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19.12.2011 09:18
Vorurteile, Intoleranz und Ausgrenzung in der Herrschaftsrhetorik
Der gefühlt oder gemessen am häufigsten von einer moralischen Instanz erteilte Vorwurf lautet derzeit: Vorurteil! Intoleranz! Ausgrenzung! Auch wenn erst durch diesen Vorwurf der Vorwerfende zur moralischen Instanz wird, man hält ihm doch üblicherweise zugute, es zumindest gut zu meinen, irgendwie im Sinne der Gerechtigkeit und Gleichheit, das Gegenteil von Hitler eben.
Zwei Dinge empfindet man dabei als störend. Diejenigen, die Toleranz & Co. predigen, sind selbst unterdurchschnittlich bis gar nicht tolerant. Und die Toleranzkeule wird sehr einseitig geschwungen. Nein, nicht sehr einseitig; einseitig.
Trotz dieser Auffälligkeiten werden die Werte der politischen Korrektheit gemeinhin akzeptiert. Nun, wenn einzelne mit dem Finger auf andere zeigen und von sich selbst ablenken, ist das eben so, das stellt die Werte nicht in Frage,
17.12.2011 19:08
Die zweite Hälfte der Wahrheit
Die Sache um die Privatkreditaffäte von Wulffi wäre also erledigt, er hat die Transparenz nachgereicht. So so, die Frau war es, die den Kredit gegeben hat, nach der war ja gar nicht gefragt. Hätten sie eben die Frage entsprechend formulieren sollen, nach geschäftlichen Beziehungen zu Firmen und Ehefrauen und Strohmännern. Haben sie aber nicht. Aha, die Kreditbedingungen auf der Bank waren dann besser, deshalb die Umschuldung. Ist eben so, wenn man keine Sicherheiten und einen unsicheren Job hat und auf Kreditgeber angewiesen ist, die nicht bei der Schufa nachfragen, kennt man doch.
Nun ja, die halbe Wahrheit ist immer noch besser als gar keine, man kann schon froh sein, wenn man von Politikern die bekommt. Wir hatten schon bei vielzitierten Sätzen des Bundespräsidenten bei Jahrestagsreden den Eindruck, da gäbe es noch eine andere
15.12.2011 23:20
Unser Mann im Bellevue
„Es wurde ein Fehler gemacht, aber nicht vorsätzlich getäuscht“, sagte Präsident Wulff sinngemäß, er formulierte es ohne Plagiat: „Ich erkenne an, dass hier ein falscher Eindruck entstehen konnte. Ich bedauere das.“
Er wurde parlamentarisch nach geschäftlichen Verbindungen zu Unternehmer Geerkens gefragt und verneinte solche, wobei er nicht erwähnte, dass die Ehefrau von besagtem Unternehmer ihn mit einem Kredit über eine halbe Million Euro aus der Klemme geholfen hatte. Welcher falsche Eindruck soll da entstehen können? Das Ehepaar Geerkens lebt bestimmt in Gütertrennung. Er bringt das Geld nach Hause und lässt sie ran, dafür lässt sie ihn ran, so läuft das sicherlich, wie üblich.
Deshalb würden wir alle, wenn wir mit einem Unternehmer befreundet sind, nicht ihn um Geld fragen, sondern seine Frau. Er wimmelt ja
13.12.2011 20:58
Überfällige Würdigung des nicht zu sehenden Aufwands
Man ist leicht verleitet, sich von satirischen Filmchen berieseln zu lassen, etwa dem Beitrag „Entnazifizierungs-Aktion“ in der heute-Show, und verkennt, welches immensen Aufwands die Herstellung bedarf. Im fertigen Einspieler sieht man Martin Sonneborn, den Mann, der Titanic zu dem gemacht hat, was es jetzt ist, lustig, wie er einigen Ossis in ihren Zonenbauten mit Glatteisfragen rechtsextreme Sätze entlockt. Ja, das sieht so einfach aus. Aber die paar Sendeminuten haben harte Arbeit bedeutet.
Dazu sind viele Stunden von Versuchen nötig, bis man ein paar Leute findet, von denen man geeignetes Material kriegt. Dafür gibt es keine Castingagentur. Die unbrauchbaren Stunden sieht man im Beitrag natürlich nicht. Auch nicht die harmlosen Fragen, mit denen man die Leute dazu bringt loszuplappern.
Die haben keinen Medienberater und im
10.12.2011 22:12
Beängstigende Auffassungen
Präsidentschaftsanwärter Newt Gingrich hat etwas gesagt, das so ungeheuerlich ist, dass es sogar im Deutschlandfunk in den Nachrichten kam: Israel und Palästinenser hätten nicht gleichberechtigt zu verhandeln, Rechtsstaat und Terroristen dürften nicht auf eine Stufe gestellt werden, die Palästinenser seien gar kein Volk und könnten als Araber woanders leben, was sie aus politischen Interessen nicht tun.
Bei uns wird sich Newt Gingrich damit nicht beliebt machen. Wir schlagen uns auf die Seite der Bedrohung. Der Rechtsstaat kann seine eigenen Grundlagen nicht garantieren, der Terror, die Despotie, schon. Man optimiert sein Dasein in beiden Fällen, in Rechtsstaat wie in Despotie, wenn man für die Despotie ist. Man wird höchstwahrscheinlich in Ruhe gelassen und hat Kapazitäten frei für Protest. Man lebt bequemer, wenn man
09.12.2011 19:25
Kleine Ursachen
Vor siebzig Jahren begann der Zweite Weltkrieg. Davor gab es in Europa schon bewaffnete Konflikte, aber erst durch den Eintritt der Amerikaner wurde daraus der Weltkrieg. Die USA ergriffen den Anlass von Pearl Harbour, mit dem gar keine Kriegserklärung verbunden war, um mitzumischen und zur Weltmacht aufzusteigen.
Quatsch? Wohl, aber nicht als Quatsch gemeint. Spiegel.de weiß: „Plötzlich lauerte der Feind überall. Der Angriff auf Pearl Harbor versetzte die USA in Panik, als stünde eine Invasion der Japaner unmittelbar bevor. Das Militär feuerte auf Flugzeuge, die es gar nicht gab, der Staat sperrte Menschen einfach weg - und räumte erst Jahrzehnte später Fehler ein“. Hysterie wegen eines winzigen Flecks im Pazifik: „Ausgelöst hatte das ein realer Angriff wenige Wochen zuvor: Am 7. Dezember 1941 hatten die Japaner
02.12.2011 20:30
Der Arme Bushido
Peter Maffay hat es klar gesagt; den Bambi für Integration gibt es nicht für das bereits Geleistete, sondern für die Zukunft. Und das bleibt auch so. Die Zukunft hat es nun mal so an sich, noch nicht angebrochen zu sein und immer nur bevorzustehen. Insofern dürfte er sich nicht wundern, dass Bushido bleibt, was er ist. Nämlich ein armer Mann.
Was für ein Loser muss man sein, Frauen und Schwule anzufeinden? Ein solcher halt wie er und Sido und Muhabbet und die ganzen mit Testosteronsurrogat aufgepumpten Würmchen und ihre Fans.
Aus seinen Texten spricht ein Mangel an Selbstachtung, dass man Mitleid haben müsste, wenn man welches übrig hätte. Die Phantasien von Geld und Macht zwecks Frauenflachlegen zeigen, dass er sich als Person schon ganz richtig einschätzt und seine innere Wertlosigkeit spürt, genau wie es seine Fans tun,
28.11.2011 21:52
Was genau versteht man eigentlich unter rechts?
Im Folgenden wollen wir uns mit der Frage befassen, was konkret mit „rechts“ im politischen Sinne gemeint sei, ohne darauf eine abschließende Antwort geben zu können. Rechts ist aus linker Sicht, was nicht zu Links gehört, das aber beantwortet höchstens die Frage nach dem Wo. Die Nazis sind rechts, irgendwelche rechten Parteiflügel sind rechts – bedeutet das einen Zusammenhang, der nicht nur aus linker Perspektive erscheint, so wie der Mond neben der Venus steht und die Sonne im Sternbild Schütze, sondern gemäß allgemeinen Kriterien bestimmbar ist? Gibt es eine inhaltliche oder strukturelle Gemeinsamkeit bei Rechts, die eine Zusammenfassung überhaupt zulassen kann?
Bei links kann man eine Gemeinsamkeit von Gemäßigt bis radikalextremistisch feststellen: Links ist, wo das Primat des Wunsches herrscht. Die Ideologie, die


