Beiträge von Dr. Benny Peiser
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14.04.2007 15:21
Why Erdoğan is right on Hitler
Die politischen Debatten in der Türkei über Gott, Freiheit und die Welt sind häufig sehr viel weitsichtiger als allgemein dargestellt. Die Auseinandersetzung zwischen säkularem und religiösem Extremismus auf der einen Seite und der politischen und wirtschaftlichen Freiheitsidee auf der anderen ist ein universaler Konflikt der die moderne Türkei genauso betrifft wie Deutschland. In diesem Kampf stehen mir türkisch-muslemische Liberale näher als christliche Erzkonservative oder atheistische Fanatiker. Mustafa Akyol hat einen intelligenten Kommentar zur gegenwärtigen Debatte verfaßt. http://www.turkishdailynews.com.tr/article.php?enewsid=70608
13.04.2007 09:15
With friends like these
Angesichts der in Deutschland und weiten Teilen Europas wieder aufkeimenden, traditionellen Judenfeindschaft innerhalb der katholischen, protestantischen und orthodoxen Kirchen fragt sich, ob ein vom mittelalterlich-modernen Rückfall bedrohtes Abendland vor sich selbst gerettet werden kann. After all, with friends like these, who needs enemies:
Vatican ambassador plans to boycott Holocaust memorial
http://www.haaretz.com/hasen/spages/848005.html
Befreiung und Klarstellung: Unionskollegen loben Oettinger
http://www.n-tv.de/790108.html
07.04.2007 18:13
Globales Bluffen: Wer gewinnt das Klima Poker?
Das grüne IPCC Ritual nahm auch gestern seinen gewohnten Lauf: Am Ende, nach tagelangen Verhandlungen, einigten sich Regierungsvertreter und Klimaexperten aus 130 Ländern auf die erwartungsmäß apokalyptisch ausgemalte Vorhersage globaler Klimakatastrophen. Die Menschheit hat demnach in den nächsten Jahrzehnten ein ganzes Heer von apokalyptischen Reitern zu erwarten: Hungerskatastrophen, Überflutungen, Kulturzerstörungen, Massenflucht, Genozid, Kriege, Bürgerkriege. Kurz gesagt: „Der Erde droht der Klima GAU. Milliarden Menschen sind vom Klimawandel bedroht....“
Willkommen im modernen Mittelalter! Prophezeiungen weltweiter Katastrophen, Hungersnöte, Klimakriege und tödlicher Krankheitserreger sind wieder auf der Tagesordnung von Regierungen in aller Welt. Nach 300-jähriger Unterbrechung sind endzeitliche Panikmache und moralischer Totalitarismus dabei, die letzen Reste aufklärerischer Skepsis zu beerdigen.
Die Apokalypse ist - wie so oft in den düster-manichäischen Epochen des Abendlandes - wieder einmal der allgemeine Konsensus politischer und akademischer Eliten. Diesmal allerdings ist die Androhung der bevorstehenden Weltkatastrophe nicht ein religiöses Unheilsverprechen, dem Sünder nur mit …
31.03.2007 17:50
Europas Klimapolitik zwischen Anspruch und Realität
Seit mehr als zehn Jahren hat Europa den Kampf gegen den Klimawandel zu einem zentralen Eckpfeiler nationaler und internationaler Umweltpolitik gemacht. Die EU sieht sich gerne in der Rolle des grünen Weltmeisters und Weltenretters - besonders wenn die PR nichts kostet.
Die meisten Mitglieder der internationalen Gemeinschaft haben, mit Hinweis auf befürchtete wirtschaftliche Einbußen, Europas Klimapolitik allerdings eine deutliche Absage erteilt. So beteilgen sich gerade mal 34 Länder (die meisten davon aus Europa) an dem umstrittenen Kyoto Protokoll. 155 Länder (darunter die USA, China, Indien, Mexiko, Brasilien, usw., usw.) wollen von der waaghalsigen Radikalkur nichts wissen.
Um diesem Widerstand zu brechen, hat die EU bislang behauptet, daß sich eine drastische Reduzierung des CO2 Ausstoßes und Wirtschaftswachstum keineswegs ausschließen. Angesichts steigender CO2 Emissionen in den meisten EU Mitgliedsstaaten läßt sich diese Behauptung freilich nicht mehr aufrechterhalten.
Die EU sieht sich nämlich mit einem Problem konfrontiert: …
28.03.2007 15:35
Dunkle Wolken über dem G8 Gipfel
Die Aussichten auf einen erfolgreichen Klimagipfel der G8+5 Staaten anfang Juni haben sich seit gestern weiter verschlechtert. So jedenfalls dürfte man im Bundeskanzleramt die jüngsten Berichte aus Nordamerika aufnehmen.
Das sind zunächst einmal die erstaunlich hohen Verluste, den die Kyoto-Parteien bei Regionalwahlen in Kanada einstecken mußten. Bei den gestrigen Wahlen zum Regionalparlament von Québec, haben sowohl die regierenden Liberalen als auch die Separatisten schwere Verluste erlitten. Beiden Parteien hatten die Klimapolitik zu einem zentralen Thema des Wahlkampfs gemacht und auf einen grünen Wahlerfolg gehofft. Vergeblich, wie sich nun herausstellte.
Dabei erweist sich der kanadische Wahlausgang auch als eine besondere Schlappe für den Wahlkampfhelfer Al Gore, der, ebenso wie die Liberalen, die vermeintliche Popularität des Kyoto Protokolls weit überschätzte. Die grün-liberale Wahlschlappe stärkt hingegen die Position des kanadischen Ministerpräsidenten Stephen Harper. Als ein scharfer Kritiker des Kyoto Protokolls dürfte Harper bei den im Juni anstehenden G8 Klimaverhandlungen …
23.03.2007 18:11
Schlechte Wettervorhersage für G8 Klima
Es ist keine zwei Wochen her, daß sich die EU-Staats- und Regierungschefs auf ehrgeizige, wenn auch rechtlich unverbindliche Ziele beim Klimaschutz geeinigt haben. Das gestern zwischen der EU und den USA vereinbarte “Open Skies” Luftfahrtabkommen wirft allerdings ein Schlaglicht auf Europas schizophrene Klimapolitik.
Durch die vereinbarte Liberalisierung des transatlantischen Flugverkehrs werden die Preise für Flüge deutlich sinken. Die Zahl der Flüge dürfte hingegen rasant anwachsen. So wird mit einem Anstieg der Passagierzahlen von derzeit jährlich 50 Millionen auf 75 Millionen Fluggästen in 5 Jahren gerechnet. Ebenso steil ansteigen werden freilich auch die CO2 Emissionen, die die EU eigentlich zu reduzieren versprach. (http://www.transportenvironment.org/Article386.html)
Die offensichtliche Widersprüchlichkeit europäischer Energie- und Klimapolitik dürfte den Verhandlungsspielraum von Frau Merkel bei den anstehenden G8 Klimaverhandlungen eher beinträchtigen. Dabei symbolisert das “Open Skies” Akommen lediglich einen generellen, globalen Boom im internationalen Flugverkehr. Jüngste Berechnungen gehen davon aus, daß sich die Zahl …
20.03.2007 18:15
Europas Klimadiplomatie in der Sackgasse?
Das dreitägige G8-Treffen von Umweltministern der führenden Industrie- und Schwellenländer ist am Wochenende ohne erkennbaren Durchbruch zuende gegangen. Zwar erklärte sich Umweltminister Gabriel mit den erreichten Ergebnissen zufrieden. Hinter den Kulissen aber zeichnet sich ein Stocken der Klimaverhandlungen ab. Vorerst bleibt somit unklar, wie die in Potsdam offen zutage getretenen nationalen Interessensgegensätze überbrückt werden können.
An eine diplomatische Lösung der festgefahrenen Verhandlungen über eine Nachfolgeregelung für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll ist beim anstehenden G8 Gipfeltreffen Anfang Juni jedenfalls nicht zu denken. Das hat Umweltminister Gabriel offen eingestanden. Mit einem Beginn umfassender Klimaverhandlungen wird, so Gabriel, nicht vor dem Ende des Jahres zu rechnen sein - und selbst dieser Zeitrahmen scheint interessierten Beoachtern eher optimistisch.
Das Ziel der EU, ein Kyoto-ähnliches Nachfolgeabkommen zu vereinbaren, scheint in der Tat mit zunehmenden Schierigkeiten konfrontiert. Da ist zunächst einmal das gescheiterte Kyoto Protokoll selbst: Trotz aller Anstrengungen ist es der …
15.03.2007 11:38
Freeman Dyson über Gott und die Welt
Von allen bedeutenden Physikern und Kosmologen seit dem Tode Albert Einsteins ist dessen ehemaliger Kollege am Institute for Advanced Study in Princeton, Freeman Dyson (http://www.sns.ias.edu/~dyson/), vermutlich der weiseste. Er ist auf jeden Fall der optimistischste Forscher, den die Wissenschaft innerhalb des letzten halben Jahrhunderts hervorgebracht hat.
Seit einigen Jahren ist er ein Mitglied von CCNet, einem von mir herausgegebenen internationalen Wissenschaftsnetzwerk. Jetzt habe ich mit Freeman Dyson ein längeres Gespräch geführt - über Gott und die Welt, über Klimamodelle und apokalypytische Stimmungsmache, über den Statusverlust akademischer Eliten und die Weltuntergangsstimmung seiner Britischen Kollegen.
Das Ganze findet sich hier: The Scientist as Rebel: An interview with Freeman Dyson http://www.staff.livjm.ac.uk/spsbpeis/Freeman-Dyson.htm

