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06.03.2007   01:11

Verreisen, um daheim zu bleiben - Ein Klimaverbesserungsvorschlag

Mögen Sie die Atmosphäre in einem spanischen Restaurant auf Mallorca, das proppevoll von Deutschen ist? Lieben Sie das Klima in einem italienischen Supermarkt, in dem sich deutsche Urlauber lautstark darüber beschweren, daß es nur salzloses Brot und keine deutsche Wurst gibt? Zu Recht rufen unsere Politiker jetzt dazu auf, wir sollten mehr für das Klima tun und schön zu Hause bleiben. Denn wo wir als Touristen auftreten, da wird das Klima rasch bedenklich, und es kann sogar zu einer Klimakatastrophe kommen, wenn die Einheimischen uns nicht mit der gebührenden Demut begegnen.

Vor vier Jahren riß beispielsweise ein italienischer Staatssekretär gegenüber uns Deutschen die Klappe derart auf, daß Kanzler Schröder den Italienern seinen in der Toskana geplanten Sommerurlaub zur Strafe strich und ihn demonstrativ in Hannover

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29.01.2007   00:03

Brigitte und die Bürgerpflicht

Der mit Abstand wichtigste Grund für eine vor- und frühzeitige Haftentlassung von Brigitte Mohnhaupt ist folgender: Wir wollen Sie endlich im Fernsehen sehen! Es geht nicht an, daß immer nur der Menschenkehricht – bitte: das ist ein Wort von Heinrich Heine! – aus den hinteren Rängen unsere Bildschirme bevölkert, während es noch einen Vorrat an richtigen Star- und Spitzenübeltätern gibt, deren publizistische Verwertung nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft und abgeschlossen ist.

Die Politkillerin Mohnhaupt ist geradezu ein Paradebeispiel. Ihr Gesicht ist dank jahrzehntelanger Mattscheibenabstinenz verhältnismäßig frisch und unverbraucht; es gibt ja nur uralte Fahndungsfotos von ihr, denen sie vermutlich nicht einmal mehr ähnlich sieht. So etwas gilt bei den Bildmedien als absoluter Glücksfall. Außerdem ist sie als

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18.01.2007   17:47

«Kyrill» kommt aus den USA

Ich wußte es, jeder wußte es: Jetzt machen die Yankees mit ihrer Treibhausluft auch noch unser gutes alteuropäisches Wetter kaputt. In ihren Hurrikan-Fabriken ist also auch unser heutiger Sturm entstanden, und die stets kyotoklimafreundliche Netzeitung (18. Jan 14:46) titelt: «Kyrill» kommt aus den USA.

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18.01.2007   01:15

Die Unwörterklauber (Freitag ist es wieder soweit!)

Wer mit der Sprache auf Kriegsfuß steht, der verhackstückt sie als Wörterliste. Wörterlisten sind im Augenblick die große Mode, vor allem nostalgisch umflorte oder gesellschaftskritisch gemeinte Wörterlisten. Da gibt es einen Wettbewerb sowie ein Lexikon der bedrohten Wörter, es gibt die auch aufs Vokabular gerichteten Schulmeistereien Bastian Sicks, und es gibt den alten Kulturkalender-Lückenfüller im Januar, nämlich die Bekanntgabe des Unworts.

Seit 16 Jahren wird nämlich nicht nur das Wort des Jahres, sondern fünf Wochen danach auch noch das Unwort gekürt. Und immer geht es zu wie beim literarischen Nobelpreis: die Wahl fällt stets so aus, wie es niemand erwartet hat, und Mißgriffe sind beinahe Prinzip. Während aber das Wort des Jahres nur eine harmlose öffentliche Unterstreichung darstellt, kommt das Unwort aus dem

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13.01.2007   19:50

Zeit und Recht: Neues aus Karlsruhe

Justitia hält bekanntlich eine Waage in der Hand. Doch sie bräuchte auch einen Kalender und eine Armbanduhr. Denn die Zeit ist ein ganz wesentlicher Aspekt des Rechts. Recht soll schließlich nützen, aber zur Unzeit tut es das nicht mehr. Aus diesem Grund haben sich unsere obersten Gerichte immer wieder mit hanebüchenen Fällen von behördlicher Langsamkeit zu befassen, und immer wieder wird festgestellt, daß es so nicht geht.
Gerade hat der Bundesgerichtshof einem Bauherrn, der zwanzig Monate auf seine Eintragung im Grundbuch warten mußte, dafür Schadenersatz zugesprochen. Der Bauherr ging darüber pleite, weil ihm die Wohnungskäufer ohne Grundbucheintragung natürlich kein Geld überwiesen. Zwanzig Monate lang fand beim zuständigen Amtsgericht niemand die Zeit, einen simplen Auflassungsvermerk ins Grundbuch zu schreiben. Das

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12.01.2007   15:29

Sachbeschädigung an Nazischrott

Zu dem Dauerthema “Justiz und Nazis” hier noch eine frische

M E D I E N I N F O R M A T I O N:

“Landsberg - „Hitlers treuste Stadt“
-  schützt ihren Nazi-Gedenkstein

Der Künstler Wolfram Kastner und die Autoren Veronika Straass und Claus-Peter Lieckfeld, die Mitte November 2006 in Landsberg einen sogenannten „Schlageterstein“ gestürzt haben, erhielten Anfang Januar 2007 jeweils einen Strafbefehl des Amtsgerichtes Landsberg in Höhe von 2000 Euro.

Schlagetersteine wurden als Symbole berüchtigter Nazi-Kultstätten nach dem Zweiten Weltkrieg geschleift, nur eben ausgerechnet in Landsberg nicht: „Hitlers treuester Stadt“ (Hermann Kriegel).  Der Stadt in der Hitlers „Mein Kampf“ geschrieben wurde, der Stadt des Todesmarsches der Dachau/Außenlager-Häftlinge.

Nachdem Kastner und Lieckfeld den

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12.01.2007   14:58

jaja, wir werden alle älter

Zu den Modewörtern des politischen Jargons gehören neuerdings Zeitstrang, Zeitschiene und Zeitachse. Wer irgend etwas über die Zukunft sagen und zugleich andeuten möchte, daß er den Weg dorthin genau kennt, der redet in Vektoren. Gemeint ist aber immer nur die simple Tatsache, daß die Zeit bloß eine Richtung hat. Wir werden älter und nicht jünger. Das ist – je nach Betrachtungsweise – ein Fluch oder ein Segen. Während Kinder immer älter sein wollen, wollen ältere Menschen lieber jünger sein – meistens jedenfalls. Irgendwo dazwischen liegt der Umkehrpunkt des Wünschens, der aber völlig irrelevant ist, weil, wie gesagt, die Zeit nur eine Richtung kennt, sodaß man sagen kann: Jugendlichkeit gehört zu den ganz wenigen Problemen, die sich irgendwann von selbst beheben.

Aber wann ist irgendwann? Die hundertjährige

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11.01.2007   16:47

Deutschland - die Nummer 1 in Holocaustbekämpfung

Es ist zwar bedauerlich und sogar ekelhaft, daß es in Amerika und Kanada einige Leute gibt, die Hitler toll finden, den Holocaust leugnen und Hakenkreuz-Armbinden per Internet anbieten. Aber die amerikanischen und kanadischen Behörden schreiten aus einem guten Grund nicht dagegen ein: Es gibt nämlich in Amerika und Kanada sowie in manchen anderen Ländern kein Gesetz, das vorschreibt, was man wie zu finden habe, oder welche noch so bedauerliche und ekelhafte Auffassung man nicht äußern dürfe oder was für Armbinden zu kaufen oder zu tragen erlaubt sei.

Darüber pflegt man in Deutschland die Stirne zu runzeln. Hat man doch hierzulande ganz strenge Vorschriften erlassen, um zu verhindern, daß sich das Volk erneut hinter Naziflaggen schart. Kein Hakenkreuz darf öffentlich gezeigt werden, nicht mal ein durchgestrichenes, mit dem

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