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19.02.2012 16:40
Linker Mann, was nun?
Bis gestern herrschte in der links-alternativen Kuschelecke noch Ordnung. Die Welt funktionierte so: Menschen sind von Natur aus gut, solange sie nur einen Migrationshintergrund haben, also irgendwie anders als „die Deutschen“ sind. Die Germanen wiederum sind reaktionäre Finstermenschen, verachten die Migranten und unterdrücken sie. Und der Held in der Geschichte ist man selbst, der links-alternative Fremdenfreund und Helfer, der das Schlimmste zu verhindern weiß.
Ja, und dann wird das eigene 1D-Weltbild, erbaut aus Klischees und Rassismus, einfach so durch Schutzgeldforderungen einer türkisch-kurdischen Straßengang erschüttert.
So geschieht es aktuell in Berlin. Dort wird ein „linkes Wohnprojekt“ von Kriminellen bedroht, die in das Gebäude eindrangen und die Inneneinrichtung zertrümmerten. Würde es sich bei den Tätern um migrationslose Deutsche handeln, wüssten die Alternativen, wie sie zu reagieren haben: Presse, Polizei, Anzeige, fertig. Wären es Nazis, wäre es noch leichter: Presse, Polizei, Anzeige, Demo, wieder Presse, fertig. …
11.02.2012 04:24
Abendlandophobie
Es geht fast immer schief, wenn in deutschen Zeitungen über das Verhältnis des Westens zum Islam geschrieben wird. Zuletzt geschehen am vergangenen Wochenende im Tagesspiegel (http://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/abendland-vs-islam-in-europa-sind-gottlose-in-einen-religionskrieg-getreten/6157224.html), wobei man anhand dieses Beitrags aber zumindest ganz gut vorführen kann, woran diese Zustandsbeschreibungen kranken.
Das Hauptproblem ist, dass die Verfasser solcher Beiträge zumeist mit dem Ziel antreten, die angebliche Überheblichkeit des Westens zu demaskieren. So auch der Tagesspiegel-Mann. Der Preis dafür ist hoch, denn um auf Augenhöhe zwischen den Zuständen im Abend- und im Morgenland zu kommen, müssen zum Beispiel die Moslembrüder zu einer normalen Partei geschrumpft und die CDU zu einer religiösen Gefahr aufgeblasen werden, nur damit dann endlich behauptet werden kann, dass es doch überall religiöse Parteien gibt.
Und danach muss der Westen zum aktiven Part erklärt werden. Zwar haben muslimische Terroristen am 11.September 2001 einen Krieg gegen den „Western Way of Life“ begonnen (bzw. schon lange …
05.02.2012 17:49
Antisemiten und edle Antisemiten
Am 27. Januar wurde im Bundestag an die Befreiung von Auschwitz erinnert und Reich-Ranicki berichtete über seine Zeit im Warschauer Getto. Alle waren betroffen und bereit, die Ewiggestrigen zu bekämpfen…Und fast zeitgleich wird mit allen Ehren ein promovierter Holocaustleugner (http://www.cicero.de/weltb%C3%BChne/wer-ist-abbas-wirklich/36947) vom Bundespräsidenten empfangen. Es handelt sich dabei um Mahmud Abbas, der seit Jahren als Gesprächs- und Verhandlungspartner geschätzt wird und den noch keiner der deutschen „nie wieder“-Politiker auf sein krankes Weltbild hingewiesen hat.
Es erstaunt, dass zwar deutsche Hinterwälder-Antisemiten aus der sächsischen Schweiz ausgegrenzt werden, aber arabischen Judenhassern der rote Teppich ausgerollt wird. Dabei würde Abbas im Gefängnis sitzen, wäre er Deutscher und hätte in seiner Doktorarbeit die Meinung vertreten, dass wohl deutlich weniger als 6 Millionen Juden während des Holocaust umgebracht wurden. Horst Mahler macht sich solche Gedanken auch, aber er wird nicht von Bundespräsidenten Wulff eingeladen. Schade eigentlich, dabei könnten der palästinensische und der deutsche Judenexperte …
22.01.2012 10:26
Bücherverbrennung für die gute Sache
Jetzt reagieren auch endlich die Künstler! Thilo Sarrazin, Fußnotenprophet und Lipizzanerfreund, muss wieder „raus aus den Köpfen“ der Deutschen. Deswegen sollen die Käufer das Buch an Sammelstellen abgeben können, es wird danach recycelt und der Spuk ist vorbei. Vorbildlich! So geht Bücherverbrennung in einer umweltbewussten Gesellschaft, die weiß, dass ein offenes Feuer auf dem Bebelplatz Gift für das Klima wäre.
Jedoch gibt es Kritik an dieser Aktion. Sie sei so „unterkomplex“ wie das Werk, um das es geht, bemängeln sogar ausgewiesene Sarrazin-Kritiker. Womit sie wieder genau den selbstgerechten Ton treffen, der die Gegner des populärsten SPD-Mitgliedes auszeichnet. Dieser Ton erstaunt umso mehr, wenn man bedenkt, dass sie in der ganzen Auseinandersetzung inhaltlich kaum ein Punkt gegen den Autoren machten, weswegen sie sich schon längst auf persönliche Angriffe verlegt haben in der Hoffnung, Sarrazin irgendwie als Nazi hinstellen und damit ins gesellschaftliche Aus manövrieren zu können.
Dabei …
08.01.2012 12:00
Sehr geehrter Herr Bundespräsident
ich habe gelesen, dass Sie einen Bürger angezeigt haben, weil dieser Sie beleidigt hat. Das finde ich erstaunlich dünnhäutig für einen Menschen, der das höchste Amt einer liberalen Demokratie ausübt. Da sollte etwas mehr Respekt vor der Streitkultur drin sein und für diese muss auch der eine oder andere Tiefschlag in Kauf genommen werden.
Ehrlich gesagt verstehe ich nicht so ganz, weswegen sie empfindlicher auf dummes Geschwätz reagieren als ich. Unter jedem meiner Artikel finden sich auch Schmähungen und Beleidigungen von Menschen, die zu den Montagsautos der Evolution gehören und nicht in der Lage sind, eine inhaltliche Kritik anzubringen. In ganzer Pracht z.B. hier zu bewundern: Hebräerkritisches vom Gasmann. Diese Leute gehören zum Bodensatz der Gesellschaft und dennoch kam ich noch nie auf die Idee, sie zu verklagen. Es sind Idioten und vermutlich leiste ich sogar einen Beitrag …
06.01.2012 11:53
Facebook und die Aigner-App
Wenn Verbraucherschutzministerin Aigner eine App wäre, sie würde zu jenen überflüssigen unter ihnen zählen, welche kein Mensch braucht und die es aus genau diesem Grund manchmal sogar zu einem gewissen Kultstatus bringen. Diese Politikerin belästigt jedenfalls seit geraumer Zeit sowohl die Nutzer als auch den Gründer von Facebook und es scheint, als hätte es sie nur noch wütender gemacht, dass niemand in Trauer darüber geriet, dass sie ihre Facebook-Seite „aus Protest“ gelöscht hat.
Für sie ist Facebook eine Datenkrake, die es zu bekämpfen und zu bändigen gilt. (Dass der Staat eine Datenkrake ist, hat sie übrigens noch nie gesagt.) Sie ist ein Paradebeispiel für den Typ Politiker, der die Bürger für dumm hält und sich selber in der Position des Erziehers sieht, der immer noch am besten weiß, was gut für die Kleinen ist. Sie hat erkennbar keine Ahnung vom Thema, versucht aber dennoch Millionen Menschen etwas madig …
30.12.2011 12:38
Rettet die winterphobe S-Bahn
Seit Jahren arbeitet die Berliner S-Bahn hart daran, sich in eine Fabelgestalt der Größenordnung von Loch Ness oder dem Yeti zu verwandeln. Angeblich gibt es diese Wesen, aber gesehen hat sie bislang kaum oder nie jemand. Noch steht es um den Berliner ÖPNV zwar nicht ganz so schlimm, aber die Verspätungs- und Ausfallexzesse der letzten Jahre lassen nichts Gutes erwarten. Zum Glück ist es der PR-Abteilung der S-Bahn zumindest noch nicht gelungen, diese Pannenroutine positiv umzudeuten im Sinne von „wir haben Verspätung und das ist auch gut so!“ Was einen in einer Stadt, in welcher man stolz auf Armut ist und diese sexy findet, nicht wirklich überraschen würde. Vermutlich scheitert dieser Coup bislang schlicht daran, dass es besagte PR-Betreuung des S-Bahn-Betriebs nicht gibt, jedenfalls lassen dies das durchschnittliche Höflichkeitslevel und der Grad an Kundenservice-Orientiertheit des gemeinen Gleisen-Bediensteten vermuten.
Und dennoch hat diese real existierende, zuverlässig unpünktliche und pannengeschüttelte …
18.12.2011 16:18
Schluss mit der angelawulffischen Langeweile!
Die Fakten: 500.000 Euro, dunkle Kanäle zwischen Politik und Wirtschaft, eine junge Frau mit Tattoo und mittendrin das Staatsoberhaupt.
Was hätte man sich im Falle von Silvio Berlusconi bei diesen Zutaten gedacht oder bei Nikolas Sarkozy? Orgien, Drogen und unehelich gezeugte Politikerkinder. Monatelang würden in den Medien die Gespielinnen auspacken und die eine oder andere Gestalt aus der Unterwelt. Es würde detailliert über horizontale Praktiken Auskunft gegeben, die bis dahin noch nicht einmal den erfolgreichsten Mitarbeitern der Hamburg-Mannheimer (heute ERGO) bekannt waren. Fasziniert und entsetzt würde das ganze Land die Enthüllungen verfolgen. Und egal, wie man zu all dem stehen würde, eines wäre definitiv ausgeschlossen: Langeweile.
Woran man sicher nicht denken würde, wäre ein mausgraues Einfamilienhaus und damit kommt Christian Wulff, diese Antithese zu allem, was unter Charisma und Leidenschaft läuft, ins Spiel. Er hat das Grinsen in der Grimassenschule von Jörg Pilawa erlernt und ist am Puls der Zeit, was …


