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21.03.2007   11:25

Universum Holzschnitt

Wir vergreisen, erzählen sie uns immer mal wieder, die netten jungen Damen und Herren aus der meinungsprägenden Klasse, die in Presse, Funk und Fernsehen die Deutungshoheit innehaben. Irrtum, sage ich. Wir leben, im Gegenteil, in einer zunehmend infantilen Gesellschaft. In Legoland, wo die Überraschungseier auf den Bäumen wachsen. Im Reich von Gut und Böse, von Verdammnis und Erlösung, von Schwarz und Weiß. Im Universum Holzschnitt, mit anderen Worten.
Erwachsen war gestern. Statt reifer Menschen mit einem gewissen Quantum an Vernunft und Lebenserfahrung scheinen in der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2007 jede Menge Unmündige zu hausen, die von den wenigen Durchblickern an die Hand genommen werden müssen. Mal mit freundlicher Nachsicht, mal unerbittlich: mit Mahnen und Warnen, mit Zurechtweisung und Andenprangerstellen, mit Strafen und Verboten. Noch bevor irgendjemand sagen kann: „Laß uns mal nachdenken, bevor wir darüber reden“ oder „Ich möchte mir erst ein Bild machen, bevor ich eine Meinung habe“, haben die Erzieher der Nation das Problem bereits griffig auf den Punkt gebracht und den richtigen moralischen Schluß daraus gezogen. Die Welt der Phänomene dient ihnen nur zu einem einzigen Zweck: aus ihnen ein weiterer Erziehungsziel zu generieren.
Ein Jugendlicher hat sich mit geschätzten 50 Gläsern Tequila ins Koma getrunken? Schon weiß man in den Medien, daß Komatrinken neuer Trend ist bei der Jugend. Und was schließen wir daraus? Natürlich! „Alkoholverbot für Jugendliche!“

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19.02.2007   23:40

Beamte des Terrors

Brigitte Mohnhaupt, „die Beamtin des Terrors“, wie die FAZ sie treffend benennt, wird auf Bewährung entlassen, und ob Christian Klar begnadigt wird, entscheidet der Bundespräsident. Soweit alles klar und alles Rechtens. Dieser Staat nimmt keine Rache und verlangt auch keine Reue – die man wahrscheinlich noch nicht einmal hören wollte. Aufklärung darüber, wer wann wen erschossen hat, wäre indes mehr als erwünscht – aber das verbietet den RAF-Leuten ihr „Stolz“, wie Spiegel-online anerkennend bemerkt. Oder nicht vielmehr – ihre Ganovenehre?

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19.01.2007   18:15

Freiheit für wen?

Wenn umstürzlerische Ideen auf der Ebene bürokratischer Verordnungen angelangt sind, bleibt vom Charme nichts übrig, den sie ursprünglich mal gehabt haben mögen. Der Frauenbewegung der 70er Jahre jedenfalls gereicht es nicht zur Ehre, daß einige ihrer damals schon umstrittenen Vorstellungen mittlerweile regierungsamtlich sind. Vom neuen Diskriminierungsgesetz profitieren vor allem die Anwälte, die politisch korrekte Bibelübersetzung hat immerhin Arbeitsplätze geschaffen, aber gegen Gender Mainstreaming spricht nicht nur, daß niemand versteht, was damit gemeint sein soll. Auch das Bundesverdienstkreuz für Alice Schwarzer ist kein Sieg des Feminismus, sondern recht eigentlich die Entsorgung des Problems: Alice Schwarzer auszuzeichnen, kostet nichts.

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20.11.2006   00:14

Angst vor der Konkurrenz

Während man in der alten Bundesrepublik jahrelang mit hippiehafter Naivität von den Wundern einer multikulturellen Gesellschaft schwärmte und gleich alle reinlassen woll-te, die irgendwie exotisch wirkten, beharrte man auf der anderen Seite des politischen Spektrums mit der Behauptung, Deutschland sei kein Einwanderungsland, auf einem fiktiven Status Quo und verzichtete auf das einzig wirkungsvolle Steuerungsinstrument. Das Ergebnis: es sind nicht unbedingt die Integrationswilligen und –fähigen, die in den letzten Jahrzehnten nach Deutschland gekommen sind.
Wollte man es damals nicht wissen oder fand man die Diskussion angesichts der deut-schen Vergangenheit politisch unkorrekt? Eine Einwanderungsgesellschaft kann sich aussuchen, wen sie einlädt, an den Segnungen und Leistungen des eigenen Landes teil-zunehmen. Typische Einwanderungsländer vergeben ihre Greencard nur nach gründ-lichster Prüfung und nur nach dem Prinzip des eigenen Nutzens.

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15.11.2006   12:25

Frauen-Individuen

Es gibt gottlob nicht nur Reaktionen von irren Mustafas - genial die Idee, den Männern das Kopftuch um die Augen zu binden, damit sie weder die Schönheiten noch die Schrecklichkeiten dieser Welt erdulden müssen. Sind doch alle so empfindlich, die Kerle!
Sondern auch solche wie die von Susanne H…

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14.11.2006   20:33

Eva und Mustafa

Und das kriegt man von so einem angeblichen Mustafa aus Köln - selten so gelacht. Genial ist die Erklärung für das Kopftuch, das Muslima gerne tragen,weil es ihnen das Facelifting erspart. Männer haben dazu einen Bart?

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14.11.2006   18:46

Ach Eva

Bitte um Verzeihung, wenn ich mich nicht sofort zu Wort gemeldet habe, als das „Eva-Prinzip“ sein geistiges Oberhaupt erhob. Dabei bin ich doch eine Erklärung schuldig, oder? – als fanatisch berufstätige kinderlose Frau von 50 plus, eine tendenziell nutzlose Alte, die womöglich in späteren Jahren auch noch Anspruch auf ein künstliches Hüftge-lenk erheben wird…
Gerne würde ich auch weiterhin vornehm schweigen – man kann’s ja kaum noch mit ansehen, wie die arme Sau namens FrauenMutterKindfrage zum zigsten Mal durchs Dorf gejagt wird, ein alle Jahre wiederkehrendes Spektakel, aus dem uns noch nie eine neue Erkenntnis erwachsen ist. Aber ein paar Sachen möchte ich schon noch geraderük-ken – und sei’s aus berechtigtem Eigeninteresse.

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