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  30.01.2016   14:47   Leserkommentare (3)

Schluss mit der Trollfütterung im Internet!

Aktuell etabliert es sich in Debatten, empfangene Hetzkommentare als Beweis dafür zu nehmen, dass die eigene Position richtig ist. Das ist eine problematische Entwicklung. Sie verzerrt die Realität zu einer Karikatur. Hasskommentare sind eben nicht repräsentativ. Von ihnen ausgehend Thesen über den Zustand der Gesellschaft zu entwerfen, ist absurd.

Es ist auch eine Frage des Anstandes, den Gesamteindruck nicht dadurch zu verzerren, abseitige Meinungen in den Mittelpunkt zu rücken. Im Grunde lassen sich nämlich immer Zeugen aufrufen, die ein Projekt diskreditieren können, auch die Nazis sind schließlich gegen TTIP. Dieses gemeinsame Empörtsein über Hasskommentare führt außerdem dazu, sich als verschworene Gemeinschaft zu verstehen. Der Leser fühlt sich schließlich mit angegriffen, da er ja die angegriffene Meinung teilt....[Weiterlesen…]

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Kategorie(n): Inland  Kultur  Medien  Politik  Auslese 

  24.01.2016   20:51   Leserkommentare (4)

Im Namen der Meinungsfreiheit gegen die Meinungsfreiheit

Wenn der SPD-Vorsitzende von Baden-Württemberg, Nils Schmid, mit der AfD nicht diskutieren will, weil diese „die Meinungsfreiheit in Frage stellt“, beweist er vor allem, dass ihm die Meinungsfreiheit so wichtig nicht ist. Bei ihm ist sie offenbar zu einem reinen Kampfbegriff verkommen, denn er weiß natürlich, dass es gesellschaftliche Ausgrenzung zur Folge hat, als Feind der Meinungsfreiheit hingestellt zu werden. So wie ein DDR-Funktionär wusste, dass es ein sehr effektiver Vorwurf ist, jemanden als Imperialisten zu bezeichnen.

In der Politik ist die Haltung weit verbreitet, nur eine “Meinungsfreiheit light” zu verteidigen. Also eine, bei der unliebsame Wortmeldungen rausgefiltert werden, damit man so richtig schön miteinander einer Meinung sein kann. Einer Meinung ist man sich aber vor allem in autoritären Staaten....

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Kategorie(n): Inland  Medien  Politik  Auslese 

  10.01.2016   15:41   Leserkommentare (6)

Warum die Herkunft von Tätern etwas “zur Sache tut”

Auf Twitter und Facebook sehe ich immer wieder Aufforderung, weniger konkret über die Täter von Köln zu berichten. Gern geteilt wird dabei zum Beispiel ein „korrigiertes“ Statement vom nordrhein-westfälischen Innenminister Jäger, das im Original lautet:

„Wir nehmen es nicht hin, dass sich nordafrikanische Männergruppen organisieren, um wehrlose Frauen mit dreisten sexuellen Attacken zu erniedrigen.“

Die korrigierte Version liest sich dann so:

„Wir nehmen es nicht hin, dass Männer wehrlose Frauen mit dreisten sexuellen Attacken erniedrigen.“

Tausende User finden den veränderten Satz besser, der nun so allgemein gehalten ist, dass er gar keinen speziellen Bezug mehr zur Tatnacht hat.

Ein anderes Beispiel wäre Tilo Jung, der auch mehr Diffusität fordert: „Was tut es eigentlich zur Sache, was für eine Herkunft...

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Kategorie(n): Ausland  Inland  Medien  Politik  Auslese 

  31.12.2015   10:08   Leserkommentare (1)

“Mein Kampf” einfach ignorieren

Vier Sekunden. So lang hat meine Internet-Suche nach „Mein Kampf“ gedauert, bevor ich das komplette Werk vor mir hatte. Und dabei bin ich eher langsam beim Tippen. Gut möglich, dass andere es sogar in drei Sekunden schaffen. Ab dem 01.01.2016 darf jeder dieses Buch verlegen, weil das Urheberrecht dann abgelaufen ist. Ein Grund für die Politik, sehr besorgt zu sein. Auch Wissenschaftler fürchten das Schlimmste, die Medien ebenso. Deswegen wird seit Monaten und eigentlich schon Jahren auf diesen Tag X hingearbeitet. Es sind kommentierte Ausgaben von „Mein Kampf“ geschrieben worden, die der hitlerischen Menschenverachtung im Allgemeinen und ihrem Judenhass im Speziellen den Stachel ziehen soll. Jeder Hassausbruch wird mit Fußnoten bekämpft, die diese widerlegen sollen. Antifaschistische Fußnoten, die dafür zu sorgen haben,...

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Kategorie(n): Inland  Auslese 

  21.12.2015   17:04   Leserkommentare (1)

Star Wars hat sich seinen Platz auf jedem Duftbaum, jeder Teetasse und jedem Jutebeutel verdient

Star Wars kehrt zurück in die Kinos, nachdem es aus den Spielzeugläden nie verschwunden ist. Seit Monaten wird die Werbung für den aktuellen Film immer weiter verstärkt und längst kann das Haus nicht mehr verlassen werden, ohne irgendwo auf Star Wars zu stoßen. Sogar Spülmittel werben mit animierten Laserschwertern, die den Schmutz vom Teller wischen. Man kann das lästig finden, aber es kann einem eigentlich auch egal sein. Doch viele Kritiker finden es lästig und alles andere als egal. Deswegen kritisieren sie diesen „perfekten Vermarktungskreislauf“, aus dem es kein Entkommen gibt. Spiegel Online bringt das Beispiel des armen Jonah:

„Im Februar 2012, kommt “Episode 1” als 3D-Fassung erneut in die Kinos. Prompt bringt Jonah seinen Vater dazu, mit ihm in den Film zu gehen. Im Anschluss darf Jonah die anderen Folgen...

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Kategorie(n): Auslese 

  11.12.2015   20:22   Leserkommentare (6)

Einführung in Abendlandkunde: “Keine Toleranz den Intoleranten”

Am 13. November las ich gerade Keine Toleranz den Intoleranten, als die Meldungen aus Paris eintrafen. Es war eine surreale Gleichzeitigkeit von geschriebener Warnung und tödlicher Wirklichkeit, denn in diesem Buch geht es um die Werte des Westens und die Gefahren, die ihnen durch den Islamismus drohen.

Im Jahr 2006 veröffentliche Henryk M. Broder seinen Bestseller „Hurra, wir kapitulieren“, eine mit viel Sarkasmus, Witz und Wut geschriebene Bestandsaufnahme westlichen Zurückweichens vor dem Islamismus. Der Cicero-Redakteur Alexander Kissler hat nun so etwas wie die bildungsbürgerliche Version davon nachgelegt und dabei einen Schwerpunkt darauf gesetzt, was eigentlich das ideengeschichtliche Fundament ist, auf dem „der Westen“ ruht. Herausgekommen ist nicht nur eine Warnung vor dem Islamismus, sondern mindestens so sehr auch...

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Kategorie(n): Ausland  Inland  Auslese 

  15.11.2015   17:06   Leserkommentare (7)

Der Staat hat am Sterbebett nichts verloren

Der Staat soll sich so weit es geht aus dem Leben der Bürger heraushalten. Er soll vor allem für die Sicherheit im Land sorgen und für die Aufrechterhaltung der Rechtsstaatlichkeit, über alle seiner weiteren Aufgaben kann dann schon diskutiert werden. Wo er aber ganz sicher nichts verloren hat, ist am Sterbebett. Zu einem selbstbestimmten Leben gehört auch die Möglichkeit, dieses aus freien Stücken zu beenden. Deswegen kommt die weitere Kriminalisierung der Sterbehilfe, die gerade im Bundestag verabschiedet wurde, einer Entmündigung des Bürgers bei der intimsten Entscheidung gleich, die er zu treffen vermag.

Mit welchem Recht maßt sich der Staat an, einen Menschen in diesem Leben festzuhalten? Die christliche Moral spielt dabei offenbar eine wichtige Rolle, nach der dem Menschen das Leben von Gott geschenkt wurde und Gott den...

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Kategorie(n): Inland  Kultur  Auslese 

  04.11.2015   18:04   Leserkommentare (5)

Job nicht gemacht, Frau Merkel

Deutschland ist jetzt auch Welcome-Weltmeister und feiert sich selbst dafür, keine Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen zu kennen. Hunderttausende sind deswegen schon hier, Hunderttausende werden wohl noch kommen. Doch hat die deutsche Haltung einen kleinen Schönheitsfehler: Der Krieg in Syrien dauert schon seit 2011 und kostete über 200.000 Menschenleben. Warum hat Deutschland denn in all den Jahren davor nicht die Hand gehoben und den Flüchtlingen angeboten, in Scharen hierher zu kommen?

Man sollte nicht vergessen, wie die Ereignisse tatsächlich abgelaufen sind. Deutschland wurde von der Flüchtlingsströmen schlicht überrumpelt und um dieses vollständige Versagen des Staates nicht eingestehen zu müssen, verbreitet Merkel die Geschichte einer flüchtlingsfreundlichen Politik, die so nie geplant war. Dabei ist die...

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