Beiträge von Dirk Maxeiner
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10.03.2008 10:23
Ketzer brauchen einen sehr langen Atem…
Die Anerkennung der Verdienste von Häretikern kann dauern. Auf ausdrücklichen Wunsch der päpstlichen Akademie der Wissenschaften wird jetzt eine Statue von Galileo Galilei in den vatikanischen Gärten aufgestellt. Aus Anlass des Jahres der Astronomie, 375 Jahre nachdem ihm die heilige Inquisition den Prozess gemacht hatte. Die Tatsache, dass sich die Kirche geirrt habe, hatte Papst Johannes Paul II 1992 eingeräumt.
01.03.2008 11:48
Arme Würstchen
Laut BILD-Zeitung wurde ein Neunjähriger aus Seelze in Niedersachsen bestraft, weil er muslimischen Mitschülern ein Cocktailwürstchen spendierte. Der Junge musste eine Stunde Müll sammeln. Die Entscheidung der Grundschul-Direktorin wurde nachträglich von der Landes-Schulbehörde gerechtfertigt: “Die Strafe sollte zum Nachdenken anleiten. Für Muslime ist das mit dem Schweinefleisch schlimm.” Nur weiter so. Britische Schweinefarmer haben derweil ganz andere Sorgen. Die Preise für Schweinefleisch verfallen nämlich auch ganz ohne religiöse Gründe. Deshalb rufen Sie mit einem hübschen Lied zum Durchhalten auf: ”Stand by your ham”.
29.02.2008 08:02
Vorsicht Vorbild
Kolumne von Maxeiner & Miersch erschienen in DIE WELT vom 01.03.2008
Wir können das Wort „Vorbild“ nicht mehr hören. Seit der Kindheit werden wir mit irgendwelchen Vorbildern malträtiert. Noch schlimmer empfanden wir die Forderung, doch bitte selbst in irgendeiner Sache Vorbild zu sein. Nein, Vorbild sein ist uns zu anstrengend. Wenn wir bei McDonalds am schwarzen Brett den „Mitarbeiter des Monats“ entdecken, bedauern wir ihn aufrichtig, genau wie die „Helden der Arbeit“ in der verflossenen DDR.
Besonders strapaziert wird der Begriff gerade von einigen Wirtschaftsführern. Wie Wanderprediger verkünden sie landauf landab: „Wir müssen wieder Vorbild sein“. Die Herrschaften sind durch die Steuerhinterziehung ihres Kollegen Zumwinkel arg erschrocken. Dabei wäre das gar nicht nötig, denn in Sachen Sozialprestige lieferten sie sich auch vorher schon ein Kopf- an Kopfrennen mit Graf Dracula.
Wir selbst haben bereits in der Schule gelernt, dass Unternehmer das Ergebnis biographischer oder …
28.02.2008 11:22
Ende einer Windkraftanlage
27.02.2008 11:09
Dehm träumt von einem kleinen Mäuerchen
Nur damit niemand behaupten kann, er hätte von Nichts gewusst. Folgende Worte schrieb der Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete der Linken, Dieter Dehm:„Eine allzu gedankenlose Distanzierung vom Mauerbau könnte in Zukunft das Verständnis dahin dogmatisch versperren, wo eine ökonomisch unterentwickelte Region – um mehr Demokratie, mehr Ökologie, mehr Kulturausgaben, mehr Soziales zu wagen – sich abschottet oder etwa die Abwerbung der vom Monopolkapital bevorzugten Kräftigen, Jungen, teuer Ausgebildeten verhindern wollte“. Mehr darüber in der FAZ von heute.
27.02.2008 10:47
Andere Länder andere Sitten
Die Dänen kommen mir innerhalb Europas immer mehr wie das sympathische kleine gallische Dorf vor. Die Leute haben nicht nur Haltung, sondern auch einen Ministerpräsidenten für klare Ansagen. Seit gestern gefällt mir auch der Finanzminister Kristian Jensen. Das deutsche Angebot, mit den in Liechtenstein geklauten Daten Hatz auf dänische Steuerzahler zu machen, lehnte er dankend ab. “Wir haben nicht vor, gestohlene Angaben zu verwenden...diese Art von gehobener Hehleraktivität sagt mir nicht zu”. Seit dem Karikaturenstreit bevorzuge ich übrigens dänische Waren, ganz oben auf meiner Liste steht Erdbeer-Rabarber-Marmelade von Den Gamle Fabrik. Jetzt schmeckt sie noch besser. Aktualisierung: Lob soll man doch etwas länger abhängen lassen. Schade, nach heftigen Attacken der Opposition rudert Jensen jetzt wohl doch zurück.
13.02.2008 18:13
Shariah Is for Everyone!
The archbishop of Canterbury has proposed a partial introduction of Islamic Shariah law in Great Britain. This is yet another step on the part of the Western world to subjugate itself to a Muslim immigrant minority unwilling to integrate. http://www.spiegel.de/international/europe/0,1518,534772,00.html
25.01.2008 09:50
Neue deutsche Etikette
Von Maxeiner & Miersch erschienen in DIW WELT vom 25.1.2007
Ein Etikett war ursprünglich ein Zettel mit Hinweisen für das spanische Hofzeremoniell. Die Beliebtheit von feierlichen Handlungen und Ritualen hat aber keineswegs nachgelassen. Die Deutschen müssen sich aktuell sogar an ganz viele neue Etiketten gewöhnen. Das geht schon auf dem Hauptbahnhof los. Neulich warteten wir fröstelnd auf einem zugigen Bahnsteig. „Rauchfreier Bahnhof“ verriet uns ein großes Schild. Auf dem Gleis wartete mit laufendem Dieselmotor ein Regionalexpress. Sein Schadstoff-Ausstoß dürfte dem von zehntausend Kettenrauchern entsprechen. Das schien niemand zu stören. Das Rauchverbot gilt schließlich nicht für Lokomotiven. Das Etikett „rauchfreier Bahnhof“ dient wohl auch der rituellen Reinigung, siehe spanisches Hofzeremoniell.
Draußen vor der Tür geht es gleich weiter. Da beginnt nämlich die Umweltzone. Und da dürfen demnächst nur noch Autos rein, die einen entsprechenden Aufkleber an der Windschutzscheibe haben. Auch so ein neues Etikett, hübsch rot, gelb …


