Beiträge von David Harnasch
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15.09.2008 20:26
Nun sag, wie hast du’s mit dem Bier?
Deutscher Nachkriegsnationalstolz machte sich meist fest an der Qualität der hierzulande produzierten Biere, Autos und Währung. Ich vermute, der deutsche Bierpatriotismus ist ein genuin amerikanisches Produkt - weil die netten Amisoldaten uns über Jahrzehnte vom hiesigen Bier vorschwärmten, glaubten wir irgendwann selbst, weltweit führend zu sein. Als brauwissenschaftlich interessierter Kulturtourist weiß ich aber, dass die Niederlande mit “Heineken” und “Grolsch” exzellente und zu recht weltweit erfolgreiche Pop-Biere produzieren, dass das ungarische Bauarbeiterbräu “Arany Ászok” viel zu billig feilgeboten wird, dass ein Guiness mehrere Mittagessen kompensiert, dass Budweiser, sofern es aus České Budějovice kommt, eine Delikatesse ist, dass libanesisches Almaza sich zügig in großen Mengen wegtrinken lässt, israelisches Goldstar das vermutlich süffigste dunkle Lager der Welt ist, und Türkeireisende das bekömmliche Efes stets fiesem Rakı vorziehen sollten. Nun steht aber laut FAZ zu befürchten, dass die ganze Türkei bald ähnlich verödet, …
14.09.2008 22:34
Protestkulturen
Nach SPIEGEL TV bei RTL hängengeblieben:
“‘Ich komme von der ethnischen Säuberungskommission’, ruft ein buntes Wesen und beginnt mit dem neonfarbenen Staubwedel die Polizisten abzustauben, welche die Demonstranten begleiten. In dem bemalten Gesicht sieht man ein breites Grinsen. Der Zug von Protestierenden nähert sich dem Kraftwerk in Mannheim. Sie sind gegen den Bau eines neuen Steinkohlekraftwerks. . Auch Jean Peters läuft mit. Doch einfach nur Marschieren reicht ihm nicht. Der Student tritt selbst als Clown auf. Doch heute ist er mit seinen ‘Schülern’ unterwegs. In einem Seminar der Aktionsakademie von Attac hat Jean Peters die Truppe gelehrt, wie man mit roter Nase und Staubwedel umgeht. Von der Clownerie, dem Fassadenklettern, über zivilen Ungehorsam bis zum Großpuppenbau – hier kann man alles lernen, was der Demonstrant so braucht.”
Unwillkürlich erinnere ich mich an Michael Mittermeier. Bei 1:20 wird es interessant. Nicht umsonst sind Clowns ein beliebtes …
14.09.2008 16:51
Zeitreise
Ich erinnere mich noch gut an den kindlichen Grusel angesichts des stetig dräuenden Atomkriegs in den Achtzigern. Den Kalten Krieg haben wir gewonnen, das Alternativszenario, das in der NZZ geschildert wird, jagt mir aber kalte Schauer über den Rücken. Lesenswert!
”Warschaupakt plante nuklearen Überfall auf Westeuropa
Wie man sich den Krieg gegen die Nato konkret vorstellte, lässt sich zurzeit im Detail nur für den Gefechtsstreifen der durch sowjetische Verbände verstärkten tschechoslowakischen Armee illustrieren. Dieser umfasste grosse Teile Bayerns, Baden-Württemberg bis zur Schweizer Grenze und weiter beiderseits der Achse Strassburg–Epinal–Dijon–Langres–Besançon–Lyon. Für den nuklearen Überraschungsschlag waren 131 Nuklearwaffen vorgesehen, davon 41, um die zwischen der tschechoslowakischen Grenze und der Linie Würzburg–Erlangen–Regensburg–Landshut stationierten Nato-Truppen zu zerschlagen. Die restlichen 90 Nuklearwaffen hatten zwei weitere Ziele: die nuklearen Angriffsmittel und die Führungszentren der amerikanischen 7. Armee. Abhängig von der konkreten Lageentwicklung war ein weiterer Einsatz von knapp …
14.09.2008 16:32
Jeremy Clarkson über die Immobilienblase
Over the years, we’ve been told by solemn-faced experts that life as we know it is about to end. Strange to report, then, that we’ve managed to survive communism, particle accelerators, fascism, asteroids, Cuba, bird flu, global warming, terrorism, nuclear war, various tsunamis and Aids, and now we are going to be finished off by Fannie Mae.
I don’t even know what Fannie Mae is. Apparently, it’s not a bank and it’s not a building society, but it seems to have been buying mortgages and debts from various institutions. And then, one day, it appears to have woken up and thought: “Oops.” Quite how it was allowed to get in this mess, I’m not sure. Did nobody think it odd that a mysterious organisation was stomping around the world buying debt? Did nobody stop for a moment and wonder if perhaps Fannie Mae was a home for mentals? …
13.09.2008 13:38
Menschenrecht Elendstourismus
Für zoomer.de habe ich über meine Lieblingsgeldverschwendung “weltwärts” geplaudert. Viel Spaß!
11.09.2008 19:28
Nur keine Missverständnisse!
Wo bleibt denn die korrekte Übersetzung Katajun Amirpurs, wenn man sie so dringend braucht?
Irans Vizepräsident Esfandiar Rahim Mashaii hat seine Feindschaft gegenüber Israel beteuert. Mashaii war am Montag vor den Sicherheits- und Außenpolitischen Ausschuss des iranischen Parlaments zitiert worden, um seine Haltung zu Israel zu erklären.
Vor einigen Wochen war Mashaii unter Beschuss geraten, nachdem er gesagt hatte, dass der Iran auch Freund des israelischen Volkes sei. „Israel ist der am meisten verfluchte Name, und ich schwöre Israel tausendmal den Tod“, beteuerte der Politiker nun bei der Anhörung.
Der Parlamentsabgeordnete Kazem Jalali begrüßte die Stellungnahme Mashaiis, der sich der Politik des „islamischen Systems“ verpflichtet fühle. „Die Gesetzgeber haben Mashaai erzählt, dass es unverzeihlich ist, Israel als eine Nation zu bezeichnen, und 220 Abgeordnete wie auch hochrangige Kleriker haben diese Äußerungen verurteilt“, sagte Jalali. „Mashaii hat versichert, dass sein Ansatz der …
11.09.2008 19:14
Keine Lindenstrasse für Palästina
“‘Ohne die Angabe von Gründen wird die Palestinian Broadcasting Corporation (PBC) Matabb nicht wie ursprünglich geplant vom 1.-10. September ausstrahlen.’ So steht es, vollkommen frei von orientalisch-blumiger Höflichkeit, auf der Webseite des Goetheinstitutes von Ramallah. Die kurze Mitteilung zeugt von der Enttäuschung, vom mühsam bezähmten Zorn der Macher der ersten palästinensischen Seifenoper. Europäische Medien hatten in den vergangenen Wochen über das ambitionierte Projekt mit dem kleinen Budget berichtet. Zur beliebtesten Fernsehzeit des Jahres, im Fastenmonat Ramadan, sollte von Dschenin bis Rafa die erste palästinensische Seifenoper über den Bildschirm flimmern. Palästinensische Schauspieler sollten, palästinensischen Dialekt sprechend, palästinensische Alltagsprobleme bewältigen.” Die WELT berichtet. Sendeplatz ist rar, denn schließlich wollen auch die Kinder erbauliches sehen.
09.09.2008 23:28
Her mit der Männer-Latexburka!
Angesichts der offensichtlichen Vorteile fordere ich als emanzipierter Mann Gleichberechtigung:
“Wenn ich westliche Kleidung trage, starren Frauen mich an, machen mich zum Objekt oder ich selbst messe mich immer am Standard der Male-Models in Men’s Health oder der D&G-Parfumwerbung, dem Mann nur schwer gerecht werden kann – und noch schwerer, wenn Mann älter wird. Ganz abgesehen davon, wie ermüdend es sein kann, die ganze Zeit zur Schau gestellt zu sein. Wenn ich Kopftuch oder Tschador trage, behandeln mich die Menschen als Individuum, nicht als Objekt; ich fühle mich respektiert.“
Her also mit der Männer-Burka!*
*PS: Ralf König hatte in seinem sehr lustigen Comic ”Dschinn Dschinn” bereits die schöne Idee einer Latexburka als schwules Sex-Accessoire. Hier der Klappentext: “Höret also die Geschichte von der Schönheit und der Lust, die man in eine alte Teekanne sperrte! Höret vom elenden Haschischfresser …

