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17.11.2011 17:40
Mindestpolitik
Kanzlerin Merkel ist durch ein eisenhartes Beharren auf Politikschwenke aufgefallen, Mindestausstieg bei Atomlohn ist der auffälligste Schwenk neben Dochnochrettung des Euros durch Verpfändung der Bundesbank. Wenn sie so wendig ist und über genügend Durchsetzungsmacht verfügt, dann könnte sie doch eigentlich auch das Steuersystem von Paul Kirchhof einführen.
Es wäre natürlich eine Wendung der besonderen Art, aber irgendwer würde das schon erklären können.
Das Problem – aus Sicht derjenigen, die das wollen – ist nicht, dass es schon mal Merkels Kurs war. Damit würde sie fertig. Es kommt einfach nicht darauf an, dass wir das wollen. Das reicht nicht.
Wenn die Kanzlerin sich dafür einsetzen soll, dann sollte es auch gar nicht ihre Klientel wollen, zumindest nicht offensichtlich. Paul Kirchhof hatte den Fehler gemacht, sich an das falsche Lager zu wenden. Am besten wäre, Steinbrück kommt damit.
Die SPD muss sich des Kirchhofschen …
15.11.2011 17:13
Alltagspsychologie der Verharmlosung
Die Zeit hat recherchiert, dass schlimme Internetseiten, die Islamfaschismus thematisieren, zu Radikalisierung aufstacheln und letztlich zu Morden führen, so dass sie vom Verfassungsschutz observiert werden müssen.
Zu Zeiten der Gräfin Dönhoff hat Die Zeit selbst noch von Islamfaschismus gesprochen. Hätte man diesen Anfängen gewehrt und Die Zeit observiert, wären solche schlimmen Internetseiten heute nicht möglich und die Morde auch nicht.
Das ist natürlich unrichtig bis unsinnig. Es soll ein Beispiel dafür geben, wie wir und alle anderen, die wir einer Alltagspsychologie ausgesetzt sind, mit Informationen umgehen. Wenn wir sie verarbeiten, spielen unsere Wünsche eine Rolle, und wir verharmlosen. Unsere Gewissheiten und unsere Interpretationen sind vereinfachte ungefährlich gemachte Konstrukte. Es ist einfach leichter, einer Ideologie die Schuld zu geben, als der Person. Bei ersterem ist man geschützt, bei letzterem müsste man sich auseinandersetzen damit, was man glaubt, wie man davor bewahrt ist, selbst zu einem solchen Monster …
14.11.2011 15:32
Terrorhelfer
Die Politik hat für die Mordserie der dummerweise so genannten Dönermorde und des Mordes an eine Polizistin nur Sprachfloskeln, das Reservoir an Redefiguren ist halt begrenzt. Ob es zum Begriff des Terrorismus gehört, dass der Schrecken zu einem Zweck eingesetzt wird und Forderungen verfolgt werden, das kann wohl dahingestellt bleiben, das führt nur zu Definitionsfragen.
Die Frage indes, ob man Gewalt und Verbrechen von politisch rechts unterschätzt habe und wieso, ist von Interesse. Hier eine mögliche Erklärung. Erstens werden Gewalt und Verbrechen generell unterschätzt, Kriminalität ist die Vorstufe zur Resozialisierung, die Statistik ist rückläufig und alles hat soziale Ursachen. Generalverständnis und Toleranz, das ist das Klima, das zu Straffälligkeit, nun ja, zu jugendlichem Verhalten führt. Kriminelle Energie löst weniger Ablehnung aus als Atomenergie.
Zweitens haben wir allenthalben und allerorts Kampf gegen rechts, Antifa-Aufkleber mit martialischen Motiven, Anti-Nazi-Rhetorik, Rechts-Verdächtigungen. Hier wird ein Theaterkampf ohne echten Gegner aufgeführt, …
12.11.2011 15:01
Mit uns zieht Die Zeit
Die Wochenzeitung Die Zeit ist auch ein Opfer des Kapitalismus, sie spielt immer weniger ein, und dass das eine Rolle spielen könnte, das sollte so wirklich nicht laufen.
In der aktuellen Ausgabe titelt Die Zeit den Kapitalismus, mit den Fischen, die sich von Groß nach Klein auffressen. Ellenbogenfische konnte man nicht photoshoppen.
Zum Titelthema gehört auch:“ Was am Sozialismus immer noch anziehend ist.“
Nochmal zum Mitlesen: „Was am Sozialismus immer noch anziehend ist.“
Dazu muss man nicht Die Zeit lesen, um zu wissen, was am Sozialismus immer noch anziehend ist: Man kann Macht über andere ausüben, zu der man auf legitimem Wege nicht gelangen würde.
Man kann anderen Stress machen.
Man kann unliebsame Menschen nicht nur mundtot machen, sondern ausschalten. Man hat was zu sagen. Man braucht keine Fähigkeit im Fachlichen, es genügt, die Linie der Partei zu …
12.11.2011 12:25
Viva Heino
Volksmusiksänger Heino hat seinen Bambi wegen Bushido zurückgegeben, er nennt Bushido einen gewalttätigen Kriminellen. Heino meint das negativ.
Jetzt ist ein Bambi übrig, den könnte man – ach schade, Gaddafi kann ja nicht mehr. Taliban-Vertreter sind gerade da, als inoffizielle Teilnehmer an der Afghanistan-Konferenz. Vielleicht können sie noch schnell mit Steinmeier einen Rap einspielen.
11.11.2011 16:57
Die Mutter aller Bushidos
Anlässlich des Bambis für das Bushido sind viele entsetzt, weil sie plötzlich mit Claudia Roth übereinstimmen. Oder wie kann es sein, dass Claudia Roth Vernunft Vorrang vor ihrer Klientel gibt?
Niemand ist verrückt gewoden, der es nicht schon vorher war, und Claudia Roth hat keineswegs einen lichten Moment gehabt. Sie ist einfach enttäuscht. Enttäuscht darüber, dass Bushido mit dem Burda-Bambi nicht mehr zu ihrer Klientel gehört. Ihre Klientel und die der anderen Claudia Roths, das sind die süßen kleinen Randgruppen, die Niedrigen, die unteren Kulturen, eben die, auf die man herabschauen kann. Das gibt immer ein gutes Gefühl von Zufriedenheit.
Sie begegnet ihnen nur virtuell in Form von Informationen. Man braucht gar keine Neurose mehr, um die Realität beiseite zu schieben, man wird mit der Realität gar nicht mehr konfrontiert.
Deshalb findet sich für alles eine Sprachregelung, um das Wunschbild zu erhalten. „Die meinen …
11.11.2011 02:37
Integrazi-Bambi
Am Rande der Veranstaltung haben circa fünfzehn Schwule von der Initiative Schwule für mehr Schwule oder so dagegen demonstriert, dass „Rapper“ „Bushido“ den Bambi als bester Migrant erhält.
Daran sieht man, wieso der Bambi für Integration vergeben wird und nicht für Homosexualität. Die Schwulen werden nicht ernstgenommen.
Zwar wird auf jedem Christopher Street Day beteuert und gefeiert bis gemahnt, -feindlichkeit ist ein eigener Tatbestand im Politstrafrecht, und für schwule Kultur gibt es Tage und Institutionen. Aber noch niemand hat es für nötig befunden, tiefen Respekt vor schwuler Kultur zu heucheln, kein Bundespräsident hat in einer vielbeachteten Rede festgestellt, Homosexualität gehört zu Deutschland.
Das kommt daher, dass sie einfach keine Gefahr darstellen.
Es reicht eben nicht, ein paar Diskriminierungen zu beklagen. Das können alle, und das tun alle. Aber erst, wenn gut organisierte rosa Brigaden Bürger bedrohen und das Staatsrecht aushebeln und ein …
10.11.2011 16:40
Westliche Kulturdominanz
Eine Leserin schrieb mir, sie habe ihrer Tochter beim Hausaufgabenmachen über die Schulter geschaut, die folgenden Text abzuschreiben hatte:
„Fatma geht gern in die Schule. Ihr liebstes Fach ist Sport. Auch am Nachmittag geht sie gerne Fußball spielen. “Fatma ist die beste Stürmerin”, sagt ihr Bruder. Er ist stolz auf seine Schwester.“
An der Schule liegt es also nicht, das ist die Hauptsache.
Noch schöner wäre es, wenn auch die Jungs die Hausaufgaben machen würden, statt sich als Jugendliche zu betätigen.
Wenn Fatma groß ist, bekommt sie die doppelte Staatsbürgerschaft und lässt sich nicht zwangsverheiraten. Die Frage ist nur, ob wir mit dieser westlichen Kulturdominanz nicht gerade bewirken, dass sich die Milieus abschotten und sich lieber als Problembezirke kulturell und noch wie bereichern. Das sollte auf der nächsten Kultursensibelministerkonferenz dringend durchthematisiert werden.


