Beiträge von David Harnasch
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05.06.2007 13:35
Zurück auf die Bäume
Andrian Kreye schreibt für die Süddeutsche Erhellendes über den Black Block:
”Wild wie Winnetou
Hinter der internationalen Autonomenbewegung steht ein theoretisches Werk, aus dem sich die Gewaltbereitschaft ganz anders ableitet als aus der schlichten Hooliganerklärung: die Theorie des Neo-Primitivismus.
[...] doch steht hinter der internationalen Autonomiebewegung ein theoretisches Werk, aus dem sich die Gewaltbereitschaft ganz anders ableitet, als aus der schlichten Hooliganerklärung. Danach wird im Straßenkampf des schwarzen Blocks nicht Gewalt um ihrer selbst willen zelebriert, sondern eine pauschale Absage an die Zivilisation.
[...]
Kaum jemand erwähnte damals den Mann, der hinter den Autonomen von Portland stand. John Zerzan hatte die jungen Anarchisten um sich gesammelt, ein Schriftsteller und Anarchist, der zu den Vordenkern des Neo- oder auch Anarcho-Primitivismus zählt. Die Menschheit habe den falschen Weg eingeschlagen, schreibt Zerzan in Essays wie ‘Future Primitive’ oder ‘Against Technology’.
04.06.2007 15:53
Schlagersängergewissen
SPON-Surfbefehl ergeht hierfür:
”Warum Afrika kein Geld vom Westen braucht
Von Thilo Thielke, Nairobi
Mehr Geld, mehr Entwicklungshilfe für Afrika fordern Popstars und Schauspieler von den G-8-Staaten. Der afrikanische Intellektuelle Lubega widersetzt sich: Durch diesen Blödsinn werde die Krise in den Hungerstaaten nur verschärft.
[...]
Es sei ganz einfach: Würde die Finanzhilfe der korrupten afrikanischen Regierungen gestrichen, müssten sich die Führer nach anderen Einkommensquellen umsehen: Steuern. ‘Erstens würde das die Vetternwirtschaft einschränken, denn Geld müsste dann auch von afrikanischen Wirtschaftsbonzen abgeführt werden, und die zahlen im Moment fast gar nichts. Und zweitens müsste die Regierung die Wirtschaft fördern, denn nur wenn die Wirtschaft brummt, nimmt auch der Staat Geld ein.’
Lubegas Theorie klingt simpel und ist einleuchtend. Warum der Westen nicht verstehen will, dass er Afrika langfristig ‘zu …
01.06.2007 20:00
TV-Tip Kulturzeit am Dienstag
3Sat kündigt für Dienstagabend, 19:20 Uhr an:
”Der Staat, das Fett und die Bürger
Kollektive Körperinszenierung, Domestizierung der Bürger und Qualitätsverbesserung des Volkskörpers - die Kommentare zur aktuellen Verschlankungs-Kampagne der Bundesregierung ließen nicht lange auf sich warten. Sprachrohr der Kritiker ist der Ernährungswissenschaftler Udo Pollmer, der den Deutschen attestiert, nicht zu dick, sondern nur zu hysterisch zu sein. Die aus dem Body-Mass-Index abgeleiteten Erkenntnisse haben für Pollmer nicht mehr Wert als die Ergebnisse der von den Nazis betriebenen Schädelforschung. Gesundheitlich seien nicht übergewichtige, sondern untergewichtige Teenager gefährdet und letztlich sei es vor allem die Ärztelobby und die Pharmaindustrie, die von der Angst vor der Verfettung profitieren. Ähnlich argumentiert der Autor und Dokumentarfilmer Peter Krieg, der sich in Filmen wie ‘Septemberweizen’ mit dem Thema Hunger und Ernährung befasst hat. ‘Kulturzeit’ berichtet am Dienstag über die Sehnsucht nach dem schlanken Bürger und den Körper als Metapher für den …
01.06.2007 14:53
Wes Brot ich ess…
... dessen Lied sing ich noch lange nicht. Während ich noch immer auf die ersten Schecks der CIA warte, freue ich mich auf das wundervolle “Stimmen-Festival” in Lörrach. Neben mehr (Inidia.Arie) und weniger (Pink) hörenswerten Sangestalenten gibt es dort das Symposium
“‘Amerika - wohin?’
Die historisch beispiellose Informationsflut erzeugt eine Fassade, auf der Nachrichten zur Ware werden. Die Produktion von Nachrichten ist in der Mediengesellschaft ein Geschäft und folgt anderen Absichten als denen der Aufklärung.
Durch sogenannte ‘Embedded Journalists’, Bombenangriffe zur ‘Prime Time’, durch das amerikanische Militär gekaufte Artikel usw. stellt sich die Frage, wie wir noch etwas von der Wahrheit erfahren können. Die Politik der Bush-Regierung hat am Beispiel angeblicher Massenvernichtungswaffen im Irak und der angeblichen Verbindung zwischen Al Kaida und dem irakischen Regime von Sadam Hussein vorexerziert, wie durch die gezielte Manipulation von Informationen die Weltpolitik massiv beeinflusst werden kann. Dadurch wurde …
01.06.2007 14:30
Unicefs garantiert geruchsfreie G-8-Demo
Ich bin völlig begeistert vom Internetangebot Unicefs zum G-8-Gipfel: “Stell Deinen eigenen Demonstranten zusammen und sag Deine Meinung zum G-8-Gipfel in Heiligendamm”. Den virtuellen Demo-Ken kann man ausschließlich im zeitlosen Black-Block-Stil anziehen, dafür sind einem bei Namen und Forderung auf dem Schild keine Grenzen gesetzt. So fordert “Bushficker” prägnant: “Kapitalismus abschaffen”, “Horst2” zeigt dialektisches Geschichtsverständnis: “bush go home, we don’t want a second hitler!”, “janakämpft” ruft schlechtgelaunt auf: “Kämpft gegen Armut !!! Und gegen Busch” - zwei Forderungen, denen ich mich anschließen möchte, auch wenn ich nicht weiß, was die G8 mit meiner Abneigung gegen nutzlose Körperbehaarung zu tun haben. A propos: Die virtuellen Demonstranten, deren Body-Mass-Index eine andere UN-Körperschaft, die WHO, alarmieren müsste, sind auch bei wochenlangem Einsatz völlig geruchsneutral - toll! Immerhin finanziert sich die Unicef nur zu zwei Dritteln durch “freiwillige Regierungsbeiträge”. Dieses praktische G-8-Beschimpfungstool wird also von den beschimpften mehrheitlich finanziert. …
30.05.2007 13:25
Wie GraSS den Krieg verbrachte
... schildert er ausführlich im New Yorker. Vermutlich handelt es sich um einen übersetzten Auszug seiner Autobiographie, ich habe den Text noch nicht gelesen. Das werde ich nachholen, denn seine Sicht der Geschichte interessiert mich durchaus. Ich habe überhaupt aber überhaupt keine Lust zu seinen Tantiemen beizutragen.
28.05.2007 15:23
Narrative Narretei
Lizas Welt schreibt:
“Der Nakba-Tag, Anlass für Dershowitz’ Beitrag, trug sich zwar bereits Mitte Mai zu, aber aus vielerlei Gründen und nicht zuletzt angesichts des deutschen Blicks auf den wiederholten Beschuss Israels durch Kassam-Raketen und die darauf folgenden Verteidigungsmaßnahmen des jüdischen Staates behält seine Kritik des palästinensischen Geschichtsverständnisses ihre Aktualität. Lizas Welt hat sie ins Deutsche übersetzt.”
25.05.2007 02:59
Zertifizierter Murks
Zakes Mda eröffnet seinen Artikel in der NZZ mit den Sätzen:
Senator James Inhofe, einer der führenden Denker der amerikanischen Rechten (verzeihen Sie das Oxymoron), erklärte die globale Erderwärmung zum «grössten Schwindel, der den Amerikanern je aufgetischt wurde». Wenn ein Mitglied der Legislative sich so äussert, hat man Grund zur Sorge.
Er ist also ganz gewiss kein “Klimaleugner” und schließt mit der erwarteten Beschwörung des Weltuntergangs:
Deshalb sehe ich diesen schönen neuen Handelszweig letztlich nur als eine weitere Methode, der Erde so schnell wie möglich den Garaus zu machen.
Soweit, so langweilig. Interessant ist, daß Mda in den Zeilen dazwischen darlegt, warum der vielgepriesene Zertifikatehandel aus seiner Sicht kontraproduktiver Murks ist:
Auch mein Heimatland Südafrika hofft, aus dem Klimawandel kurzfristigen Profit zu schlagen. Bereits kreisen Berater und Experten in Sachen Emissionshandel wie Geier über dem Land und spähen …

