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22.04.2008   15:35

Buchtipp: „Kein Schutz, nirgends“

Wieder so ein Stück Wohlfühlliteratur für alteingesessene Deutsche – der Eindruck liegt nahe beim ersten Blick auf Gülsen Celebis heute erscheinendes Buch. Denn die Autorin ist Frauenrechtlerin türkischer Abstammung. Ihr Buch erzählt die gänsehautträchtig-wahre Geschichte eines „Ehrenmordes“ im Zuwanderermilieu. Das türkische Patriarchat wird darin als Feind, die Freiheit deutscher Frauen hingegen als Ideal gezeichnet. Celebis Buch verheißt deutschen Lesern also eine wohlig-stolze Lektüre. Denn wir sind ja – in der Tendenz – die Emanzipierten. Und wir haben mit „Ehrenmorden“ ja nichts zu schaffen. Auf den zweiten Blick wird allerdings klar: Celebi denkt gar nicht daran, der Nation frauenrechtlerische Hymnen zu singen. Weiter

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15.04.2008   14:46

Auf den Punkt gebracht

In der deutschen Linken “hat die Mentalität, die den deutschen Faschismus trug, zum Teil überlebt. Das wurde möglich durch das Wirken einer unbeaufsichtigten unterirdischen Theoriewaschanlage, die altes, kompromittiertes Ideengut durch Umetikettierung als links auswies und damit unschuldig machte. Aus lebensphilosophischer Kritik an mechanischer Zivilisation in der Perspektive organischer Natur wurde Ökoromantik und radikalisierter Rousseauismus; aus rechtem Antisemitismus wurde linker Antizionismus, und aus der anti-materialistischen Kulturkritik der Rechten wurde anti-kapitalistischer Anti-Amerikanismus der Linken.”
Dietrich Schwanitz: Das Shylock-Syndrom oder Die Dramaturgie der Barbarei, Diana Verlag, München / Zürich 1998, S. 363 f.
Gefunden in dem ausgezeichneten Newsletter des Liberalen Instituts Nr. 1/2008, den man bei bestellen kann.

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14.04.2008   11:25

Robbenjagd: Was nicht in den Zeitungen steht

Seit einigen Wochen ist wieder Robbenjagdsaison im Sankt-Lorenz-Golf, vor Neufundland und der Nord-Ost-Küste Kanadas. PETA udn Co. ziehen die übliche Kampagne ab und die deutschen Medien berichten brav über die bösen kanadischen Robbenkiller. So weit ich das überblicke, hat jedoch keine einzige deutsche Zeitung den Brief des Premiers von Nunavut (so heißt das teil-autonome Gebiet der Inuit in der kanadischen Arktis) an den Bundestagspräsidenten veröffentlicht. Dabei ist das Schriftstück sehr lesenswert, weil es die Frage der Robbenjagd mal von der Seite der betroffenen Menschen darstellt. Lesen Sie selbst:…

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11.04.2008   17:08

Schlagende Verbindungen

Kolumne von Maxeiner & Miersch, erschienen in DIE WELT am 11.04.2008:

Wir erleben gerade die vierten Jubiläumsfeierlichkeiten für 1968. Jede davon hatte eine eigene Note. 1978 war das Land vom RAF-Terrorismus verunsichert, die linken Sekten erlebten ihren Niedergang, die Grünen ihren Aufstieg. Öko- und Friedensbewegung wurden immer populärer. Doch um die Rädelsführer von 1968 war es still geworden. Im Mittelpunkt des Interesses stand die Frage: „Was machen eigentlich Dutschke und Co.?“ Ganz anders 1988. Die Grünen saßen in den Parlamenten, sogar in Landesregierungen. Pazifismus, Ökologismus und Feminismus waren mehrheitsfähig. Den baldigen Fall der Mauer ahnte noch niemand.  Die Geschichtsinterpretation von der liberal-demokratischen Neugründung der BRD und der Offenlegung der NS-Vergangenheit durch die Achtundsechziger setzte sich durch. 1998 war sie etabliert aber es zeigten sich erste Risse in der Veteranenseligkeit. Und heute im Jahr 2008 tobt der Streit zwischen den unheilbar Selbstzufriedenen und immer härteren Kritikern, die inzwischen sogar …

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11.04.2008   16:46

Kosmobiodynamischer Anbau

Auf dem St. Michaelshof im Allgäu wird “Kosmobiodynamischer Anbau” praktiziert, offenbar ein Verkaufsschlager bei den bio-gläubigen Konsumenten. Jetzt ist der Ruf des Biobauern und seiner Gemeinde ein wenig angekratzt, wie man hier und hier nachlesen kann. Alle, die kein kosmobiodynamisches Brot kaufen, können das so gesparte Geld dafür ausgeben. 

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10.04.2008   08:55

Ergänzung zu Richard Wagners Liste

Songs von Chuck Berry:
1955: Maybellene
1956: Roll Over Beethoven
1956: You Can’t Catch Me
1957: School Day
1957: Rock and Roll Music
1958: Sweet Little Sixteen
1958: Johnny B. Goode

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07.04.2008   17:20

Lungenärzte warnen vor der Biotonne

Schimmelpilze lieben den faulige Schmodder in den Biotonnen. Die Totalabdichtung der Wohnungen aus Gründen des Klimaschutzes und der Heizkostenersparnis tut ein Übriges. Die Pseudo-Öko-Ideologie wird zu einer ernstlichen Gesundheitsgefahr. Jetzt warnen die Lungenärzte:
“In jeder Bio- oder auch Restmülltonne befinden sich Schimmelpilzsporen, die beim Öffnen der Behälter aufgewirbelt werden und nach dem Einatmen zu Gesundheitsschädigungen in der Lunge oder zu allergischen Reaktionen, Asthmaanfällen und Neurodermitisschüben führen können. Davor warnen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung (DLS) in Hannover. Je mehr Sporen eingeatmet werden, umso schlimmer können die Auswirkungen auf die Gesundheit sein, erklärt Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lungenstiftung und Direktor der Pneumologischen Klinik Waldhof Elgershausen in Greifenstein. Wir raten daher dringend, vor allem beim Öffnen der Tonnen den Atem bewusst anzuhalten, um so das Einatmen eines Großteils der Sporen zu vermeiden…” Hier weiterlesen

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04.04.2008   17:15

Darf man solche Bilder zeigen?

Kolumne von Maxeiner & Miersch, erschienen in DIE WELT am 04.04.08

Seit Geert Wilders vor einer Woche seinen Film „Fitna“ ins Netz gestellt hat, hagelt es Tadel und Distanzierungen von westlichen Institutionen. Die niederländische Regierung verurteilte den Film postwendend, alle 27 Eu-Außenminister schlossen sich an. UN-Generalsekretär Ban-Ki-moon forderte die Verbreitung des Films zu verbieten, und auch die UNESCO hat sich empört. Dabei hat Wilders lediglich bekannte Bilder von bekannten Tatsachen aneinandergereiht. Er zeigt die Opfer der Anschläge von New York, Madrid und London. Die Verstümmelung von Mädchen, die Steinigung von Ehebrecherinnen und das Aufhängen von Homosexuellen in islamischen Ländern.

Doch, so argumentieren die Gegner des Films, dass explizite zur Schau stellen religiös motivierter Gräueltaten sei Hetzte gegen den Islam. Über 1,3 Milliarden Gläubige würden pauschal mit Hasspredigern, Folterern, Henkern und Terroristen in einen Topf gesteckt.

Als Wilders Film im Internet auftauchte, wurden in fast …

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