Beiträge von Michael Miersch
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19.01.2007 15:01
Klimawandel erzeugt Sondersendungen und Planstellen
Aus dem heutigen Wirtersblog von Thomas Kapielski:
Nun kurz zum Wetter: Einst belegte ich während meines Studiums der Physischen Geographie auch drei Semester Klimageschichte bei den Meteorologen. Hui! Da war allezeit ein auf und ab der Wetter, und das alles hat eine große, absolute Verursacherin: die Sonne. Mit oder ohne Menschlein. Devon, Kambrium, arme Saurier, Spitzenweine aus England, kleine Eiszeit, Vulkane, Waldbrände und Feuerstellen.
Heute nun bekümmert sich der abendländische Mensch mit großer Schuldsucht und sehr humanzentriert um seine Klimaeinflüsse, aus vermutlich zwei Gründen:
Einmal wünscht er, der Mensch, sehr, daß alles, die Erde und die Wetter, sich um ihn und seine Bedürfnisse und sogar seine Moral drehten. Warum aber soll es diesen Erdball bekümmern, ob er, der Erdball, sich menschgerecht dreht und zum Menschenwohle sich temperiert?
Dann wiederum und andererseits wünscht der Mensch Sensation und Katastrophe, …
19.01.2007 11:39
Die Kyrill-Chronik
Dieses Protokoll des Schreckens entdeckte eine achgut.de-Leserin. hier:
Am Vorabend: Dramatische Sicherheitsanweisungen im Nachtjournal (ARD): „Machen Sie heute nacht das Fenster zu.“ Jeder spürt: es wird ernst.
Schulen schließen um 12.00. Betroffenheit unter den Schülern. Tränen. Schulpsychologen im Dauereinsatz.
Skandal bei der Arbeitsagentur (ex Arbeitsamt): Hoher Beamter schlägt vor, Langzeitarbeitslose heute als Dachdecker und Schornsteinfeger einzusetzen, mit der vielseitigen Andeutung, dass sich dann so manches Problem in „Windeseile“ löse.
Bei Hannover wird der Sturm am geschwindesten. 200 Km/h, normalerweise das Tempo der Autofahrer an dieser Stelle, um schnell Entfernung zwischen sich und das dröge Nest zu bekommen. Gleiche Motive beim Sturm? Spekulation.
Ängie fliegt mit der „Lufthansa Eins“ über die Krisengebiete und ist geschockt über das Ausmaß der Katastrophe, bis man sie aufklärt: „Hier ist Duisburg, der Sturm kommt noch“.
Bundesunterschriftsverweigerer Köhler bereitet gerade mal wieder …
19.01.2007 09:57
Engel mit Flossen
Ein Denkmuster der postmodernen Kuschelgesellschaft lautet: Die Natur ist immer gut. Das Boot eines neuseeländischen Seglers wurde von einem Buckelwal umgeschmissen. Der Mann trieb stundenlang im Wasser, bis ein Hubschrauber ihn rettete. Und was sagt er danach? Der Wal habe das Schiff sicherlich nicht mit Absicht umgeworfen. Und er hatte das Gefühl, dass sein Kentern dem Tier leidtat. Diese Botschaft habe es durch „good vibes“ geäußert. Dank an Till B. für den Hinweis.
19.01.2007 09:30
Vielleicht werden unsere Kinder in einer Welt ohne extreme Armut leben
Auszug aus dem Index of Economic Freedom 2007 (Kapitel 1):
…Looking at the planet as a whole, never in history has poverty been eradicated so rapidly as it has been during our lifetimes. Moreover, individual income inequalities have been falling, and this is the first time they have fallen since the eve of the Industrial Revolution. The aggregate numbers have never looked better. Looking at the world distribution of income (WDI), the world is a better place.Poverty and inequality are, of course, difficult to measure because of the arduousness of collecting data, the ambiguity of the definition of poverty, and debate concerning the proper unit of measures of both poverty and inequality. However, the mounting empirical evidence points to significant improvements in these two dimensions over the past two to three decades. Although this is certainly good news, the analysis presented in …
19.01.2007 08:20
Flaue Freiheit
Kolumne von Maxeiner & Miersch, erschienen in DIE WELT am 19.01.2007:
Ein schickes Münchner Restaurant heißt „Hitler“, ein Modefriseur taufte seinen Salon „Mussolini“ und eine Szenen-Bar wurde mit Pinochet-Porträts dekoriert. Ist nur ein Scherz. Wäre es wahr, hätte im Münchner Stadtrat längst ein Aufstand der Anständigen stattgefunden. Wackere Bürger würden sich an den Türen der Etablissements anketten.
Wahr ist allerdings, dass das ein Restaurant „Mao“ heißt, der Coiffeur „Molotow“ und Bilder von Fidel Castro in der besagten Bar hängen. Im „Mao“ lächelt der Dicke mit der Warze von der Wand und in der Speisekarte erfährt man, dass der Namenspatron viel für die Bildung tat und ein „fortschrittliches Steuersystem etablierte“. Das „Mao“ wird ebenso wenig wie die anderen coolen Locations von ergrauten Altkadern geführt, sondern von trendigen jungen Leuten, in diesem Fall sogar asiatischer Her-kunft. Im Schaufenster hängt eine Gourmet-Empfehlung der Süddeutschen Zeitung. Auch in London und …
18.01.2007 12:16
Hilfe! Kaffee killt mein Lieblingstier
Diese Meldung soll uns alle aufrütteln. Wenn nicht ganz schnell was passiert, kommt es zu einer furchtbaren Katastrophe. Der WWF berichtet, dass indonesische Bauern auf 45 000 Hektar Fläche des Bukit Barisan Selatan Nationalparks auf Sumatra illegal Kaffe anbauen und der geschützte Wald dadurch rapide schrumpft. Und das Schrecklichste: In diesem Wald leben 60 bis 85 der bezauberndsten Wesen, die unser Planet zu bieten hat, meine absoluten Lieblingstiere (natürlich mit Ausnahme meines Hundes „Hummel“): Sumatra-Nashörner. Es gibt einfach nichts, was drolliger aussieht als ein junges Sumatra-Nashorn. Wenn diese Lebensform vom Erdball verschwinden sollte, widerrufe ich alle meine Bücher, gründe mit Jutta Ditfurth eine Öko-RAF und werfe Bomben in Kaffeeläden.
Nach Angaben des WWF mischen alle großen deutsche Kaffeehändler, die illegal angebaute Ware in ihre Produkte. Allerdings gab es jetzt erste Gespräche, bei denen die Kaffee-Importeure gelobten, ihren Einkauf besser zu überprüfen, damit illegaler Kaffee vermieden wird. Hoffentlich ist es nicht zu spät.
Sollten übrigens Leser daran zweifeln, dass das Sumatra-Nashorn das goldigste Tier der Welt ist, sehen sie sich bitte dies an:
16.01.2007 16:20
Krebsmedikamente aus den Eiern genetisch veränderter Hühner
Und wieder hat die grenzenlose Profitgier skrupelloser Forscher zu einem perversen Naturfrevel geführt. Auszug aus einem Artikel aus The Sunday Times vom 14. Januar 2007:
…Scientists have created the world’s first breed of designer chickens, genetically modified to lay eggs capable of producing drugs that fight cancer and other life-threatening diseases. Researchers at the Roslin Institute near Edinburgh, which created Dolly the cloned sheep, have bred a 500-strong flock of the birds. The breakthrough offers the prospect of mass-producing drugs that currently cost the NHS thousands of pounds a year per patient, at a fraction of the price…
13.01.2007 21:42
Es könnte die größte Revolution seit dem Computer werden
Die Möglichkeit Fleisch im Labor zu erzeugen rückt immer näher. Maxeiner und ich haben schon ein paar mal darüber geschrieben. Jetzt erschien dieser Artikel auf Times-Online. Angesichts von über 20 Milliarden Nutztieren, ihrem Futterbedarf und ihren Ausscheidungen könnte so eines der größten Umweltprobleme der Welt gelöst werden. Fleischerzeugung ohne den Umweg über das Tier würde das Gesicht des Planeten völlig verändern, eine Umwälzung mindestens so heftig wie die Einführung des Automobils, der Verhütungspille, des Computers oder des Internets. Es bleibt spannend.

