Beiträge von Henryk M. Broder
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20.01.2007 11:27
Thea Dorn: Es gibt uns noch!
"What is it like to be an Enlightenment fundamentalist?”, “Wie ist es, ein Fundamentalist der Aufklärung zu sein?”, fragt Thea Dorn in einem Beitrag für das Wall Street Journal Europe. Hier die deutsche Textfassung:
What is it like to be a bat?“ fragte der Philosoph Thomas Nagel in seinem berühmten Essay von 1974. Die Antwort: Wir Menschen werden es nie wissen – solange wir nicht selbst Fledermäuse sind. Ich muss Sie enttäuschen. Auch ich bin keine Fledermaus. Aber ich zähle zu einer anderen Spezies, über die neuerdings fast ebenso viele Mutmaßungen angestellt werden wie über die lichtscheuen Säugetiere. Die Rede ist vom „Enlightenment fundamentalist“. Deshalb darf ich mit gewissem Recht hoffen, Auskunft in der Frage erteilen zu können: „What is it like to be an Enlightenment fundamentalist?“
Wer unserer Spezies den Namen gegeben hat, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Vermutlich war es Professor Timothy Garton …
20.01.2007 10:36
Outside The Beltway - 21
Auf dem Weg zum Flughafen höre ich NPR. Anfangs eine Kopie der europäischen öffentlich-rechtlichen Stationen, inzwischen allen um Lichtjahre voraus: Radio als “state of the art”. Mittags schaltet NPR rüber zur BBC nach London, zur “worldhaveyoursay”, einem Call-in-Programm. Es geht um die Frage “Should a dead man become a father?” BBC-Hörer diskutieren den Fall eines Israeli, der als Soldat mit 19 in Gaza getötet wurde und dessen Eltern nun ein Enkelkind von ihm haben möchten, mit Hilfe von Sperma, das ihm gleich nach seinem Tod entnommen wurde und mit dem nun eine Frau befruchtet werden soll, die er nicht gekannt hat. Eine Geschichte, die in Israel für heftige Debatten gesorgt hat. http://worldblog.msnbc.msn.com/archive/2007/01/18/33735.aspx
Auch die BBC-Hörer sind ganz aus dem Häuschen, finden die Geschichte “immoral” und “outrageous”, bedauern jetzt schon das ungeborene Kind, “das keine Chance hat, seinen Vater kennen zu lernen”. Es hört sich an, als wären …
19.01.2007 18:06
Inside The Beltway 2o
Sag beim Abschied leise Servus oder geh noch einmal Shoppen.
Zuerst zu Borders, wo in der Bargain-Abteilung neue Angebote ausliegen. Dann zu Trader Joe’s, dem einzigen Laden, wo es “Hummus with freshly ground horseradish” gibt, Hummus mit Meerrettich gemischt, den absoluten Hoehepunkt der arabisch-polnischen Symbiose. Weiter zu “Farmer’s Market”, wo man Pastrami Brisket von Dietz & Watson bekommt, das Beste, was New York an Delicatessen zu bieten hat. Drei Pfund, hand trimmed und luftdicht versiegelt.
Schliesslich zu Safeway’s, weil man Pastrami nicht ohne Horseradish essen darf, der von “Double-H” ist der beste, es gibt ihn weiss und rot (mit roter Beete).
Und wie es der Genosse Zufall will, laeuft im NPR eine Geschichte ueber ein neues Zahlungssystem, das “Whole Foods” in Silver Springs gerade eingefuehrt hat: “Pay by touch”. Man braucht kein Bargeld mehr und keine Kreditkarten, Daumenabdruck im Scanner genuegt. Wie immer bei …
18.01.2007 21:11
Auf Biegen und Brechen
Hau Dir in die Augen, Kleine:
http://www.youtube.com/watch?v=M3ked90K85w
Happy Homecoming:
David Myatt, a founder of the hardline British National Socialist Movement (NSM) who has been jailed for racist attacks, has changed his name to Abdul Aziz ibn Myatt. David Copeland, who is serving six life sentences after three people died in his Soho bomb attacks, was a member of the NSM.
http://www.timesonline.co.uk/article/0,,2-2149297,00.html
My duty now, the purpose of my life, is to do the will of Allah, to submit to the will of Allah — to strive, In sha’ Allah, to be a good, a devout, Muslim. To live as a Muslim in the way that Allah has decreed, through his Prophet and Messenger Muhammad. One of the many wonderful things which occurred on the day I converted was when the Imam of the Mosque explained that by accepting …
18.01.2007 15:10
Andrei S. Markovits: Die Amerikanisierung Europas
"Any trip to Europe confirms what surveys have been finding: The aversion to America is becoming greater, louder, more determined. It is unifying Western Europeans more than any other political emotion — with the exception of a common hostility toward Israel. Indeed, the virulence in Western Europe’s antipathy to Israel cannot be understood without the presence of anti-Americanism and hostility to the United States. Those two closely related resentments are now considered proper etiquette. They are present in polite company and acceptable in the discourse of the political classes. They constitute common fare not only among Western Europe’s cultural and media elites, but also throughout society itself, from London to Athens and from Stockholm to Rome, even if European politicians visiting Washington or European professors at international conferences about anti-Americanism and anti-Semitism are adamant about denying or sugarcoating that reality.”
http://chronicle.com/temp/email2.php?id=PK6RkYrjDkH4g3g6zvWdPcB5swqzz6jd
17.01.2007 18:05
Martin Kloke: Antisemitische Landschaften mit Gutmenschen
Der lange Marsch durch die Institutionen, den eine linksgerichtete Jugendkultur vor ueber 35 Jahren angetreten habe, sei in einer Beziehung sehr erfolgreich gewesen, schreibt der Soziologe Martin Kloke, “das Amalgam aus antisemitischen und antizionistischen Ressentiments” sei nun “auch in der Mitte der Gesellschaft” angekommen und treibe dort “seine dumpfen Sumpfblüten”. Und: “Wie zur Bestätigung dieses Trends konnte 2004 ein Mitarbeiter der Bundeszentrale für politische Bildung in der angesehenen Wochenzeitung Das Parlament unwidersprochen das Existenzrecht Israels als jüdischer Staat zur Disposition stellen, indem er die ‘Entzionisierung’ Israels ‘als Voraussetzung für einen wirklichen Frieden’ herbeizuschreiben versuchte. Ausgerechnet am Tage der historischen Begegnung des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, am 8. Februar 2005 im ägyptischen Scharm-el-Scheich, stellte die Süddeutsche Zeitung die Frage: ‘Ist der Zionismus heute der wahre Feind der Juden?’ – und überließ im Stil einer Pro- und Kontra- Diskussion die Antworten zwei Gastautoren. Welcher andere, zumal demokratische Staat …
17.01.2007 06:28
Inside The Beltway 19
Immer, wenn ich schon mittags arbeite, muss ich mich nachmittags kurz hinlegen und nappen. Nach der Lunch Lecture im AICGS mache ich mich auf den Weg nach Chevy Chase, halte kurz bei CVS an, um meinen Arizona-Ginger-Ice-Tea-Vorrat aufzustocken, beantworte ein paar mails und doese weg wie ein Schichtarbeiter im Morgengrauen. Als ich aufwache, ist es halb acht, 7.3o pm. Eigentlich wollte ich schon um 7 bei “Politics and Prose” in der Connecticut Avenue sein, dem feinen Washingtoner Buchladen, wo Joerg Friedrich die amerikanische Ausgabe seines Buches “Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg 1940-1945” vorstellen soll. Macht nix, denke ich, es geht nichts ueber einen guten Nap am Nachmittag, der Bombenkrieg kann warten.
Also mache ich mir zuerst einen Tee und mich dann auf den Weg zu “Politics and Prose”. Ich komme mitten in der Diskussion an. Friedrich erklaert seinen Zuhoerern den Unterschied zwischen “pinpoint bombing” und “carpet bombing”, zwischen …
17.01.2007 06:24
Alles heil in Garmisch!
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