Beiträge von Henryk M. Broder
Kategorien
Archiv
05.12.2006 16:34
Unser Mann im Vatikan
Seit anderthalb Jahren sind wir Papst. Aber Joseph Ratzinger ist nicht der einzige Deutsche, der es im Vatikan weit gebracht hat. Auch der päpstliche Chefhistoriker kommt aus Deutschland: Walter Brandmüller. Mehr hier:
05.12.2006 00:43
Boston Tea Party Moves South
Dort, wo der Belt Way auf die Connecticut Avenue trifft, faengt Chevy Chase an. Maryland liegt im Norden, Washington D.C. im Sueden.
Washington Classical Radio spielt Schuberts “Ave Maria”, die beiden ersten Geschaefte auf der rechten Seite der Connecticut Ave sind Starbucks und Einstein Brothers Bagels. Hier bin ich richtig. Drei Meilen suedlich auf der Connecticut Avenue steht der American City Diner, eine Replika aus dem Jahre 1988. Auf dem Dach ein Riesenposter: “There is no way like the American way!” Eine glueckliche Familie im Auto mit zwei Kindern und einem Hund.
Drinnen haengt ueber dem Herd der Spruch: “An American Restaurant And Proud of It!” Der Koch ist ein Chinese, die Kellner sind Mexikaner. Ich bestelle Fresh Egg Salad, Jose bringt mir ein Fried Egg Sandwich. Ich will protestieren, aber lasse es sein. Es muss an meiner Aussprache liegen. Eine Booth weiter bestellt eine Frau …
04.12.2006 05:08
Boston Tea Party - 7
Bernard Lewis liest ohne Brille und braucht kein Hörgerät. 1916 in London geboren, war er bis 1986 Professor für Near Eastern Studies an der Universität Princeton. Zwanzig Jahre nach seiner Emeritierung residiert er immer noch in Princeton, in einem bescheidenen Haus am Rande des Campus, inmitten von Kunst und Büchern. Nur Lewis weiss, wie viele Bücher er geschrieben hat, fest steht nur, dass sie in 25 Sprachen übersetzt wurden, darunter einige ziemlich exotische. Lewis selbst kann sich in 12 Sprachen artikulieren, wenn es ums Lesen geht, sind es sogar 18, darunter Türkisch, Persisch und einige arabische Dialekte. Der Grandseigneur der Islamforschung reist immer noch in alle Welt, zu Konferenzen, Vorträgen und auch zum Vergnügen. Nächste Woche fliegt er nach Libyen, von dort nach London und weiter nach Tel Aviv. Er hält es selten irgendwo länger als eine Woche aus. Daheim in Princeton arbeitet er jeden Tag. Von morgens bis abends? …
03.12.2006 15:09
Auf in den Wilden Osten!
Sie können es nicht lassen. Eben erst war eine Delegation der Fraktion DIE LINKE, bestehend aus den Granden Wolfgang Gehrcke und Norman Paech, auf einer fact-finding-mission in Israel und Palästina (http://www.linksfraktion.de/wortlaut.php?artikel=1509410185). Dann gab es in Berlin eine große Nahostkonferenz, auf der die Palästina-Frage beinah gelöst worden wäre. (http://www.linksfraktion.de/wortlaut.php?artikel=1550976611)
Und nun macht sich wieder eine Delegation auf den Weg in den Wilden Osten. Diesmal sind es drei weibliche Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE, die sich vom 4. bis zum 8. Dezember in Israel und den palästinensischen Gebieten aufhalten wollen. Ziel der Reise ist es, “Möglichkeiten und Bedingungen von und für Frauen auszuloten, die einen Beitrag zu einem Verständigungsprozess leisten wollen”.
(http://pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?r=259162&sid=&aktion=jour_pm&quelle=0&n_firmanr_=109427&pfach=1&detail=1§or=pm&popup_vorschau=0)
Das genaue Programm der Girlie-Gruppe ist nicht bekannt, wir gehen freilich davon auch, dass auch ein Besuch bei den Angehörigen von Fatima Omar Mahmud el Nadschar in Gaza angedacht ist, jener …
03.12.2006 03:57
Boston Tea Party - 6
Markus Wiener wurde 1947 in München geboren, wanderte nach dem Studium und der Promotion in die USA aus und gründete 1984 in der Küche seines Appartments in der 120. Straße in Manhattan einen Verlag, Markus Wiener Publishing. Das erste Buch, das er verlegte, war “The Turning Point” von Klaus Mann. Es wurde groß in der NYT und der Village Voice besprochen. Seit fünfzehn Jahren lebt Wiener in Princeton und bringt pro Jahre 15 bis 2o Bücher in kleinen Auflagen heraus, die sich an ein gebildetes Publikum richten. Vor einigen Jahren hat er einen Reader über “Jihad in classical and modern Islam” verlegt, zusammengestellt und herausgegeben von dem holländischen Orientalisten Rudolf Peters. Die arabischen Rechte wurden vom Verlag der ägyptischen Staatszeitung Al-Ahram gekauft, das Buch in der ganzen arabischen Welt verbreitet. “Die wußten nicht, wo sie die Originaltexte finden können”, erinnert sich Wiener, “und wollten unsere englischen Übersetzungen zurück ins Arabische …
02.12.2006 15:42
Klarheit vor Einheit!
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat in einem am Dienstag in Berlin veröffentlichten Text mit dem Titel „Klarheit und gute Nachbarschaft“ die fundamentalen Unterschiede von Islam und Christentum hervorgehoben und scharfe Kritik an zentralen muslimischen Vorstellungen geübt.
Es reiche nicht aus, den friedensfördernden Charakter der islamischen Religion hervorzuheben, wie dies einige Muslime täten. Es müsse deutlich gezeigt werden, daß Gewaltverzicht grundlegend zum islamischen Selbstverständnis gehöre. Die evangelische Kirche erwarte von den Muslimen in Deutschland, daß sie sich gemeinsam mit Christen in der ganzen Welt für den Frieden einsetzten… Der Rat der EKD kritisierte scharf den Anspruch des Islams, Bestimmungen der Scharia, also der Gesamtheit der islamischen Lebensregeln, ebenso wie den Gesetzen des Koran eine Geltung als zwingendes staatliches Recht einzuräumen. Auch die fehlende Anerkennung der allgemeinen Menschenrechte durch den Islam sei ein großes Problem. Der Islam betrachte den Menschen nicht wie das Christentum als Gottes Ebenbild, vielmehr …
02.12.2006 14:01
Lang leben die toten Juden!
Je länger das Dritte Reich zurück liegt, umso heftiger wird der Widerstand gegen Hitler und die Seinen. Jetzt hat sich auch die Bahn breittreten lassen, ihre Rolle bei der Deportation jüdischer Kinder zu dokumentieren:
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID6151830,00.html
Eine noble Idee, wenn nicht zugleich in aller Offenheit und Öffentlichkeit die nächste Endlösung der Judenfrage vorbereitet würde, diesmal in Palästina. Federführend bei diesem Projekt ist nicht ein gescheiterter Künstler (die gibt es immer noch, nur toben sie sich inzwischen im Internet aus), sondern der iranische Staatspräsident, dem man alles, nur nicht den Mangel an Ehrlichkeit vorwerfen kann:
http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1164881801325&pagename=JPost/JPArticle/ShowFull
Nun haben tote Juden nicht erst seit gestern in Deutschland Konjunktur, die Deutschen lieben tote Juden, je toter sie sind, umso mehr mehr werden sie geliebt: am 27. Januar, am 9. November und auch mal zwischendurch bei der Woche der Brüderlichkeit. Mit den lebenden Juden ist …
01.12.2006 17:44
Boston Tea Party - 5
Während ich mit meinem blauen PT Cruiser durch New England rolle und mich über die immer längere Schlange in meinem Rückspiegel wundere, frage ich mich, warum ich mich hier so gut fühle, fast noch besser als in Island. Es gibt viele Gründe. Ich werde nicht angehupt oder zur Seite gedrängt, wenn ich langsam fahre. Wenn ich die Strasse überqueren will, halten die Autos an, sobald ich einen Fuß auf die Fahrbahn gesetzt habe. Ich kann jeden Laden betreten, mich umsehen, ohne dass mich jemand beobachtet, und wenn ich das Geschäft verlasse, ohne etwas gekauft zu haben, werde ich mit “Please, come again!” verabschiedet. Wenn ich bei “Stop ‘n Shop” den Houmus nicht finden kann, den ich unbedingt haben will, geht ein Mitarbeiter mit mir quer durch den Supermarkt, weil ich mich sonst verlaufen würde. Und an der Kasse werde ich nicht von einem Set von Spiegeln erwartet, die mich jedesmal …
Seite 317 von 326 Seiten « Erste < 315 316 317 318 319 > Letzte »

