauschmitteln der siebziger Jahre rechtfertigen. Viel Spaß: http://www.youtube.com/watch?v=lQ6jhSQCUQc

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28.06.2008   21:18

Das Marburg-Virus

Kolumne von Maxeiner & Miersch, erschienen in DIE WELT am 27.06.2008

Es gibt Briefe, die möchte man am liebsten ungeöffnet in den Papierkorb befördern. Etwa Schreiben vom Finanzamt oder der städtischen Parkraumüberwachung. Besonders unangenehm ist derzeit allerdings die Post vom Heizöllieferanten, dem Gasversorger oder dem Stromanbieter. Die Energiekosten treiben beim gemeinen Bürger den Puls in die Höhe wie eine DVD von „Das Schweigen der Lämmer“. Deshalb gibt eigentlich niemanden mehr, der nicht schleunigst auf Abhilfe sinnt. Wie kann ich am besten sparen? Anbieter wechseln? Weniger Heizen? Neue Heizung? Dämmen? Ökolampen? Solarenergie? Erdwärme? So setzt ein funktionierender Markt ein. Der Bürger sucht sich die für ihn günstigste Lösung. Er weiß am besten, was gut für ihn ist. Wenn man ihn denn lässt.

Nun gibt es Amtspersonen, die der Meinung sind, sie wüssten viel besser, was gut für die Menschen ist. Beispielsweise in Marburg. Der grüne Bürgermeister und …

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