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10.12.2011 22:12
Beängstigende Auffassungen
Präsidentschaftsanwärter Newt Gingrich hat etwas gesagt, das so ungeheuerlich ist, dass es sogar im Deutschlandfunk in den Nachrichten kam: Israel und Palästinenser hätten nicht gleichberechtigt zu verhandeln, Rechtsstaat und Terroristen dürften nicht auf eine Stufe gestellt werden, die Palästinenser seien gar kein Volk und könnten als Araber woanders leben, was sie aus politischen Interessen nicht tun.
Bei uns wird sich Newt Gingrich damit nicht beliebt machen. Wir schlagen uns auf die Seite der Bedrohung. Der Rechtsstaat kann seine eigenen Grundlagen nicht garantieren, der Terror, die Despotie, schon. Man optimiert sein Dasein in beiden Fällen, in Rechtsstaat wie in Despotie, wenn man für die Despotie ist. Man wird höchstwahrscheinlich in Ruhe gelassen und hat Kapazitäten frei für Protest. Man lebt bequemer, wenn man beispielsweise sagt: „Wollen wir doch mal abwarten, ob die Islamisten wirklich so schlimm gegenüber Frauen sind“, als wenn man meint: was genau gibt es da noch …
09.12.2011 19:25
Kleine Ursachen
Vor siebzig Jahren begann der Zweite Weltkrieg. Davor gab es in Europa schon bewaffnete Konflikte, aber erst durch den Eintritt der Amerikaner wurde daraus der Weltkrieg. Die USA ergriffen den Anlass von Pearl Harbour, mit dem gar keine Kriegserklärung verbunden war, um mitzumischen und zur Weltmacht aufzusteigen.
Quatsch? Wohl, aber nicht als Quatsch gemeint. Spiegel.de weiß: „Plötzlich lauerte der Feind überall. Der Angriff auf Pearl Harbor versetzte die USA in Panik, als stünde eine Invasion der Japaner unmittelbar bevor. Das Militär feuerte auf Flugzeuge, die es gar nicht gab, der Staat sperrte Menschen einfach weg - und räumte erst Jahrzehnte später Fehler ein“. Hysterie wegen eines winzigen Flecks im Pazifik: „Ausgelöst hatte das ein realer Angriff wenige Wochen zuvor: Am 7. Dezember 1941 hatten die Japaner überraschend die in Pearl Harbor liegende US-Pazifikflotte bombardiert und das Selbstbewusstsein der Weltmacht erschüttert.“
Da drängen …
02.12.2011 20:30
Der Arme Bushido
Peter Maffay hat es klar gesagt; den Bambi für Integration gibt es nicht für das bereits Geleistete, sondern für die Zukunft. Und das bleibt auch so. Die Zukunft hat es nun mal so an sich, noch nicht angebrochen zu sein und immer nur bevorzustehen. Insofern dürfte er sich nicht wundern, dass Bushido bleibt, was er ist. Nämlich ein armer Mann.
Was für ein Loser muss man sein, Frauen und Schwule anzufeinden? Ein solcher halt wie er und Sido und Muhabbet und die ganzen mit Testosteronsurrogat aufgepumpten Würmchen und ihre Fans.
Aus seinen Texten spricht ein Mangel an Selbstachtung, dass man Mitleid haben müsste, wenn man welches übrig hätte. Die Phantasien von Geld und Macht zwecks Frauenflachlegen zeigen, dass er sich als Person schon ganz richtig einschätzt und seine innere Wertlosigkeit spürt, genau wie es seine Fans tun, für die er den Chef aller Loser darstellt. Hoffen …
28.11.2011 21:52
Was genau versteht man eigentlich unter rechts?
Im Folgenden wollen wir uns mit der Frage befassen, was konkret mit „rechts“ im politischen Sinne gemeint sei, ohne darauf eine abschließende Antwort geben zu können. Rechts ist aus linker Sicht, was nicht zu Links gehört, das aber beantwortet höchstens die Frage nach dem Wo. Die Nazis sind rechts, irgendwelche rechten Parteiflügel sind rechts – bedeutet das einen Zusammenhang, der nicht nur aus linker Perspektive erscheint, so wie der Mond neben der Venus steht und die Sonne im Sternbild Schütze, sondern gemäß allgemeinen Kriterien bestimmbar ist? Gibt es eine inhaltliche oder strukturelle Gemeinsamkeit bei Rechts, die eine Zusammenfassung überhaupt zulassen kann?
Bei links kann man eine Gemeinsamkeit von Gemäßigt bis radikalextremistisch feststellen: Links ist, wo das Primat des Wunsches herrscht. Die Ideologie, die Ansichten, besser gesagt die feststehenden Auffassungen anstelle von Ansichten, sind Wunscherfüllungen. Deshalb sind sie unumstößlich oder nur durch Überwindung eines ganz hohen Widerstandes zu hinterfragen, …
27.11.2011 11:45
Visionär
Im vorigen “Spiegel” steht ein Interview mit Gregor Gysi, was mittlerweile einen Grund zur Freude bedeutet, weil es nicht Sahra Wagenknecht ist. Der Interviewer bietet Gysi einen Satz von Doris Lessing, Gysis Tante: “Utopien enden meist in Konzentrationslagern.“ Gysi tippt erst auf Heiner Geißler. Zur Sache äußert er: „Es kommt aber immer auf die Utopien und das eigene Leben an. Und es gibt natürlich ganz falsche Utopien, wenn man die denn als solche bezeichnen kann. Aber ich glaube, wir müssen auch träumen dürfen. Wenn ich nicht eine Utopie habe von einer gerechten Gesellschaft, auch in dem Wissen, dass ich sie nie erleben werde, habe ich keine Orientierung für meine Politik. Ich mag aber auch nicht, wenn jemand sich eine Utopie aufbaut und dann nicht fähig ist, auch kleinere Schritte dorthin zu akzeptieren.“
Zweifellos ein glücklicher Mensch, dieser Gysi. Aber er redet ja auch nicht zu den Journalisten, sondern …
24.11.2011 09:27
Ausgelebte Phantasien
Wenn die Betroffenheit im Bundestag bezüglich der Morde an Dönerbudenbesitzern und einer Polizistin echt wäre, würde ich nichts sagen. Und wenn es wenigstens den Hinterbliebenen der Opfer einen Nutzen gebracht hätte, würde ich auch nichts sagen. Aber um die alle ging es nicht, was sich daran zeigt, dass es sofort danach um Geld und mehr Geld und um politische Ausschlachtung ging, was bei echter Betroffenheit zumindest gehemmt wäre. Man kann auf dem Standpunkt stehen, dass von Politikern nichts mehr als Politik zu erwarten ist und man eine Symbolhandlung zu goutieren habe.
Dieses Privileg genießen Journalisten nicht. Wer Buchverfassern wie Sarrazin oder Islamkritikern als geistige Urheber oder Nährbodenbereiter oder Stichwortgeber Verantwortung für Morde anhängen will, muss sich eines fragen lassen: wieso dann, wenn eine solche Kausalität vom Artikelschreiber angenommen wird, dieser nicht in Betracht zieht, selbst mit seinem Artikel Hass gegen die Genannten zu verursachen und für eine Pogromstimmung …
18.11.2011 20:47
View-Tipp: Wie Wutbürger und Protestbewegungen entstehen
Dokumentiert in South Park:
http://www.southpark.de/alleEpisoden/1504
18.11.2011 11:40
Großsüddeutsche Allmachtsphantasien
Die Süddeutsche Zeitung kommentiert heute, was die, wörtlich, „kleinen Einwanderer“ brauchen und der „Kleinhändler an der Ecke“. Fehlt nur „an der kleinen Ecke“.
Implizit ist klar, was sie brauchen, nämlich die großen Redakteure und die großen Leser der Großsüddeutschen Zeitung.
Man muss gar nicht mehr ausgrenzen und diskriminieren, um sich selbst in eine überlegene Position zu phantasieren.
Vielleicht sind ja das die Anfänge, denen man wehren sollte.


