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18.08.2008   17:21

SPD Ade

Lassen wir zunächst mal alles weg, was um Fragen der Ästhetik oder der Moral kreist: etwa die nach der undemokratischen Vergangenheit der Partei „Die Linke“, nach dem Ehrgeiz von Andrea Ypsilanti und ob sie den überhaupt haben darf – oder nach den Sympathiewerten Roland Kochs. Die Lage in Hessen ist auch ohne das Erregungspotential solcher Erwägungen trübsinnig genug. 

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23.07.2008   13:12

Rotwein für alle

Deutschland rückt nach links! Viele freut das, manche wundern sich. Links wie realexistierende DDR? Knallharte Umverteilung a la Lafontaine? Gerechtigkeit statt Freiheit? Ticken die nicht richtig, die Deutschen? Haben wieder mal nichts aus der Geschichte gelernt?
Nun, Umfragedaten bestätigen das: alle, alle fühlen sich gut aufgehoben da, wo das Herz schlägt. Selbst in der CDU empfindet sich nur noch eine Minderheit als rechts – und das kann nicht nur daran liegen, daß man sich hierzulande angewöhnt hat, bei konservativ oder „rechts“ gleich „rechtsradikal“ zu schreien, was nun wirklich niemand sein will, der es noch zu etwas bringen möchte.
Ein Linksruck also, dem sich kaum einer entziehen kann. Weshalb man in Merkels CDU schon lange nicht mehr von „Reformen“ spricht. Und bei der FDP kaum noch von Freiheit. Alle gemeinsam versprechen den linksbedürftigen Wählern lieber den treusorgenden Staat nebst allumfassender Gerechtigkeit hier und jetzt und immerdar. Da sind wir der Links-Abgeordneten Katja Kipping nachgerade dankbar, daß sie auch noch andere Werte wahrzunehmen weiß: a bisserl Lust darf schon dabei sein, sogar ein guter Rotwein, und damit man den nicht heimlich trinken muß, fordert Kipping mit radikaler Konsequenz, auch für Biertrinker: Wein für alle. Soll ja niemand ausgeschlossen werden.

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01.07.2008   13:36

50 Jahre Gleichberechtigung – herzlichen Glückwunsch, liebe Männer!

Ist das wirklich erst 50 Jahre her? Daß Frauenleben in Deutschland so behütet war, daß man sie aus dem Berufsleben fern halten und in der Öffentlichkeit nur schicklich gewandet auftreten lassen wollte? Daß der Mann über Geld und Freiheitsrechte entschied und die sogenannten ehelichen Verpflichtungen von seinem Weib zur Not auch einklagen konnte?
Ja, die Emanzipation der Frau ist eine einmalige Erfolgsgeschichte. Und das Schöne daran: sie ist es auch für den Mann.
Und deshalb: Glückwunsch zur Gleichberechtigung der Frau, liebe Männer! Wir gönnen sie euch von ganzem Herzen. Vor 50 Jahren haben sich die Herren der Schöpfung und des Grundgesetzes ja wirklich lange den Kopf zerbrochen, ob sie uns zarte weibliche Geschöpfe in die Freiheit entlassen dürfen, in der allerhand Gefahren wie berufliche Unabhängigkeit, freie Sexualität und Konsumautonomie auf uns lauern. Doch siehe da: alles ist gut, nein: besser ist es geworden. Auch und vor allem für den Mann.
Keine erwartet mehr, daß er den treusorgenden Alleinverdiener macht; arbeiten geht Superwoman ganz freiwillig und um die Kinder kümmert sich notfalls der Staat. Macht auch nix, daß Frauen heutzutage als kleine Streberinnen die bessere Ausbildung haben – ein Mann verdient noch immer im Durchschnitt mehr als eine Frau.

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01.07.2008   13:32

Kein Herz für Leistungsträger

Wo ist diese Partei, wenn man sie mal braucht? Oder gibt es sie womöglich gar nicht mehr und wir haben nur noch nichts davon gemerkt? Daß sie ein Phantom sind, die Liberalen, eine flüchtige Materie, nie und nirgends zu fassen?
Alle haben sie etwas zu sagen derzeit zu den ureigenen Themen einer liberalen, freiheitlichen Partei – nur die hält sich fein zurück, während es ihrer Klientel an den Kragen geht. Denen, die die FDP in Verkennung der Tatsachen einmal „die Besserverdienenden“ genannt hat. In Wirklichkeit jene ständig schrumpfende Minderheit, die man Leistungsträger heißt – womit weniger gesagt ist, daß sie etwas leistet, sondern daß sie leisten, also zahlen soll. Dieser Mittelstand ist heute zur bedrohten Minderheit geworden, doch während sich für jedes wahre oder vermeintliche Opfer der Verhältnisse ein Betroffenenverband finden läßt, hat diese Minderheit keine Lobby. Mehr noch: alle Welt bemüht sich darum, sie noch weiter schrumpfen zu lassen. Das Biotop für die bedrohte Spezies der Leistungsträger wird eng.
Leistungsträger. Tja. Ein seltsam schillerndes Wort ist das. Denn während die einen sich einbilden mögen, es richte sich auf ihre ureigene Tugend, nämlich immer strebend sich zu bemühen, den eigenen Wohlstand und den der Nation zu mehren, kreativ und fleißig zugleich zu sein beim Erschließen neuer Quellen des guten Lebens – und daraus den Schluß ziehen: „Leistung muß sich lohnen“ – sehen die meisten das ganz anders. Für sie sind Leistungsträger keine stolzen Rösser, sondern Lastesel - Lastenträger, die gefälligst buckeln sollen für all die anderen, denen Berlins Wowereit - „Armut ist sexy“, wir erinnern uns – schon mal attestiert, ihre Schultern seien eben einfach zu schwach, um selbst etwas beitragen zu können.

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01.07.2008   13:30

Eine lahme Ente nimmt Abschied

In Deutschland weinen sicherlich nur wenige dem abschiednehmenden amerikanischen Präsidenten eine Träne nach. Die Gründe dafür scheinen auf der Hand zu liegen: der Irakkrieg und Guantanamo. Mit George W. Bushs Namen wird Unrühmliches verbunden bleiben: als ob man die Lüge gebraucht hätte, um Saddam Husseins Schreckensherrschaft zu beenden, fingierte man die akute Gefahr von Massenvernichtungswaffen in seinen Arsenalen. Und für die rechtlosen Zustände in Guantanamo handelte sich Bush in dieser Woche eine Ohrfeige des obersten amerikanischen Gerichts ein.
Das beschädigt den moralischen Feldzug des Präsidenten. Haben seine Strategen vergessen, daß man nicht nur wissen muß, wie man einen Krieg führt, sondern auch, wie man nach dem militärischen Sieg Frieden schafft? Doch über die mangelnde völkerrechtliche Legitimation moralisch motivierter Feldzüge sollten sich vor allem die Deutschen nicht allzusehr erregen, die es sich gefallen ließen, daß eine völkerrechtlich gesehen ebenfalls nicht unbedenkliche Intervention im Kosovo vom damaligen Außenminister Joschka Fischer mit dem moralischen Ausnahmezustand Auschwitz begründet wurde.
Angela Merkel jedenfalls hat vermieden, womit ihr Vorgänger Schröder auftrumpfte: so zu tun, als ob man im weltpolitischen Gefüge sauber bleiben könne. Das hängt gewiß damit zusammen, daß jemand mit DDR-Vergangenheit den Wert der Freiheit höher zu schätzen weiß als die diesbezüglich verwöhnten Westdeutschen, die noch immer und schon wieder dazu neigen, ihre bürgerlichen Freiheiten an den fürsorgenden Staat abzugeben – das utopische Versprechen sozialer Gerechtigkeit ist hierzulande beliebter als das Risiko, das die Freiheit mit sich bringt. Nur wenige verstanden daher das Votum der polnischen Nachbarn für die Bush-Regierung – die aus guten Gründen das Freiheitspathos des Präsidenten zu schätzen wissen.

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01.07.2008   13:26

Deutsche Memmen am Hindukusch

Was für eine Schlagzeile: „Viele Männer zu schlapp zur Landesverteidigung.“ Was für eine Botschaft!
Da sieht man nun, was die Frauenbewegung in Gestalt von verweichlichenden Müttern, irregeleiteten Kindergärtnerinnen und indoktrinierenden Volksschullehrerinnen angerichtet hat: Der deutsche Mann ist nicht mehr wehrfähig. Mehr als 40 Prozent aller gemusterten Wehrpflichtigen erwiesen sich im vergangenen Jahr als ungeeignet für die körperlichen und psychischen Anforderungen einer Verteidigung Deutschlands am Hindukusch. Der wehrhafte Mann ist ein Auslaufmodell.
Das freut den Feind, insbesondere den islamistischen Glaubenskrieger, der den Westen und seine alternden Menschen sowieso für hoffnungslos dekadent hält. Die jungen Nationen hingegen können Millionen williger Kämpfer ins Feld schicken, die unter Garantie keine lächerlichen Zivilisationsprobleme wie Tötungshemmungen oder Übergewicht haben.
Das freut natürlich auch den Pazifisten, der auf dieses Ergebnis jahrzehntelang zersetzend hingearbeitet hat: die einst nachgerade genetisch auf Killermaschine geeichten Deutschen haben sich in ein einig Volk von friedliebenden Sofakartoffeln verwandelt, die nur dann mal laut werden, wenn man ihnen die Fernbedienung wegnehmen will.
Wahrscheinlich freut sich auch die Familienministerin. Der deutsche Mann gibt zwar noch keine Milch, verfügt aber schon über Brüste und über durchweg weibliche Neigungen zu Heim und Herd, ist also für den überfälligen Rollentausch bestens gerüstet. Die nötigen militärischen Maßnahmen erledigt Lara Croft neben der Karrierearbeit mit dem kleinen Finger. 

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29.02.2008   10:29

Warten auf den Messias

Man hat noch nichts davon gehört, daß Wählerinnen beim Anblick von, sagen wir mal: Michael Naumann in Freudentränen ausgebrochen wären, um hernach dekorativ in Ohnmacht zu fallen. Aber das kann ja beim nächsten halbwegs gutaussehenden Kandidaten noch kommen. Denn wenn wir die Zeichen richtig lesen, dann sehnt sich auch hier manch einer nach dem neuen Messias, wie ihn Barack Obama in den USA zu verkörpern scheint: nach einem Heilsbringer, einem Verführer, einem guten und weisen Herrscher. Einem Führer, genau, der uns mit ebenso edlen wie schlichten Botschaften hinter seinem Banner zu versammeln vermag – mögen die Parolen „Yes, we can“ lauten oder als sehnsüchtiger Ruf nach „Change“ nachhallen, mögen sie „Gerechtigkeit“ versprechen oder das Paradies auf Erden. Ja, langsam sind wir soweit. 

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13.02.2008   12:53

Das beste Argument zählt…

Was darf man hierzulande denken, meinen und schließlich auch sagen? Alles, was einem so ins Hirn kommt? Jeder? Ohne Ansehen von Alter, Geschlecht und Haarfarbe?
Im Prinzip ja, antwortet Radio Eriwan. Es kommt nur darauf an …

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