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06.09.2011 01:28
Noch einmal: Von der arroganten Schludrigkeit des deutschen PEN
Heute abend wird in der Heinrich-Böll-Stiftung in der Berliner Schumannstraße unter dem Titel „PEN. Die Internationale Schriftstellervereinigung. Ihre Deutsche Geschichte. Ihre Aufgaben” eine Ausstellung des PEN-Zentrums Deutschland eröffnet, deren geschichtsklitternde Einladung bereits im Vorfeld heftig kritisiert wurde—u.a. in offenen Briefen von Günter Kunert und Ralph Giordano, in der Presse und von mir hier auf Achgut. Um den schlechten Anschein mit Laß-mal-gutsein zu verwischen, stellte daraufhin das PEN-Zentrum Deutschland auf Presseanforderung eine elektronische Version seines Katalogs zur Verfügung—ein Angebot, das ich vorige Woche dankend annahm. Ob die deutschen PENner jedoch auf diesen Katalog, und damit ihre Ausstellung, stolz sein dürfen, ist nach dessen Lektüre äußerst fraglich. Das von der innerdeutschen
28.08.2011 01:42
Deutscher PEN auf schiefer Bahn
Was läuft schief im deutschen PEN? Eine Menge, muß man nach den letzten Eskapaden von dessen Vorstand und Geschäftsführung vermuten. Zuerst gefällt es dem Vorstand eigenmächtig, die deutsche Übersetzung der internationalen Charta so abzuändern, daß es an Fälschung grenzt. Heißt es doch im Originalton der Charta seit 1927 unverändert: “PEN declares for a free press and opposes arbitrary censorship in time of peace.” Auf deutsch also: “Der P.E.N. erklärt sich für die Freiheit der Presse und widersetzt sich jeglicher willkürlichen Zensur in Friedenszeiten.” Daraus wurde vor einiger Zeit ohne viel Federlesens in der deutschen Charta (mit dem Segen des deutschen Vorstands, nehme ich an): “Der P.E.N. erklärt sich für die Freiheit der Presse und verwirft jede Form der Zensur.” Na ja, o.k., diese Wortwahl ist prinzipiell
26.08.2011 22:39
Trotz Wirbelsturm: Wachthalten in Washington
Zuerst ruckelt die Erde im Osten der U.S.A. und jagt nicht nur ein paar Millionen Menschen einen Schrecken ein, sondern richtet an der Nationalkathedrale in der Landeshauptstadt genügend Schäden an, daß der für dieses Wochenende vorgesehene Gedenkgottesdienst für Martin Luther King, Jr. verlegt werden muß. (Am 28. August 1963 hielt King auf der National Mall, am Lincoln Memorial, vor einer Viertel Million Menschen zum Abschluß des großen Bürgerrechtsmarsches seine berühmte “I Have A Dream”-Rede.) Und jetzt tobt der Orkan Irene mit solchen Drohgebärden auf die Ostküste zu, daß die für Sonntag vorgesehene offizielle Einweihung des MLK-Monuments zunächst mal storniert wurde und wahrscheinlich erst im Herbst stattfinden kann. (Zur Geschichte des für meinen Geschmack zu plumpen, realistisch-“heroistischen” Ungetüms siehe die
25.08.2011 19:19
Giordano greift PEN an
Der Kölner Stadt-Anzeiger schreibt heute: Um die Vergangenheit der Schriftstellervereinigung Pen während der NS-Zeit in Deutschland ist ein Autorenstreit ausgebrochen. Der in Köln lebende Schriftsteller Ralph Giordano warf am Donnerstag in einer Presseerklärung dem deutschen Pen-Club Geschichtsklitterung vor: http://www.ksta.de/html/artikel/1314098345340.shtml
Giordanos Stellungnahme im Volltext:
Ich schließe mich dem Protest Günter Kunerts an gegen die Art und Weise, wie der deutsche PEN-Club Geschichtsklitterung treibt. Heißt es doch in seiner Einladung zur Ausstellung “PEN - die internationale Schriftstellervereinigung, ihre deutsche Geschichte, ihre Aufgabe” am 6. September 2011 in Berlin, der deutsche PEN-Club sei 1933 aufgelöst worden. Die Wahrheit ist, daß der von den Nazis gleichgeschaltete deutsche PEN 1934 aus dem
23.08.2011 21:52
Wie dünnhäutig ist die Erde?
Wow! Der Schreck sitzt mir noch in den Gliedern: Gerade wieder daheim angekommen in Virginia nach vier Monaten fast ununterbrochener Reiserei, sitzen wir beim Lunch in der Küche, als ohne jede Vorwarnung unser Haus anfängt, sich wie ein nasser Pudel zu schütteln. In den Schränken klirren die Gläser, ein dekoratives Brotbrett fällt von der Wand. Tornado? Ein rascher Blick aus dem Fenster zeigt unsere sonnendurchflutete grüne Hochsommerlandschaft, in der sich kein Blättchen rührt. Flugzeug in illegalem Tiefflug oder im Absturz begriffen? Quatsch, was einem da durch den Kopf rast: Außer dem Gläserklirren und einem tiefen Grollen, als brauste plötzlich mitten in unserem bukolischen Gefilde eine U-Bahn unter uns durch, ist nichts zu hören.
“Erdbeben”, sagt Rita—sie muß es wissen, denn sie ist vor über zwei Jahrzehnten bei
23.08.2011 05:55
Pain Club—oder: Es ist ein Kreuz mit dem deutschen PEN
“O Pen, Pänn, Päännnn! Pain Club!!” klagte Alfred Kerr am 10. Mai 1942 in einem Brief an Richard Friedenthal. Er mußte es wissen, war er doch bis zu seiner Flucht aus Deutschland im Februar 1933 Präsident des deutschen PEN gewesen. Innerhalb weniger Monate wurde der PEN damals von den Nazis “gleichgeschaltet” und eliminierte sich damit selbst. An seiner Statt gründeten Lion Feuchtwanger, Ernst Toller, Rudolf Olden und Max Hermann-Neisse 1934 in Großbritannien den “deutschen P.E.N. im Exil”, dem bald auch Kerr, die Manns, Anna Seghers, Arnold Zweig, Stefan Zweig, Alfred Döblin und viele andere vertriebene oder geflohene deutsche Dichter und Denker beitraten.
Diesen Exil-PEN gibt es heute noch; als eine seiner Aufgaben sieht er das aktive Gedenken an die verfolgten und gerade oft wegen der Naziherrschaft vergessenen
29.07.2011 07:23
US-Terroranschlag eines fahnenflüchtigen islamistischen Kinderpornografen verhindert
Ein fahnenflüchtiger US-Soldat moslemischen Glaubens namens Naser Abdo wurde am Mittwoch in Texas verhaftet, in einem Motel nur etwa fünf Kilometer entfernt von Fort Hood, ebenjenem Militärstützpunkt, wo vor stark anderthalb Jahren sein Glaubensgenosse, US-Major Nidal Hasan, ein islamistisch motiviertes Massaker angerichtet hatte. Naser Abdo war schwer bewaffnet und hatte eine Bombe im Rucksack, als er sich beim Kaufversuch von weiteren Waffen, Munition und Sprengstoff verdächtig machte. Er hat seine Pläne eines Terroranschlags, zu dessen Ausführung er sich eine Uniform mit Ft. Hood-Insignien beschafft hatte, inzwischen gestanden.
Vor einem Jahr hatte Abdo einen Antrag auf Anerkennung als “conscientious objector” gestellt, weil er nicht in Iraq und Afghanistan dienen wollte, und war mit diesem Antrag sogar an die Öffentlichkeit
27.07.2011 06:17
Wo die Liebe hinfällt…
Während die USA einer ökonomischen Katastrophe entgegenschlittern (oder auch nicht) und sich die Minen der Politiker und Finanzkoryphäen auf den Fernsehbildschirmen weiter verzerren, gibt es in New York eine Vielzahl glücklicher Gesichter, die mich heute trotz aller politischen Unkenrufe in gute Laune versetzen: http://www.buzzfeed.com/mjs538/portraits-of-gay-couples-just-married-in-new-york


