Beiträge von Henryk M. Broder
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08.05.2013 16:41
Reich und reich ist nicht immer gleich
Vor anderthalb Jahren, als Joachim Gauck noch nicht Bundespräsident war, nannte er die Occupy-Wall-Street-Bewegung, die auch nach Deutschland übergeschwappt war, „unsäglich albern“. Der Traum von einer Welt, in der man sich der Bindung von Märkten entledigen könne, so der Präsident in spe, sei „eine romantische Vorstellung“. Es sei ein Irrtum, zu glauben, dass alles gut würde, wenn man das Kapital besiegt habe.
Inzwischen wurde Gauck durch widrige Umstände im Privatleben seines Vorgängers, Christian Wulff, in das höchste Amt der Bundesrepublik gespült. Und so wie sich Freunde der freien Liebe gleich nach der Heirat in Propagandisten der monogamen Lebensweise verwan-deln, so hat auch Gauck mittlerweile eine staatstragende Attitüde angenommen. In einem Interview mit dem „Stern“ sagte er: „Wer Steuern
07.05.2013 23:41
Wir sind Bayern!
Bayerns Ruf geht nicht nur weit über seine Landesgrenzen hinaus, Bayern ist unter den deutschen Ländern, was die “Gorch Fock” unter den Segelschiffen ist. In den USA wird Bayern mit Deutschland gleichgesetzt. Die Amerikaner sind verrückt nach allem, was nach Bayern riecht oder schmeckt. Das kommt vor allem daher, dass vier bis fünf Millionen amerikanische Soldaten in Süddeutschland stationiert waren, von Elvis Presley bis zu Colin Powell. http://www.welt.de/kultur/article115963960/Lasst-uns-alle-zu-Bayern-werden.html
07.05.2013 15:05
Nein, er kann nicht!
Die Zeit der “Obamania” ist vorbei. Kommt unter bürgerlich-liberalen Großstadtamerikanern die Rede auf den Präsidenten, dann ist das Beste, was über ihn gesagt wird, der Satz: “He is leading from behind”, er führt aus der zweiten Reihe. Und fragt man sie, was der Mann im Weißen Haus während seiner Amtszeit geschafft habe, fällt die Antwort sehr knapp aus: “Obamacare”, eine Reform der Krankenversicherung. http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article115952155/Barack-Obama-fehlt-die-Begabung-zum-Staatsmann.html
Siehe auch:
Es geht nicht nur um Krieg und Frieden in einer ohnehin instabilen Region, sondern inzwischen auch mehr denn je um die Glaubwürdigkeit, ja die Autorität eines Amtes und dessen Inhabers. Will Amerikas Staatschef innen- wie außenpolitisch nicht als „lahme Ente“ dastehen, muss er dringend etwas
03.05.2013 16:11
Die Seele des ZDF
Eben vom Seniorenfrühstück bei Lenny’s zurück, finde ich die Nachricht vor, dass Tina Mendelsohn, „die Seele der Kulturzeit“, mich wieder abgemahnt hat. Diesmal nicht, weil ich sie als das xxxxxx Xxxxx xxx Xxxxxxxxxxx bezeichnet, sondern weil ich ihren Mädchennamen falsch geschrieben habe: Pausmann statt Bausmann. Ich hätte das gemacht, um sie in der Öffentlichkeit lächerlich zu machen und herabzuwürdigen, das liege „auf der Hand“.
Nun, ich habe mir daraufhin meine Hände angesehen und nichts anderes darin oder darauf gefunden als mikroskopisch kleine Reste der „home fries“ von „Lenny’s“.
Und was die falsche Schreibweise des Mädchennamens von Frau Mendelsohn angeht, also P statt B, so möchte ich mich dafür in aller Form entschuldigen, obwohl ich nicht finde, dass die von mir gewählte Schreibweise alberner
02.05.2013 17:06
Zum Büchersurfen in die Duke’s Bar
Was ihm vorschwebte, war eine Replika von “Shakespeare and Company” in Paris: ein mit Büchern vollgestopftes Labyrinth, das den Besucher zum Stöbern und Suchen verführt, das es ihm schwer macht, den Laden zu verlassen, ohne etwas gekauft zu haben. Am 15. März 2003 war die Eröffnung. Der Bürgermeister war da, der Präsident der örtlichen Handelskammer, der Sheriff von St. Mary’s County, die Inhaber der Geschäfte rund um die Washington Street, die Nord-Süd-Arterie der Stadt.
Seitdem sind zehn Jahre vergangen, und “jedes Jahr war besser als das vorausgegangene”. Die Zahl der Bücher, die sich auf drei Räume verteilen, schätzt Joe auf etwa 23.000. Sie sind alle in einem Computer erfasst, aber wo sie zu finden sind, in welchem Regal oder unter welchem Stapel, das weiß nur der Chef. “Wir haben einen festen Kundenstamm”, sagt Joe.
01.05.2013 18:12
A Magnet For Fraud - Obama’s Big Gift To The Poor And Needy
The compensation effort sprang from a desire to redress what the government and a federal judge agreed was a painful legacy of bias against African-Americans by the Agriculture Department. But an examination by The New York Times shows that it became a runaway train, driven by racial politics, pressure from influential members of Congress and law firms that stand to gain more than $130 million in fees. In the past five years, it has grown to encompass a second group of African-Americans as well as Hispanic, female and Native American farmers. In all, more than 90,000 people have filed claims. The total cost could top $4.4 billion.
http://www.nytimes.com/2013/04/26/us/farm-loan-bias-claims-often-unsupported-cost-us-millions.html?_r=0
01.05.2013 17:09
Mein Haus, mein Auto, mein Amerika
Was braucht der Amerikaner zum Glücklichsein? Ein Haus, ein Auto, eine Familie, um die er sich sorgen kann, dazu ein Portemonnaie voller Debit- und Kreditkarten. Und natürlich auch einen Job, manchmal sogar zwei oder drei, damit er das Haus und das Auto abbezahlen und die Familie ernähren kann.
Im Prinzip, könnte man meinen, sind die Amis Menschen wie du und ich. Aber der erste Eindruck täuscht, zwischen Europa und Amerika liegt mehr als nur der Atlantik – ein Kulturgraben. http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article115762771/Mein-Haus-mein-Auto-mein-Amerika.html
01.05.2013 16:51
Alles auf Pump
Noch vor einer Generation war es üblich, beim Kaufmann an der Ecke anschreiben zu lassen. Man kaufte auf Kredit und bezahlte am Monatsende, wenn die Löhne ausbezahlt wurden. So kamen die Kunden einigermaßen über die Runden; der Kaufmann musste zwar gegenüber seinen Lieferanten in Vorkasse treten, hatte aber dafür einen Kundenstamm, der ihm in Treue verbunden war.
Diese „Tante-Emma-Läden“ gibt es nicht mehr. Möglicherweise haben noch einige im Altmühltal oder in einem entlegenen Winkel des Spreewaldes die Konzentration im Einzelhandel überlebt, aber dann stehen sie entweder unter örtlichem Denkmalschutz oder gehören zum „Kulturerbe“ der UNESCO.
Früher wusste jede Hausfrau, dass man sich im Prinzip nur das leisten kann, was man bezahlen kann. Wer heute kein Geld hat, der lässt ebenfalls anschreiben – er zahlt


