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  04.03.2015   00:33   Leserkommentare (2)

Holocaustleugnung an der Uni Auschwitz

Deutschlandweit hat die Polizei nach einem Pärchen gefahndet, das sich während der Kölner HoGeSa-Demonstration über die Opfer des Holocaust lustig machte. Die Frau trug dabei einen Pullover mit der Aufschrift „University Auschwitz“, an dem jeden guten Adolf Normalnazi sofort die überflüssige Verwendung der siegermächtigen Vokabel University stören sollte. Warum nicht einfach Universität?

Wegen des Verdachts auf Volksverhetzung wurden sie nun also zur Fahndung ausgeschrieben. Das ist genau das falsche Signal. Schließlich gehören die beiden zur seltenen Spezies der ehrlichen Antisemiten. Dieses Einfaltspaar lässt keine Fragen offen. So etwas gibt es ja kaum noch. Sogar Bundestagsabgeordnete, die sich der Hamas als Mitstreite im Kampf gegen Israel andienen, wollen keine Antisemiten sein. Dabei hat die Hamas in ihrer Charta...

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Kategorie(n): Inland 

  22.02.2015   14:16   Leserkommentare (5)

Tugendtwitterer und Vernichtungsvokabeln

Twitter ist ein Medium, das Karikaturen von Diskussionen produziert. Aufgrund der wenigen Zeilen, die ein Tweet nur haben kann, beschränken sich die Meinungsäußerungen meistens auf das Formulieren von Beschimpfungen. Dabei siegt, wer die stärkere Vernichtungsvokabel verwendet. Wenn zum Beispiel jemand einen ausführlichen Artikel zur Aufnahme von Flüchtlingen verfasst und dabei pro- und contra-Argumente abwägt, kann eine Antwort folgendermaßen lauten:  „Das ist rassistischer Bullshit!“ Das ist deswegen eine super Antwort, weil die Unterstellung „Rassist“ super ist. Wer diesen Vorwurf ausspricht, sagt damit nämlich automatisch aus, dass er selbst auf der antirassistischen Seite steht. Und wer will das nicht?  Der als Rassist entlarvte wiederum muss jetzt mal sehen, wie er in wenigen Worten diesen erheblichen Vorwurf...

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Kategorie(n): Inland  Ausland  Kultur 

  14.02.2015   20:35   Leserkommentare (5)

Endlich: Gericht schafft den Antisemitismus ab

In Wuppertal haben im vergangenen Sommer mehrere Palästinenser einen Brandanschlag auf eine Synagoge verübt. Das Gericht entschied nun über die Höhe der Strafen und überraschte dabei mit der Erkenntnis, dass es in dieser Tat keinen Antisemitismus sehen kann. Die Begründung: Die Männer wollten mit diesem Angriff auf den Gaza-Konflikt hinweisen.

Sie machen also alle Juden auf der Welt für das verantwortlich, was ihnen am Vorgehen Israels stört. Für sie sind Synagogen so etwas wie Auslandsvertretungen des jüdischen Staates. Wenn sie wütend auf eine Entscheidung in der Knesset sind, greifen sie die nächstbeste jüdische Einrichtung an, um auf ihre Wut hinzuweisen. Und dass ist nicht antisemitisch, wenn alle Juden verantwortlich gemacht werden für etwas, was irgendwo anders auf der Welt passiert? Nicht einmal ein ganz kleines...

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Kategorie(n): Inland 

  05.02.2015   02:08   Leserkommentare (12)

Kein Hassprediger, ein Don Quijote

In Bremen treibt ein Hassprediger sein Unwesen, heißt es in den Medien. Ein evangelischer Pastor habe am 18. Januar in seiner Kirche zum Kampf gegen andere Religionen aufgefordert. Die Staatsanwaltschaft prüft den Fall. Die Sache klingt dramatisch, der Verdacht der Volksverhetzung steht im Raum.

Zeit also, sich die Hasspredigt einmal anzuhören. Was ich getan habe. Mein Fazit: Von einem Aufruf zum Kampf kann keine Rede sein, aber wir müssen uns in Deutschland dringend entscheiden, was wir von Religionen eigentlich erwarten. Sollen sie ausschließlich PR-taugliche Fotos vom friedlichen Zusammenleben produzieren? Motive, auf denen Pfarrer, Rabbiner, Imame und andere religiöse Autoritäten gemeinsam beten und sich gegenseitig bestätigen, dass sie ja im Grunde alle an das Gleiche glauben? Wenn das der Fall ist, müssen wir leider die...

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Kategorie(n): Inland 

  03.02.2015   00:29   Leserkommentare (1)

Wenn Realität und Roman verschwimmen

„Rinder-Mann, geh´ Du voran: Wieder ist ein Held aus unserer Mitte aufgestanden. Ein dreijähriger Bulle hat nahe Köln seinen Sklavenhalter angegriffen und tödlich verletzt. Wir verneigen uns vor dem Held der Freiheit. Mögen ihm viele weitere Rinder in den Aufstand der Geknechteten folgen.“

„Mittlerweile haben sich die Parteimitglieder der Nachhaltigen ein radikales Programm gegeben. Landwirtschaft lehnen sie ab, weil Pflanzen nicht die Sklaven der Menschen sein dürfen. Nur wild wachsende Früchte, Körner und Weizen dürfen geerntet werden. »Keine Gettos, egal ob für Mensch, Tier oder Pflanze, darum nein zu Weizenfeldern und nein zu Schweineställen!«“

(Auf diese beiden Zitate gehe ich später noch ein.)

Letztes Jahr habe ich einen Roman geschrieben, der sich mit der deutschen Protestkultur beschäftigt. Warum er...

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Kategorie(n): Inland 

  27.01.2015   00:06   Leserkommentare (1)

Mit Kulleraugen gegen den IS-Terror

Wie soll eine Gesellschaft damit umgehen, wenn IS-Terroristen Geiseln nehmen und sie zu ermorden drohen? Das Kalifat hat es in der Inszenierung dieser Hinrichtungen zu einiger Meisterschaft gebracht. Erst wird das Opfer vorgeführt, dann muss es seinem Heimatland die Schuld an allem geben, was ihm wiederfahren wird und schließlich gibt es ein Ultimatum. Das verstreicht manchmal, ohne dass es zum Mord kommt. Manchmal aber auch nicht. Es bleib immer unberechenbar und die Medien berichten umso mehr darüber, umso unklarer die Situation ist.

Vor allem bedient diese Berichterstattung das Bedürfnis nach voyeuristischem Grusel. Dazu gehören O-Töne von Freunden, die erzählen, was für ein guter Mensch da gerade mit dem Tod bedroht wird. Außerdem Videos der Eltern, die um das Leben der Geisel flehen. Und es werden Fotos gezeigt, die in...

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Kategorie(n): Inland  Ausland 

  23.01.2015   18:09   Leserkommentare (5)

Hallervorden, die Mohrenstraße und der Rassismus

Vereinen wie Berlin Postkolonial hätte ich eigentlich meinen Roman widmen müssen. Sie schaffen es, mit den besten Absichten die lächerlichste Figur abzugeben. Im konkreten Fall ist dieser Verein empört, dass Dieter Hallervorden für die BVG die Haltestelle „Mohrenstraße“ eingesprochen hat. Im Rahmen einer PR-Kampagne, bei der Prominente die Haltestellen durchsagen.

Berlin Postkolonial wittert deswegen jetzt eine Verschwörung gegen schwarze Berliner. Dass es ausgerechnet Hallervorden ist, kann kein Zufall sein. Da muss die BVG einen üblen Plan mit verfolgt haben. Der Palimpalim-Mann ist schließlich kein unbeschriebenes Blatt, muss man dazu wissen. Schon 2012 wurde er von Berlin Postkolonial dafür angegriffen, dass an seinem Schlossparktheater „Blackfacing“ stattgefunden hatte. Ein weißer Schauspieler hatte sich dort...

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Kategorie(n): Inland  Kultur 

  19.01.2015   13:06   Leserkommentare (5)

Sie waren Charlie. Jetzt sind sie wieder sie selbst

Etwas mehr als eine Woche Charlie ist genug. Jetzt wollen viele wieder sie selbst sein. Schade eigentlich, man hatte sie nicht vermisst. Beispielhaft sei dabei auf einen aktuellen Beitrag von Bernd Matthies im Tagesspiegel verwiesen, der sich unter der erstaunlich verkrampften Überschrift „Was Charlie Hebdo falsch gemacht haben könnte“ daran macht, den Opfern eine Mitschuld daran zu geben, dass zwei Islamisten sie exekutiert haben.

Mussten denn die Satiriker „auf jeden Protest, jede Drohung und schließlich den Brandanschlag 2011 mit neuem, schärferem Spott“ reagieren, der ja doch nur zur weiteren Eskalation beigetragen hat? Matthies vermutet, „sehr wahrscheinlich hätte es den brutalen Anschlag nicht gegeben, wenn Charbonnier rechtzeitig beschlossen hätte, seine satirischen Attacken mehr auf die französische Regierung,...

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Kategorie(n): Inland  Ausland